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Koenigsmoerder

Koenigsmoerder

Titel: Koenigsmoerder Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karen Miller
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Gedächtnis löschen, als hätte Eure geliebte, altkluge Fane nie gelebt. Wenn ich fertig bin, wird von dem Haus Torvig nur der Hahnrei übrig bleiben, die Schlampe und der Halbblutkrüppel. Ist das das Vermächtnis, das Ihr hinterlassen wollt, Junge? Soll das die Summe Eurer dynastischen Leistungen sein?«
    »Das würdet Ihr nicht tun«, stieß er mit erstickter Stimme hervor und kämpfte gegen den Drang zu würgen. »Ihr habt meine Mutter geliebt!«
    »Sie geliebt?«, wiederholte Conroyd voller Abscheu in der Stimme. »Eure Mutter war eine Dirne, eine Metze, eine verräterische Hure!«
    Gar, der das Gefühl hatte, als kehre sich sein Innerstes nach außen, stieß Conroyds Hand beiseite und stand auf. »Ich habe Asher versprochen, ihn zu schützen. Wenn ich diesen Eid bräche, würde ich das Haus Torvig selbst zerstören. Also tut Euer Schlimmstes, Conroyd. Aber seid gewarnt. Mein Haus steht fester, als Ihr ahnt, und Ihr seid nicht so beliebt, wie Ihr denkt.«
    Conroyds Gesicht zuckte. »Ich könnte Euch töten, Wurm, bevor Ihr auch nur die Chance hättet, den Mund auf zutun.«
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    »Das könntet Ihr, aber Ihr werdet es nicht tun«, gab Gar zurück. »Wenn ich nicht da bin, um Euch als Nachfolger zu inthronisieren, wird es eine Spaltung geben, ohne Garantie, dass Ihr am Ende siegreich daraus hervorgeht oder auch nur mit dem Leben davonkommt. Seid vernünftig. Verschont Asher, und ich werde zu Euren Gunsten abdanken und seine Benutzung von Magie geheim halten. Wenn Ihr ihn tötet...«
    Es folgte ein Augenblick flammenden Schweigens.
    »Nun, nun«, sagte Conroyd sanft. »Der Wurm hat also ein Rückgrat.«
    »Wie oft muss ich es Euch noch sagen? Ich bin meines Vaters Sohn.«
    Conroyd zog die Augenbrauen hoch. »Und wie werdet Ihr als Eures Vaters Sohn wohl reagieren, wenn ich die Ausrottung der Olken anordne?«
    »Was?«
    Jetzt lächelte Conroyd. »Wenn Ihr nicht abdankt und eine Proklamation unterzeichnet, in der Ihr Asher von Restharven öffentlich als Verbrecher und Verräter brandmarkt und zum Tode verurteilt, verspreche ich, dass er nur der erste Olk sein wird, der stirbt. Zum Wohle des Königreichs und um unsere geheiligten Gesetze aufrechtzuerhalten, werde ich eine Säuberung beginnen, wie sie dieses Land noch nie gesehen hat, und wenn ich fertig bin und noch genug Olken übrig sind, um auch nur ein einziges Dorf zu füllen, dann werde ich sagen, dass ich gescheitert bin!«
    Gar starrte Conroyd in ungläubigem Schweigen an. »Ihr seid wahnsinnig«, erklärte er schließlich. »Der Großrat würde das niemals zulassen. Holze würde niemals...«
    »Hört auf, Euch etwas vorzumachen!«, entgegnete Conroyd brutal. »Glaubt Ihr, dass es auch nur einen atmenden Doranen gibt, der einen Olken mit Magie sehen will? Und wenn Ihr denkt, Holze würde versuchen, mich aufzuhalten, dann habt Ihr das Ausmaß seiner Hingabe an seine geliebte Barl und ihre Gesetze traurig verkannt!«
    Plötzlich konnten Gars Beine sein Gewicht nicht länger tragen.
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    Er fiel auf sein Bett und wandte den Kopf ab, damit Conroyd seine Verzweiflung nicht sehen konnte. Seine Niederlage.
    »Habt Ihr denn kein menschliches Gefühl?«, flüsterte er. »Bedeutet das Wort eines Königs nichts? Asher hat mir vertraut. Hat auf mein Versprechen vertraut, dass ich ihn schützen würde.«
    »Dann ist er ein doppelter Narr. Es war ein Handel, den einzugehen Ihr nicht berechtigt wart. Ein Versprechen, von dem Ihr genau wusstet, dass Ihr es niemals würdet halten können, nicht wahr?«
    Nein. Nein. Zumindest... kein Versprechen, von dem er geglaubt hatte, dass er es würde halten müssen. Verdammt, sie waren so vorsichtig gewesen.
    »Die Entscheidung ist einfach«, fuhr Conroyd unbarmherzig fort. »Tut, was ich sage, oder ertrinkt in einer Flut von olkischem Blut.«
    Gar zwang sich, seinen Peiniger anzusehen. »Ihr würdet es wirklich tun, nicht wahr? Ihr würdet sie alle töten.«
    »Das habe ich gesagt«, erwiderte Conroyd. »Glaubt Ihr es endlich?«
    Ja. Er glaubte es und fragte sich, während eine Welle der Übelkeit über ihm zusammenschlug, ob sein Vater jemals Verdacht geschöpft hatte, wie dieser Mann wirklich war. Ob er den Hass und die Gewalttätigkeit erkannt hatte, die hinter seinen Augen schliefen.
    »Und was ist mit mir?«, fragte er dumpf. »Was geschieht mit mir, nachdem ich meinen Namen unter Eure schmutzigen Lügen gesetzt habe? Ein bequemer Unfall?«
    Conroyd zuckte die Achseln. »Nicht, wenn Ihr nicht den Verstand verliert und versucht,

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