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Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Titel: Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James S. A. Corey
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haben einen Notfall, also tut ihr, was wir euch sagen, und dann wird niemand verletzt.«
    Zeit wird’s, dachte Miller.
    »Hört genau zu«, fuhr die Stimme fort. »Der Nächste, der jemanden anrempelt, wird erschossen. Bewegt euch zivilisiert. Das ist die wichtigste Regel: zivilisiert. Das Zweitwichtigste: bewegt euch. Geht jetzt, los!«
    Zuerst passierte gar nichts. Die Menschen standen viel zu dicht gedrängt, um sich zu bewegen, doch eine Minute später bewegten sich ganz vorn ein paar Köpfe und entfernten sich. Die Luft im Tunnel war zum Schneiden dick, die überlasteten Recycler verströmten einen heißen Plastikgeruch, während sich das Gedränge langsam auflöste. Miller atmete auf.
    »Gibt es hier überhaupt Schutzräume?«, fragte eine Frau hinter ihnen ihren Begleiter. Dann wurden sie vom Menschenstrom mitgerissen. Naomi zupfte Miller am Ärmel.
    »Gibt es welche?«, fragte sie.
    »Es müsste welche geben«, sagte Miller. »Ausreichend für eine Viertelmillion, die wichtigsten Mitarbeiter und das medizinische Personal.«
    »Und die anderen?«, fragte Amos.
    »Wenn sie überlebt, rettet die Besatzung der Station so viele Zivilisten wie möglich.«
    »Ah«, sagte Amos. Dann: »Zur Hölle damit. Wir gehen zur Rosinante , oder?«
    »O ja, sicher«, antwortete Holden.
    Vor ihnen vermischte sich die rasch dahineilende Menge mit einem zweiten Strom von einer unteren Ebene. Fünf stiernackige Männer in Krawallmontur winkten die Leute weiter. Zwei von ihnen zielten mit Waffen auf die Menge. Miller war fast in Versuchung, den Idioten Ohrfeigen zu verpassen. Mit Waffen auf Leute zu zielen war kein guter Weg, eine Panik zu vermeiden. Einer der Sicherheitsleute war außerdem viel zu dick für seine Rüstung. Die Kreppverschlüsse auf seinem Bauch griffen nacheinander wie Geliebte im Moment der Trennung.
    Miller blickte den Flur hinunter und ging langsamer, weil ihm auf einmal etwas einfiel. Einer der Cops schwenkte seine Waffe über der Menge. Ein anderer – der Dicke – lachte und sagte etwas auf Koreanisch.
    Was hatte Sematimba noch gleich über die neue Wachfirma erzählt? Große Klappe, nichts dahinter? Eine neue Firma von Luna. Vor allem Gürtler. Korrupt.
    Der Name. Wie hießen sie noch gleich? CPM. Carne Por la Machina. Fleisch für die Maschine. Einer der Cops senkte die Waffe, nahm den Helm ab und kratzte sich angestrengt hinter einem Ohr. Er hatte unbändige schwarze Haare, Tätowierungen am Hals und eine Narbe, die sich von einem Augenlid bis fast zum Kieferknochen erstreckte.
    Miller kannte ihn. Vor anderthalb Jahren hatte er ihn wegen Körperverletzung und Erpressung verhaftet. Die Ausrüstung – Kleidung, Schlagstöcke, Gummigeschosspistolen – kam ihm ebenfalls sehr bekannt vor. Dawes hatte sich geirrt. Miller war durchaus fähig, seine fehlende Ausrüstung wiederzufinden.
    Was es auch war, dies hier hatte lange vor dem Notsignal der Scopuli und der Vernichtung der Canterbury begonnen. Lange vor Julies Verschwinden. Wenn ein Haufen Ganoven von Ceres mit gestohlener Ausrüstung auf Eros für Ordnung sorgte, dann war dies ein Teil des Plans gewesen. Die dritte Phase.
    Oh, dachte er. Das hat nichts Gutes zu bedeuten.
    Miller huschte zur Seite und beließ so viele Zivilisten wie möglich zwischen sich und den Bewaffneten, die als Polizisten verkleidet waren.
    »Geht runter zur Casinoebene«, rief einer der Männer. »Wir bringen euch in die Strahlenschutzräume, aber ihr müsst erst hinunter zur Casinoebene!«
    Holden und seine Crew hatten nichts Außergewöhnliches bemerkt. Sie redeten miteinander und überlegten, wie sie zu ihrem Schiff gelangen konnten, und was sie tun würden, sobald sie dort waren. Sie spekulierten, wer die Station angegriffen haben könnte und wohin Julie Maos verstümmelter infizierter Leichnam jetzt gebracht wurde. Miller rang mit sich, ob er sie stören sollte. Er musste ruhig bleiben und die Sache durchdenken. Keinesfalls durften sie Aufmerksamkeit erregen. Er musste den richtigen Moment abpassen.
    Hinter einer Kurve wurde der Korridor breiter, und das Gedränge lichtete sich ein wenig. Miller wartete, bis sie im toten Winkel waren, wo die falschen Sicherheitskräfte sie nicht mehr sehen konnten. Dann hielt er Holden am Ellbogen fest.
    »Nicht weitergehen«, sagte er.

27 Holden
    »Was soll das?« Holden riss den Ellbogen zurück. »Irgendjemand hat gerade eine Bombe auf die Station geworfen. So etwas übersteigt unsere Möglichkeiten. Wenn wir die Rosinante nicht erreichen,

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