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Medicus 01 - Der Medicus

Titel: Medicus 01 - Der Medicus Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Noah Gordon
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teilen.« Irgendwie spürt sie mein Verhältnis mit Despina, dachte er dummerweise und sagte: »Ich will nur dich.«
    »Nein, du liebst nur deine Arbeit, und sie wird immer an erster Stelle stehen - vor deiner Familie, vor allem anderen. Aber ich liebe dich so, Rob, und ich will deine Frau sein.« Er schloß sie in die Arme.
    »Die Cullens heiraten in der Kirche«, sagte sie, den Kopf an seine Schulter gelehnt. »Selbst wenn wir in Persien einen Priester fänden, würde er eine Christin nicht mit einem Juden trauen. Wir müssen den Leuten weismachen, wir hätten in Konstantinopel geheiratet. Wenn meine Ausbildung als Medicus beendet ist, werden wir nach England zurückkehren und uns rechtmäßig trauen lassen.«
    »Und bis dahin?« fragte sie traurig.
    »Eine in die Hand gelobte Ehe.« Er nahm ihre Hände in die seinen. Sie sahen einander ernst an.
    »Selbst bei einer in die Hand gelobten Ehe sollten Worte gesprochen werden«, verlangte sie.
    »Mary Cullen, ich nehme dich zu meiner Frau«, sagte er heiser. »Ich verspreche, für dich zu sorgen und dich zu beschützen, und du bist meiner Liebe sicher.« Er hätte die Worte gern besser gewählt, doch er war so tief gerührt, daß er seine Zunge nicht unter Kontrolle hatte. »Robert Jeremy Cole, ich nehme dich zum Mann«, sprach sie deutlich. »Ich verspreche, dir dorthin zu folgen, wo du hingehst, und immerdar dein Wohlergehen im Auge zu haben. Du besitzt meine Liebe, seit ich dich zum erstenmal sah.«
    Sie drückte seine Hände so fest, daß es schmerzte, und er konnte das Pochen ihres Pulses fühlen. Er wußte, daß das frische Grab draußen Freude unschicklich erscheinen ließ, dennoch empfand er ein wildes Gemisch von Gefühlen, und er sagte sich, daß ihrer beider Gelübde besser gewesen sei als viele andere, die in der Kirche gesprochen wurden.

    Er packte ihre Habseligkeiten auf sein braunes Pferd, und sie stieg auf den Rappen. Er legte den Packen jeden Morgen einem anderen Tier auf. In den seltenen Fällen, wenn der Weg gut und eben war, saßen er und Mary auf einem Pferd, aber die meiste Zeit ritt nur sie, und er ging zu Fuß voran. Es war eine langsame Reise, aber er hatte es nicht eilig. Sie war schweigsamer, als er sie in Erinnerung hatte, und er unternahm keinen Versuch, sie anzurühren, weil er ihren Kummer achtete. In der zweiten Nacht ihrer Reise nach Isfahan lagerten sie auf einer buschbestandenen Lichtung neben der Straße; er lag wach und hörte, wie sie endlich weinte.
    »Wenn du Gottes Helfer bist und Seine Fehler behebst, warum konntest du dann ihn nicht retten?«
    »Ich weiß nicht genug.«
    Es hatte lange gedauert, bis sie zu weinen anfing, und nun konnte sie nicht aufhören. Er schloß sie in die Arme.
    Während sie den Kopf an seine Schulter legte, begann er ihr nasses Gesicht zu küssen. Schließlich küßte er ihren Mund, der so weich und nachgiebig war und genauso schmeckte wie in seiner Erinnerung. Er streichelte ihren Rücken und liebkoste die reizende Grube am Ende ihres Rückgrats und dann, als ihr Kuß drängender wurde und er ihre Zunge spürte, griff er unter ihre Kleider.
    Sie weinte wieder, ließ aber seine Hände gewähren, und schließlich spreizte sie die Beine, um ihn in sich aufzunehmen. Bei aller Leidenschaft empfand er Dankbarkeit und nahm unendliche Rücksicht auf sie. Ihre Vereinigung war ein zartes, köstliches Schaukeln, bei dem sie sich kaum bewegten. Es ging immer weiter, immer weiter, bis er herrlich zum Höhepunkt gelangte. Beim Versuch zu heilen wurde er selbst geheilt, beim Versuch zu trösten wurde er selbst getröstet. Um aber auch ihr ein wenig Trost zu spenden, mußte er sie mit der Hand zum Höhepunkt führen.
    Nachher hielt er sie in den Armen und sprach leise zu ihr, erzählte ihr von Isfahan und der Jehuddijeh, von der madrassa , vom Krankenhaus und von Ibn Sina. Und von seinen Freunden, dem Mohammedaner und dem Juden: Karim und Mirdin. »Haben sie Frauen?«
    »Mirdin hat eine Frau. Karim hat viele Frauen.« Ineinander verschlungen schliefen sie ein.
    Im trüben, grauen Morgenlicht wurde er von knirschendem Sattelleder und langsamem Hufgetrappel auf staubiger Straße geweckt. Er hörte jemanden husten und die Unterhaltung von Männern, die auf den Tieren saßen.
    Er blickte über Marys Schulter durch den dornigen Busch, der ihr Versteck von der Straße trennte, und sah einen Trupp Soldaten vorbeireiten. Sie sahen grimmig aus, trugen die gleichen orientalischen Schwerter wie Alãs Männer, führten aber

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