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Morbus Dei: Im Zeichen des Aries: Roman (German Edition)

Morbus Dei: Im Zeichen des Aries: Roman (German Edition)

Titel: Morbus Dei: Im Zeichen des Aries: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Bastian Zach , Matthias Bauer
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Hans.
    Ungerührt blickte Karl ihn an. „Du magst reden, mit deiner kleinen Klosterschwester.“
    „Herr im Himmel, wie die Waschweiber!“ Von Freising reckte die Arme gen Himmel. „Ihr könnt später gerne weiterschwatzen, aber zuerst müssen wir einen Unterschlupf suchen.“
    Er und der Preuße wendeten ihre Pferde zum Tal. Hinter sich hörten sie die Stimme von Hans. „Ich sag dir, so wie die hergeschaut hat, da wär was gegangen.“
    Von Freising verdrehte die Augen.
    Bei Einbruch der Dunkelheit entdeckten sie auf einer Wiese einen verfallenen Heuschober.
    „Besser als nichts“, kommentierte der Preuße.
    Von Freising nickte. Sie sprangen von den Pferden, banden sie an den Überresten eines Zaunes fest und gingen zum Heuschober.
    Über den Eingang war ein verblasstes Zeichen gemalt, das jenem auf dem Kreuz am Pass glich.
    Die Männer saßen um das Feuer, das in der Mitte des Heuschobers brannte. Da der Innenraum leer und der Boden knochenhart war, stellte es keine Gefahr dar.
    Schweigend löffelten sie die Suppe, die Ludwig notdürftig aus Mehl, Wasser, Speck und Brotstückchen bereitet hatte. Aber sie war warm, nur das zählte. Danach aßen sie noch etwas getrocknetes Fleisch und Käse.
    Als sie fertig waren, zog von Freising seinen Trinkschlauch heraus, öffnete ihn geschickt mit der linken Hand, nahm einen Schluck und bot ihn den anderen an. Die jedoch wehrten erschrocken ab, nur Ludwig griff ahnungslos zu und nahm einen großen Schluck. Er nickte anerkennend, als er von Freising den Trinkschlauch zurückgab.
    Die anderen beobachteten ihn gespannt. Erst geschah nichts, dann aber rötete sich Ludwigs Gesicht. Er begann so stark zu husten, dass ihm die Tränen über die Wangen liefen.
    Die Männer grinsten.
    „Ich wusste es ja!“, sagte Ludwig keuchend und mit nassen Augen. „Trau keinem Pfaffen.“
    Ungerührt nahm von Freising noch einen Schluck und schnalzte genüsslich mit der Zunge.
    Der Preuße schüttelte den Kopf. „Mit Verlaub, Pater, Euer Schnaps wär gerade recht für die Schwarze Garde. Die würden freiwillig umkehren.“
    „Die Schwarze Garde hält nichts auf, am allerwenigsten mein Schnaps.“ Von Freising steckte den Trinkschlauch in seinen Beutel zurück und räusperte sich. „Wir können nur hoffen, dass wir das Dorf vor Sovinos Männern erreichen. Wenn ja, denkt an das, was ich euch gesagt habe. Die Ausgestoßenen sind uns nicht feindlich gesinnt. Aber sie haben in all den Jahren von den Menschen kaum etwas Gutes erfahren. Bleibt hinter mir und lasst mich sprechen.“
    Griesgrämig blickte Hans ins Feuer. „Auf fremdem Territorium und umgeben von Ungeheuern. Warum sind wir noch einmal hier?“
    „Wo willst du denn sonst hin?“ Markus’ Stimme war ruhig. „Du und Karl werdet gesucht, ich bin Protestant.“ Er blickte zu von Freising, dann weiter zu Ludwig und dem Preußen. „Wir sind genau da, wo wir hingehören.“
    Niemand sagte ein Wort. Sie wussten, dass Markus recht hatte.
    Die Scheite knackten im Feuer, sonst war es still, nur das schwere Atmen der Männer, die in ihre Decken gewickelt schliefen, war zu hören.
    Von Freising lag wach und dachte an das, was vor ihnen lag. Auch wenn die Ausgestoßenen ihnen glaubten, würde es fast unmöglich werden, Sovino und seine Schwarze Garde zu besiegen – sie waren skrupellos, kampferprobt und bestens ausgerüstet.
    Er betrachtete seine schlafenden Kameraden. Andererseits hatte er die tapfersten Männer bei sich, die er sich nur wünschen konnte. Wenn der Allmächtige auf ihrer Seite war –
    So wie in Wien?
    Von Freising versuchte, die innere Stimme zum Schweigen zu bringen. Sie kündete von etwas, das nicht sein durfte, ihn aber insgeheim seit Wien plagte.
    Du zweifelst.
    Nein, das ist nicht wahr. Die Wege des Herrn sind unergründlich.
    Das haben sich auch die Dominikaner gesagt, als sie den Tod der Kranken beschlossen. Das hat sich auch Bürgermeister Tepser gesagt, als er die Kranken zum Tode verurteilte. Das haben auch –
    Nein! Er ließ die Gedanken nicht zu. Die nächsten Tage waren nicht die rechte Zeit für Zweifel, er würde alles, was er an Kraft und Glauben aufbringen konnte, brauchen.
    Der Wind blies durch die Ritzen des Heuschobers, ließ das Feuer flackern.
    Geistesabwesend rieb von Freising seinen Verband. Der Stumpf hatte wieder zu jucken begonnen. Das war ein gutes Zeichen, die Heilung schritt voran und er hatte keinen Wundbrand bekommen. Er hatte Glück gehabt.
    Nicht nur Glück.
    „Es scheint, dass man sich

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