Nachtflug Zur Hölle
das zum größten Teil für die Special Operations Forces, aber auch für die US-Botschaft in Wilna bestimmt war.
Die zweite Maschine dieser Vierergruppe war ein »Gunship« AC-130U Spectre mit drei nach links schießenden großkalibrigen Waffen: eine 20-mm-Maschinenkanone zur Bekämpfung von Infanterie und leichten Fahrzeugen, eine 40-mm-KK gegen leichte Panzerfahrzeuge und eine große 10,5-cm-Haubitze, die Bunker und schwere Panzer knacken sollte. Gerichtet wurden diese fernbedienten Waffen mit Hilfe von IR-Sensoren, Restlichtverstärkern und Radargeräten mit hoher Auflösung. Die über dem Zielgebiet kreisende Spectre konnte bei jedem Wetter und mit größter Treffsicherheit Tod und Verderben auf den Gegner herabregnen lassen. Außerdem trug sie an Aufhängepunkten unter beiden Flügeln je sechs lasergesteuerte Lenkwaffen Hellfire, die Panzer und andere Ziele aus weit größerer Entfernung als die Kanonen vernichten konnten.
Bei den übrigen Maschinen mit den Rufzeichen Hammer Three und Hammer Four handelte es sich um Kipprotor-Flugzeuge MV-22A SEA HAMMER des Marine Corps. Als Marine-Corps-Version der CV-22 PAVE HAMMER der Air Force sollte die MV-22 den langsam veralteten Transporthubschrauber CH-46 Sea Knight ablösen, der ausgemustert werden würde. Diese beiden Maschinen waren speziell für Tiefstflüge, präzises Absetzen von Soldaten und Material an Fallschirmen, elektronische Störmaßnahmen und Unterdrückung feindlichen Feuers modifiziert worden.
Um die an Bord transportierten Marines wirkungsvoll unterstützen zu können, war eine SEA HAMMER viel schwerer bewaffnet als die CV-22 der Air Force. Außer der 20-mm-Revolverkanone Hughes Chain Gun im linken Waffenbehälter und zwölf Jagdraketen Stinger im rechten Behälter, die durchs Helmvisier des Piloten gerichtet wurden, gehörten zur Bewaffnung jeder MV-22 zwei 7,62-mm-Revolver-MGs Minigun an der rechten Seitentür und in der Mitte der Heckrampe – alles nur im Dienste ihrer Marines.
Die erste MV-22 SEA HAMMER transportierte 18 Marines aus dem 26. Marine Expeditionary Unit, darunter auch Hauptmann Brian Snyder, der das Unternehmen befehligte, seinen Funker und seinen Adjutanten. In Camp Lejeune hatten die besonders für die Erstürmung und Durchsuchung von Gebäuden ausgebildeten Marines über eine Woche lang an einem Gebäude geübt, das dem Zielgebäude im Fisikus-Komplex ähnlich war. Statt Kampfanzug und Springerstiefeln trugen sie schwarze Overalls, eine kugelsichere Körperpanzerung aus Kevlar, leichte, stabile Laufschuhe und die glotzäugigen neuen Kevlarhelme mit abnehmbarer Nachtsichtbrille, herausziehbarer Gasmaske und eingebautem Funkgerät.
Zur Standardbewaffnung dieser Marines gehörten Maschinenpistolen MP5SD mit Infrarotscheinwerfern und Schalldämpfern, und die sonst nirgends mehr verwendeten 11,4-mm-Pistolen Colt Govern-285
ment Model 1911 A1. Vier Marines trugen automatische Granatwerfer Hydra, deren großes Trommelmagazin 20 Spreng- und Splittergranaten enthielt, die durch einfaches Umlegen eines Schalters ausgewählt und verschossen werden konnten. Außerdem waren alle Marines mit Blend- und Splitterhandgranaten sowie CS-Reizgasbehältern ausgerüstet.
Die zweite MV-22 SEA HAMMER transportierte weitere 18 Marines als Sicherungsteam für die Landezone bei diesem Schlag gegen das Fisikus-Institut. Da sie den Auftrag hatten, die Landezone der beiden MV-22 zu sichern, waren ihre Waffen mehr für Dauerfeuer ausgelegt: Sturmgewehre M-16A2, 9-mm-Pistolen Beretta M9, 5,56-mm-Maschinengewehre FN Minimi, Panzerabwehrraketen LAW, von der Schulter abzufeuernde Fla-Raketen Stinger und 40-mm-Granatwerfer M79 und M203.
Unter direkter Aufsicht von Gunnery Sergeant Wohl gehörten Hal Briggs, Patrick McLanahan und John Ormack diesem Zug an. Sie hatten den Auftrag, Dave Luger zu identifizieren, sobald er ins Freie gebracht wurde, und wenn das Gebäude betreten werden konnte, würden sie darin nach Unterlagen über den sowjetischen Stealth-Bomber Fi-170 fahnden, bis das kleine Team sich nicht länger halten konnte und den Rückzug antreten mußte. Außerdem waren die drei Offiziere dafür eingeteilt, zusätzlich Handgranaten und weitere MG-Patronenkästen zu schleppen.
Als Angehörige des Teams, das die Landezone sichern sollte, waren die drei Luftwaffenoffiziere wie Marines bewaffnet. Sie hatten 9-mm-Pistolen am Koppel, und Briggs und McLanahan trugen Sturmgewehre M-16. Da Ormack noch immer nicht mit dem US-Standardgewehr zurechtkam, hatte man
Weitere Kostenlose Bücher