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Nachtflug Zur Hölle

Nachtflug Zur Hölle

Titel: Nachtflug Zur Hölle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dale Brown
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Sie pünktlich kommen konnten. Major Jurgensen …?«
    »Ja, Sir. Sind hier alle Vorbereitungen getroffen?«
    «Wir haben die Nachrichtenzentrale wie von Ihnen gewünscht aufs Dach verlegt«, antwortete Reynolds. »Unsere Marines haben im Erdgeschoß eine Kontrollstelle eingerichtet. Sie werden dafür sorgen, daß die Evakuierung geordnet abläuft.«
    In diesem Augenblick überbrachte Jurgensens Adjutant seinem Chef eine Meldung, »Sir, Manta Three hat einen Defekt«, berichtete er. Manta Three war die CH-53E, die den Treibstoff transportierte.
    »Hydraulikleck.«
    Jurgensen fluchte halblaut. Auch wenn bei jedem Unternehmen Ausfälle einkalkuliert wurden – meistens ein Viertel der eingesetzten Maschinen –, war jeder frustrierend und schien völlig überraschend zu kommen, »Wie lange soll die Reparatur dauern?«
    »Mindestens zwei Stunden.«
    »Scheiße.« Jurgensen wandte sich wieder an den Botschafter.
    »Sind alle abflugbereit?«
    »Ja, Major. Die Marines haben Listen der Leute, die ausgeflogen werden sollen, und hier ist eine Liste von Leuten, die vorerst bleiben.
    Sie ist mit dem Außenministerium abgesprochen.«
    »Wie viele sollen evakuiert werden?«
    »Zweihundertdrei Personen.«
    Jurgensen runzelte die Stirn. »Das sind fast sechzig mehr als angekündigt.«
    »Es haben sich unerwartet viele Zivilisten gemeldet«, antwortete Reynolds. »Nur Frauen und Kinder. Keine Männer.«
    Der Major überlegte kurz. »Wie Sie gehört haben, ist einer unserer vier Hubschrauber defekt«, sagte er dann, »aber wir kommen trotzdem zurecht, wenn alle eng zusammenrücken. Für Gepäck ist allerdings kein Platz. Nicht mal für Rucksäcke. Nur für Menschen.«
    »Das habe ich ihnen schon gesagt«, erklärte ihm Reynolds. »Ich war beim Marine Corps in Vietnam. Ich kenne die Nutzlast der Sea Stallion.«
    »Gut, jede Echo nimmt achtundsechzig Personen mit. Sobald der Nachschub für Sie ausgeladen ist, fangen wir an, die Maschinen zu beladen.« Jurgensen wandte sich an seinen Adjutanten. »Klappt die Rotoren von Manta Three an und schiebt ihn vom Landeplatz, damit die beiden anderen landen können. Los, Beeilung!«
    Nachdem ihre Treibstoffbehälter rasch entladen worden waren, wurde die defekte CH-53E mit Jeeps und einem Lastwagen aus dem Fuhrpark der Botschaft unter einige Bäume geschleppt, um für die anderen Hubschrauber Platz zu machen. Die zweite Super Stallion wurde betankt und hob danach ab, um den Landeplatz zu räumen.
    Wenig später setzte die dritte CH-53E auf, um ihre Marines auszuladen, während die vierte Maschine, die Nachschub brachte, auf dem zweiten Landeplatz entladen wurde, Die zweite CH-53E patrouillierte inzwischen über dem Botschaftsgelände. Bisher waren keine Anzeichen für einen feindlichen Angriff zu entdecken.
    Sobald die Super Stallions betankt waren, wurden sie mit Zivilisten beladen. Erwachsene mußten sich Sitzgurte teilen und ihre Kinder festhalten, und Marines rissen Botschaftsangehörigen, die trotz Reynolds’ Verbot mit Gepäck an Bord zu kommen versuchten, große Handtaschen und Aktenkoffer weg und warfen sie achtlos auf den Rasen. Nachdem die beiden ersten CH-53E gestartet waren, setzte die dritte Maschine auf, wurde betankt, nahm die letzten 67 Amerikaner an Bord und startete wieder. Als die drei Super Stallions nach Südwesten abflogen, achteten ihre Piloten darauf, einen weiten Bogen um das Fisikus-Institut und den Verkehrsflughafen im Süden Wilnas zu machen.
    »Die Super Stallions sind zwischengelandet«, meldete Jurgensens Adjutant.
    »Okay, dann sollen die Sea Cobras kommen«, befahl der Major.
    Der Zwischenlandeplatz der drei CH-53E – eine durch Satellitenaufklärung festgelegte große Lichtung weit nordwestlich der Stadt – wurde am Boden von Special Forces der U.S.Army gesichert. Das Gunship AC-130 würde darüber kreisen, um alle Fahrzeuge abzuschießen, die den Hubschraubern gefährlich werden konnten. Sobald die Sea Cobras betankt waren, würden alle Hubschrauber als geschlossener Verband in Richtung polnische Grenze fliegen.
    Für die praktisch unbewaffneten Transporthubschrauber lag bereits eine Landeerlaubnis der polnischen Regierung vor. Da Polen jedoch keine Überflüge bewaffneter ausländischer Militärmaschinen gestattete, würden die Sea Cobras von dem Gunship Spectre begleitet auf die Ostsee hinausfliegen, wo sie auf der USS Wasp landen würden. Die AC-130 würde nach Wilna zurückfliegen, die Umgebung der US-Botschaft nach etwaigen Angreifern absuchen und danach

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