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Koenigsmoerder

Koenigsmoerder

Titel: Koenigsmoerder Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karen Miller
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unterzeichnet.«
    Asher glaubte ihm. Einen Moment lang konnte er nicht atmen. Zorn... Trauer...
    Entsetzen... Sein Herz schlug kaum noch.
    »Ihr wisst, dass ich dies allein getan habe«, beteuerte er. »Ihr wisst, dass es keine Verschwörung gibt. Ihr wart in meinem Kopf. Ihr wisst alles.«
    Jarralt hob das Schüreisen und betrachtete es nachdenklich. »Das stimmt.«
    »Warum habt Ihr dann...«
    »Weil ich es so will. Weil Euer schlichter Tod durch die Axt mich nicht zufrieden stellen wird. Ihr habt Euch eingemischt, kleiner Olk, und ich dulde keine Einmischung. Also werde ich Euch bestrafen. Auf die gute, altmodische Art...«
    Schweiß rann Asher über den Rücken. Übers Gesicht. Er blinzelte sich das brennende Salzwasser aus den Augen. Etwas an Conroyd Jarralt war... anders. Er war immer ein selbstgefälliger Bastard gewesen. Ungeduldig. Verächtlich.
    Überlegen. Durch und durch unsympathisch. Aber jetzt war er noch etwas anderes. Er verströmte etwas, das über all diese Dinge hinausging und das ihn umgab wie stinkende Wogen. Es war etwas, das ihm das Blut in den Adern gerinnen ließ...
    Es war etwas Böses.
    »Gar hatte Recht, was Euch betrifft«, flüsterte er. »Genauso wie Borne. Ihr seid schlecht. Durch und durch verkommen und schlecht. Ihr könnt es nicht länger verbergen. Und wenn Eure doranischen Freunde erkennen, was Ihr in Wirklichkeit seid, werden sie Euch nicht gestatten, Eure gestohlene Krone zu behalten. Das Königreich wird in Stücke brechen, Jarralt. Es wird sterben, und Ihr werdet es getötet haben. Ist es das, was Ihr wollt?«
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    »Ja. Und jetzt spart Euch Euren Atem«, riet Jarralt ihm freundlich. »Ihr werdet ihn zum Schreien brauchen. Und wenn Ihr mit dem Schreien fertig seid ‐
    nachdem ich aus Eurer Kehle eine rohe, blutige Ödnis gemacht habe ‐, werden Orrick und seine Männer Euch auf den städtischen Marktplatz bringen, wo man Euch in Ketten in einen Käfig sperren wird, damit alle Welt Euch sehen und Euch anspucken kann. Und um Mitternacht am nächsten Barlstag, einem geziemend dramatischen Augenblick, wie Ihr mir gewiss zustimmen werdet, wird man Euch vor einer möglichst großen Menschenmenge den Kopf von den Schultern hacken, man wird Euren Körper an die Schweine verfüttern, die Schweine wird man schlachten und den Hunden zum Fraß vorwerfen, und die Hunde werden mit Pfeilen erschossen werden.«
    Mit trägen Bewegungen und vollkommen unaufgeregt kam Jarralt in die Zelle geschlendert und sprach ein einziges, messerscharfes Wort. Die Spitze des Schüreisens fing Feuer. In den blassen, eisigen Augen des Lords flackerte Vorfreude auf und noch etwas anderes. Etwas Dunkles und Gefährliches und in Blut Getränktes. Er lächelte. Berührte ihn.
    Ashers Welt verschwand in einer scharlachroten Woge von Flammen.
    Mit einem kleinen, selbstzufriedenen Seufzen deckte Darran das Mittagstablett seiner Ma... Seiner Hoheit mit einer Damastserviette ab. Das Schweigen des Prinzen seit Lord Jarralts abruptem
    Aufbruch und seiner eigenen unfreundlichen Verbannung aus der Bibliothek war absolut und unheilverkündend gewesen. Das Mittagessen lieferte ihm den Vorwand, den er brauchte, um sich davon zu überzeugen, dass alles gut war.
    Nun. So gut, wie es sein konnte, angesichts der jüngsten erschreckenden Entwicklungen.
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    Nachdem er sich ein letztes Mal in der Küche umgesehen hatte, griff er nach dem Tablett und ging auf die Tür zu. Es war vielleicht ein Glück, dass Frau Hemshaw entlassen worden war; wenn sie den Raum jetzt hätte sehen können, nach seinen geistesabwesenden Bemühungen zu kochen, hätte sie gewiss einen hysterischen Anfall bekommen.
    Er fühlte sich versucht, selbst in Hysterie zu verfallen.
    Wie leer der Turm wirkte, nachdem all seine Bewohner gewaltsam vertrieben worden waren. Mit vor Kummer und Bedauern wundem Herzen stieg er Stufe um Stufe zu Gars Gemächern hinauf. Als er an Ashers Stockwerk vorbeikam, schauderte er, verschloss seinen Geist gegen die furchtbaren Bilder, die sich in ihm regten, und ging weiter.
    Der Prinz war noch immer in seiner Bibliothek; er saß in dem Sessel, den er vor das Fenster geschoben hatte.
    »Ich habe Euch etwas zum Mittagessen gebracht, Herr«, sagte Darran, der direkt hinter der Tür stehen geblieben war.
    »Ich habe keinen Hunger.«
    »Hunger hin oder her, Ihr solltet essen«, erwiderte er und zwang sich, einen wohlgelaunten, tadelnden Tonfall anzuschlagen. Zögernd trat er in den Raum.
    »Wenn Ihr krank werdet, werden es Pother

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