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Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Titel: Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James S. A. Corey
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bellte eine Pistole dreimal. Holden riskierte einen Blick. Ihr Verfolger mit dem albernen Hut hockte mit einer Waffe in der Hand in der Tür, und der Kerl mit der Maschinenpistole, der sie aus der Flanke angegriffen hatte, lag reglos vor ihm. Statt sie anzusehen, zielte der Mann auf die Treppe.
    »Nicht auf den Kerl mit dem Hut schießen!«, brüllte Holden, dann tastete er sich wieder zur Ecke der Theke vor.
    Amos saß mit dem Rücken zu ihm und warf das Magazin aus. Während er in der Tasche nach Ersatz suchte, sagte er: »Der Kerl ist vermutlich ein Cop.«
    »Und vor allem nicht auf Cops schießen.« Holden gab ein paar Schüsse in Richtung Treppenhaus ab.
    Naomi, die während des ganzen Feuergefechts am Boden liegend die Arme über den Kopf gehalten hatte, sagte: »Vielleicht sind sie alle Cops.«
    Holden feuerte noch ein paar Kugeln ab und schüttelte den Kopf.
    »Cops haben keine kleinen, leicht zu verbergenden Maschinenpistolen und lauern den Leuten auch nicht im Treppenhaus auf. Leute wie die nennen wir Killerbrigaden«, erklärte er. Die meisten seiner Worte gingen in einer Salve der Gegner unter. Danach herrschte einige Sekunden lang Schweigen.
    Holden beugte sich gerade rechtzeitig wieder vor, um zu sehen, wie die Tür zufiel.
    »Ich glaube, die hauen ab.« Trotzdem hielt er die Waffe auf die Tür gerichtet. »Es gibt wohl noch einen zweiten Ausgang. Amos, behalten Sie die Tür im Auge. Wenn sie aufgeht, schießen Sie.« Er klopfte Naomi auf die Schulter. »Bleiben Sie in Deckung.«
    Holden richtete sich hinter der ruinierten Rezeption auf. Die Theke war zersplittert, dahinter schimmerte der nackte Stein durch. Holden zielte nach oben und hob beschwichtigend die andere Hand. Der Mann mit dem Hut stand auf und betrachtete den Toten vor seinen Füßen, dann hob er den Kopf und blickte Holden an.
    »Vielen Dank. Ich bin Jim Holden. Wer sind Sie?«
    Der Mann antwortete zuerst nicht, und als er dann sprach, war seine Stimme ruhig, beinahe müde. »Die Cops werden bald hier sein. Ich muss rasch anrufen, sonst kommen wir alle ins Gefängnis.«
    »Sind Sie kein Cop?«, fragte Holden.
    Der Mann lachte. Ein kurzer verbitterter Laut, hinter dem jedoch ein wenig echte Belustigung mitschwang. Anscheinend hatte Holden etwas Witziges gesagt.
    »Nein. Ich heiße Miller.«

24 Miller
    Miller betrachtete den Toten – den Mann, den er gerade erschossen hatte – und versuchte, etwas zu empfinden. Nach dem Kampf war sein Herzschlag immer noch beschleunigt, und er war etwas überrascht, so unverhofft in einen Schusswechsel geraten zu sein. Davon abgesehen hatte sein geschulter Verstand längst mit der Analyse der Situation begonnen. Eine Frau als Köder im Foyer, damit Holden und seine Leute nichts sahen, was sie als bedrohlich empfinden konnten. Dann die schießwütigen Trottel im Treppenhaus als Unterstützung. Es war gerade noch einmal gut gegangen.
    Der Überfall war schlecht geplant gewesen. Dahinter steckten offenbar Leute, die sich nicht auskannten oder die nicht die Zeit und Ressourcen gehabt hatten, es richtig anzupacken. Wäre die Sache nicht improvisiert gewesen, dann wären Holden und seine drei Begleiter gefangen oder getötet worden. Und er mit ihnen.
    Die vier Überlebenden der Canterbury standen wie Neulinge bei der ersten Razzia mitten in den Trümmern. Millers Gedanken rasten, während er die Umgebung betrachtete, ohne etwas Bestimmtes direkt anzuschauen. Holden war kleiner, als er es nach den Videos erwartet hätte. Das war eigentlich nicht überraschend, da der Mann von der Erde stammte. Außerdem hatte er ein Gesicht, das die Regungen dahinter kaum verbergen konnte.
    »Vielen Dank. Ich bin Jim Holden. Wer sind Sie?«
    Miller erwog sechs verschiedene Antworten und verwarf sie alle. Einer der anderen – ein großer, kräftiger Mann mit einem Kahlkopf – schritt im Raum umher und sah sich auf ähnliche Weise um wie Miller. In Holdens Truppe war er der Einzige, der echte Kampferfahrung besaß.
    »Die Cops werden bald hier sein«, warnte Miller. »Ich muss rasch anrufen, sonst kommen wir alle ins Gefängnis.«
    Der andere Mann – er war schmaler und größer und stammte dem Aussehen nach aus Ostindien – hatte sich hinter einem Sofa versteckt. Er hockte jetzt mit weit aufgerissenen Augen und voller Panik auf dem Boden. Holdens Miene war ganz ähnlich, allerdings beherrschter. Die Bürde des Anführers, dachte Miller.
    »Sind Sie kein Cop?«
    Miller lachte.
    »Nein«, antwortete er. »Ich heiße

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