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Montags sind die Eichhörnchen traurig: Roman (German Edition)

Montags sind die Eichhörnchen traurig: Roman (German Edition)

Titel: Montags sind die Eichhörnchen traurig: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Katherine Pancol
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ausfüllte.
    »Wann hast du das denn beschlossen?«
    »Tu jetzt nicht so, als wäre das eine Überraschung für dich. Wir verstehen uns nicht mehr, wir ertragen einander nicht mehr, wir spielen nur noch Theater … Wir belügen einander, dass sich die Balken biegen. Das ist anstrengend und führt zu nichts. Ich habe noch ein paar schöne Jahre vor mir und du auch, also lass sie uns nutzen, statt uns gegenseitig das Leben zu vermiesen …«
    Bei diesen Worten hatte er den Blick nicht von der Zeitung gehoben, seine Gedanken konzentrierten sich immer noch auf das Mysterium der japanischen Zahlen.
    »Du bist abscheulich!«, presste Bérengère hervor.
    »Erspar mir die großen Worte, das Heulen und Zähneklappern … Ich lasse dir die Kinder, die Wohnung, ich bezahle die laufenden Kosten, und Gott weiß, dass sie ihren Namen zu Recht tragen, denn sie galoppieren nur so dahin, dass ich kaum noch hinterherkomme! Ich will einfach nur meine Ruhe …«
    »Das wird dich einiges kosten!«
    »Es wird mich genau das kosten, was ich zu zahlen bereit bin. Ich habe Beweise für deine diversen Ehebrüche. Zwing mich nicht, sie zu verwenden … Um der Kinder willen.«
    Bérengère hörte ihn kaum. Sie dachte an ihre Windbeutel. Ein Abend bei den Claverts ohne Windbeutel war ein misslungener Abend. Ihre Windbeutel waren weltberühmt. Es gab nicht genügend Adjektive, um sie zu preisen. Das reichte von »berückend« über »wundervoll« bis hin zu »nie gesehen«, »Mein Gott!«, »Oh! My God!«, »knock out«, »maravilloso«, »deliziosi«, »diviiiine«, »pyszny«, »heerlijk« und »miraculeux«. Eines Abends hatte ein russischer Geschäftsmann ein dröhnendes »kraputschowski« von sich gegeben, was, so hatte man es ihr übersetzt, auf Samowarisch »atemberaubend« bedeutete. Diese Windbeutel waren ihr Verdienstorden, ihr Universitätsdiplom, ihr Bauchtanz. Man hatte ihr viel Geld für das Rezept geboten. Sie hatte abgelehnt und behauptet, es werde in ihrer Familie seit Jahren von den Müttern an die Töchter weitergegeben und dürfe unter keinen Umständen einem Fremden verraten werden.
    »Ich biete dir einen Deal an: Wir trennen uns im Guten, aber dafür holst du mir meine Windbeutel …«
    »Ich werde nie wieder deine Windbeutel holen! Und es ist in deinem eigenen Interesse, dass wir uns im Guten trennen, meine Liebe. Darf ich dich daran erinnern, dass ich dich als Bérengère Goupillon geheiratet habe … Willst du in dieses Elend zurückkehren?«
    Bérengère Goupillon. Sie hatte vergessen, dass sie früher einmal diesen Namen getragen hatte. Wie von einem Schlag getroffen, richtete sie sich auf. Goupillon! Er konnte verlangen, dass sie ihren Mädchennamen wieder annahm.
    Sie senkte den Kopf und flüsterte: »Ich will nie wieder Goupillon heißen.«
    »Ah, jetzt wirst du also vernünftig … Du darfst meinen Namen behalten, wenn du dich kooperativ verhältst«, verkündete er mit einer weit ausholenden Geste, wie einst Nero, der den von den Löwen zerfleischten Gladiator verschonte. »Und du kannst deine Windbeutel selbst holen … Ich nehme unsere Gäste in Empfang, sobald ich mein Sudoku gelöst habe.«
    Das war undenkbar. Sie konnte nicht weg. Ihr Nagellack war noch nicht trocken, sie hatte weder ihren Eyeliner aufgetragen noch ihre Ohrringe ausgewählt. Sie brauchte einen loyalen Boten.
    Hastig dachte sie nach.
    Die Filipinos, die sie als Aushilfen engagiert hatte?
    Denen würde sie nie, niemals die Schlüssel ihres Minis überlassen. Und auch nicht die von Jacques’ Wagen. Außerdem könnten sie reden.
    Ihre beste Freundin?
    Sie hatte schon lange keine mehr …
    Sie griff nach ihrem Handy. Ließ die Namen vorbeiziehen. Stieß auf Iris Dupin und bemerkte, dass sie sie nicht aus ihrem Adressbuch gelöscht hatte. Iris Dupin. Sie war diejenige gewesen, die einer »besten Freundin« noch am nächsten gekommen war. Etwas gehässig, natürlich, ja, man könnte sogar sagen, ein richtiges Biest … aber gut … Sie wäre niemals losgefahren, um die Windbeutel zu holen. Sie hätte die Arme vor der Brust verschränkt und zugesehen, wie sie unterging. Mit dem gleichen leisen, freudigen Lächeln wie Jacques, der in Strümpfen auf seinem Bett lag. Sie lachte nervös. Riss sich zusammen. Iris vielleicht nicht, aber ihre Schwester … Die gute Joséphine … Die Barmherzige Schwester der Armen und Aufgeschmissenen. Immer bereit, anderen einen Gefallen zu tun. Joséphine wird meine Windbeutel holen.
    Sie rief sie an. Erklärte ihr,

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