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Namibia

Namibia

Titel: Namibia Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Livia Pack
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Verhalten.
    Die Elefanten der Kunene Region leben zwischen dem Ugab Rivier und dem Kunene, also in einem sehr großen Gebiet. Über ihre Anzahl gibt es bislang lediglich Schätzungen, da nur sehr wenige der Elefanten markiert oder mittels Sendern aufgespürt werden können. Es wird angenommen, dass bis 1975 ungefähr 300 Elefanten hier lebten. Dann setzte die große Wilderei ein (s. Kasten Save the Rhino Trust), und die Elefanten wurden auf etwa 50 Tiere dezimiert. In Berichten der 90er Jahre wurde wieder von 250–325 Wüstenelefanten gesprochen. Nach Angaben des Ministeriums für Umwelt und Tourismus ergab die letzte Luftzählung im Jahr 2000, dass die Zahl der Elefanten auf 600–700 gestiegen sei. Allerdings ist auch dies nur eine Hochrechnung.
    Die Regierung überlegt, einen Teil der Elefanten ins Ausland umzusiedeln oder gar zum Abschuss freizugeben. In einer Kabinettserklärung im August 2001 hieß es, die Elefantenpopulation nehme in einem Ausmaß zu, dass Konflikte mit der Lokalbevölkerung nicht mehr zu vermeiden seien; die natürlichen Ressourcen würden durch beide überstrapaziert.
    Trophäenjagd auf Elefanten fand in den vergangenen Jahren auf Farmen im Damaraland bereits statt. Im Oktober 2003 wurde der Elefant „Doetab“ im kommunalen Hegegebiet am Huab Rivier von einem Jäger geschossen. Dabei handelte es sich um einen Elefanten mit einem Halsband mit Sender, sein Tod bedeutete einen großen Verlust und Rückschlag für die Naturschützer.
    Laut Elefantenspezialistin Dr. Berti Fox vom Ministerium für Umwelt und Tourismus kann Trophäenjagd nicht der Weg zur Erhaltung der Elefanten sein. Es gibt keine Angaben darüber, wohin die Gelder fließen, wie sie aufgeteilt werden, ob ein Teil der US$7000 (so viel zahlen Jäger für den Abschuss eines Elefanten) wirklich für den Schutz der Elefanten genutzt wird. Da nicht bekannt ist, wie viele Elefanten es überhaupt gibt, kann von einer Überbevölkerung nicht die Rede sein. Es gibt keine Studien darüber, wie viele Elefanten dieses große Gebiet verkraften kann. Es müssen also dringend andere Wege zum Schutz der Wüstenelefanten gefunden werden.
Warmquelle
    Warmquelle ist eine heiße Quelle etwa 25 km südlich von Sesfontein. Zu Beginn des Jahrhunderts „entdeckte“ der Deutsche Carl Schlettwein die Quelle und erwarb das umliegende Land. Der Bau von Fort Sesfontein war bereits geplant, außerdem wurde von der deutschen Kolonialverwaltung über den Ausbau von Möwebucht zu einem Tiefseehafen nachgedacht (ein Plan, der auch heute noch aktuell ist), so dass ein großer Bedarf an Frischwasser, Obst und Gemüse absehbar war.
    Schlettwein schachtete ein Auffangbecken aus, in dem das heiße Wasser der Quelle aufgestaut und vorgekühlt wurde, und errichtete ein 250 m langes Aquädukt, worüber das Wasser zu einem zweiten Abkühlbecken geleitet wurde, bevor es zu den Gemüsebeeten lief. Schlettweinbaute erfolgreich Weizen, Mais, Tabak, Gemüse und Obst an.
    Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Sesfontein als Militärstation aufgegeben, auch die Pläne zum Ausbau von Möwebucht zerschlugen sich. Schlettwein hatte keine Abnehmer mehr für seine Produkte und verließ Warmquelle. Noch heute zeugen die riesigen, inzwischen fast 100 Jahre alten Feigenbäume von den damaligen Bemühungen. Auch Teile des Aquäduktes und das Becken sind noch zu sehen. Ein Teil der Beete wird von den dort lebenden Herero bebaut.
Sesfontein
    Sesfontein
bedeutet übersetzt „sechs Quellen“. Diese Quellen haben schon seit Ewigkeiten Menschen und Tiere angezogen. Bevor die Deutschen hier ankamen, war Sesfontein die Basisstation für die Swartboois (jene Nama, die von Jan Jonker aus dem Rehoboth-Gebiet vertrieben wurden und bis Fransfontein und noch weiter nach Norden zogen). Von hier aus unternahmen sie Raubzüge gegen die Himba.
    1901 ließ Oberstleutnant Franke einen Weg von Outjo nach Sesfontein bauen, um dort per Ochsenkarren das nötige Baumaterial für das geplante Fort transportieren zu können. 1902 entstand ein Stationsgebäude, das bis 1906 als Fort ausgebaut wurde.
    Die hier angesiedelten Soldaten der Schutztruppe mussten sich nach Möglichkeit selbst versorgen, da Windhoek als Versorgungsstation weit weg und schwierig zu erreichen war. Die Soldaten legten Gärten an, pflanzten Dattelpalmen und sogar Weizen. Da mit Beginn des Ersten Weltkrieges die Station aufgegeben werden musste, verwahrlosten die Gärten, und das Fort verfiel. 1995 wurde das inzwischen restaurierte Fort

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