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Mord Wirft Lange Schatten: Mitchell& Markbys Dreizehnter Fall

Mord Wirft Lange Schatten: Mitchell& Markbys Dreizehnter Fall

Titel: Mord Wirft Lange Schatten: Mitchell& Markbys Dreizehnter Fall Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Granger Ann
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einem roten Band zusammengehalten wurden.
    »Das sind die letzten Briefe meines Bruders Arthur. Meine Eltern haben sie aufbewahrt, und wir haben sie ebenfalls behalten. Aber wenn wir tot sind, wird sich niemand mehr dafür interessieren. Vielleicht sollte ich sie verbrennen.«
    »Seien Sie nicht zu voreilig, Damaris«, drängte Markby sie.
    »Manchmal sind alte Briefe für ein Museum von Interesse.« Es waren die falschen Worte. Damaris versteifte sich.
    »Ich denke nicht, dass ich möchte, dass die Privatkorrespondenz unserer Familie in einem Museum für alle Welt zugänglich ist, nein danke!« Er deutete nicht darauf hin, dass Jan sie möglicherweise gelesen hatte. Stattdessen sagte er:
    »Vielleicht könnten Sie überprüfen, ob irgendetwas fehlt oder ob er sich an irgendetwas zu schaffen gemacht hat?« Damaris zog einen Stuhl heran und starrte orientierungslos auf den Haufen Papiere.
    »Nehmen Sie sich Zeit«, sagte er.
    »Ich setze mich hierher und warte, wenn Sie nichts dagegen haben.« Er machte es sich auf dem Chesterfield bequem, so gut es ging, während Damaris methodisch die einzelnen Fächer durchging und hin und wieder pausierte, um etwas zu betrachten oder sich einfach nur Erinnerungen hinzugeben, die von den alten Papieren geweckt wurden. Schließlich war sie fertig. Sie hatte zwei längliche Umschläge auf die Seite gelegt, und nun wandte sie sich Markby zu und hielt ihm die Umschläge hin.
    »Ich denke, er hat sich diese hier angesehen. Die Umschläge waren unverschlossen, und jetzt sind sie verschlossen. Er hat wahrscheinlich den Inhalt gelesen und dann die Umschläge verschlossen, damit er alles abstreiten konnte, falls wir ihn darauf angesprochen hätten.«
    »Dürfte ich fragen, was diese Umschläge enthalten?« Markby erhob sich und trat zu ihr.
    »Nur ganz allgemein, meine ich.«
    »Ich habe keinerlei Einwände, und ich wage zu behaupten, dass auch Florence keine hätte. Sie enthalten unsere Testamente. Ihre Schwester hat sie vor einigen Jahren für uns verfasst. Sie sind sehr einfach gehalten, nichts von Interesse für Jan. Wir vermachen alles dem jeweils anderen Überlebenden von uns. Wenn ich zuerst sterbe, bekommt Florence alles. Falls Florence vor mir stirbt, erbe ich alles von ihr. Wir haben sonst niemanden.« Sie blickte auf, und auf ihrem Gesicht zeigten sich Zweifel.
    »Das war doch sicherlich nicht von Interesse für Jan, oder? Schließlich hat er wohl kaum angenommen, dass wir unsere Testamente ändern würden, um ihn zu berücksichtigen?«
    »Er mag vielleicht vorgehabt haben, Sie zu überreden … ja, ich halte es sogar für sehr wahrscheinlich. Dazu musste er zuerst herausfinden, wie die Testamente genau aussehen und wer alles bedacht wird – ob es sonst noch Nutznießer gab, die sich melden und protestieren würden, wenn Sie beide Ihre Testamente ändern. Ich wage zu behaupten, dass er sehr zufrieden war, als er nichts dergleichen feststellte, niemanden, der ihm im Weg gewesen wäre.« Markby spürte einen Anflug von Zerknirschung.
    »Es tut mir Leid, wenn ich so über einen Verwandten von Ihnen spreche. Es macht die Dinge bestimmt nicht einfacher für Sie.«
    »Sprechen Sie nur freiheraus«, antwortete Damaris. Sie legte die Umschläge in ihr Fach zurück.
    »Ich zweifle nicht eine Sekunde daran, dass er selbstsüchtig und falsch war! Allerdings hätte er uns nicht dazu gebracht, unsere Testamente zu ändern, ganz bestimmt nicht!« Sie lächelte Markby an, ein breites, charmantes Lächeln, das ihm plötzlich bewusst machte, was für eine attraktive junge Frau sie einmal gewesen sein musste.
    »Florence und ich können sehr halsstarrig sein, wissen Sie?«
    KAPITEL 14
    INSPECTOR JONATHAN Wood von der Bamforder Polizei war es gelungen, sich für den Rest der Woche mit seiner normalen Arbeit zu beschäftigen, und er war einmal mehr froh über die Tatsache, dass er ein einfacher Hüter des Gesetzes und kein Anwalt war. Jeden Abend kaufte er die Gazette und las die Berichte über die Verhandlung, niedergeschrieben von Stanley Huxtable. Die Verhandlung wurde inzwischen durch Verfahrensfragen immer wieder verzögert, verschlimmert noch durch die Tatsache, dass der Gärtner von Fourways, Watchett, nicht imstande war, die Bedeutung von Hörensagen zu erfassen. Er war schließlich vor Frustration ausfällig geworden und hatte gewaltsam aus dem Zeugenstand entfernt werden müssen. Das war bestimmt nicht gut für die Seite der Anklage gewesen. Polizeiarbeit erschien im Vergleich dazu

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