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Neobooks - Hinter verborgenen Pfaden: Der geheime Schlüssel I (German Edition)

Neobooks - Hinter verborgenen Pfaden: Der geheime Schlüssel I (German Edition)

Titel: Neobooks - Hinter verborgenen Pfaden: Der geheime Schlüssel I (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kerstin Hornung
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ab, und du legst die Sachen da vorn ins Heu. Dann gehst du zurück in die Metzgerei, ich komme so bald als möglich nach.«
    »Was hast du …« Den Rest des Satzes konnte sich Hartmut sparen, denn Walter war bereits hinter der nächsten Ecke verschwunden. Der Mauerwirt spürte sein Herz donnern. Unruhig wartete er darauf, Walter an einer der anderen Türen auftauchen zu sehen. Sein Herz blieb beinahe stehen, als der plötzlich locker grinsend zum Haupttor hineinspazierte.
    »Ho Strupp, ich höre du suchst mich?« Man konnte beinahe hören, wie Strupp ein Stein vom Herzen fiel, als er Walter sah. Auch der andere Knecht unterbrach seine Suche und sah Walter erwartungsvoll an. Hartmut huschte leise in den Stall, legte die Taschen ins Heu und verteilte noch ein paar Halme darüber, so dass man sie nicht sofort sehen konnte. Er entfernte sich schnell, tauchte im Schatten unter und beobachtete, wie Walter munter mit Strupp plauderte. Er bewunderte ihn dafür, dass er einfach dastehen und so tun konnte, als sei nichts geschehen.

    Zuerst ging er in die Schenke. Mehr, um sich davon zu überzeugen, dass es noch Dinge in dieser Welt gab, die ihren gewohnten Gang gingen. Durstig trank er seinen halben Krug Bier leer und schlich dann wieder in die Metzgerei. Walter saß bereits im Dunkeln auf dem Hocker und wartete auf ihn. Er wirkte still, fast schon ängstlich.
    »Dosdravan hat einen Boten geschickt«, flüsterte er tonlos. »Er behauptet, der flüchtige Junge hätte etwas Elbisches an sich gehabt. Er wollte Theophil, aber da der zum Glück tot ist, suchen sie jetzt in den Taschen nach Hinweisen.«
    »Welcher Junge?« Hartmut verstand gar nichts.
    »Angeblich wurde Theophil gemeinsam mit einem Jungen im Wald aufgespürt«, erklärte Walter. »Und jetzt sag du mir, wie ich und mein Pferd aus diesem Gemäuer hinauskommen, denn ich möchte gern so bald als möglich diese Bürde«, er deutete auf die Sachen, die immer noch in er Ecke lagen, »dem guten Elomer übertragen. Eine Woche Freibier ist das mindeste, was du mir danach schuldest.«
    »Wenn diese Sache ausgestanden ist, werde ich die Kneipe Tag und Nacht für dich offen lassen«, brummte Hartmut. »Jetzt musst du gehen und dein Pferd holen. Aber gib Acht, dass dich keiner sieht.«
    »Aber Paul bleibt ganz. Ich will auf ihm reiten und ihn nicht als Wurst auf meinem Rücken tragen«, scherzte Walter schwach.
    »Ich bin doch kein Unmensch«, erwiderte Hartmut entrüstet, klopfte Walter auf die Schulter und lachte. Aber es fühlte sich eigentümlich an, dieses Lachen, an einem Tag, der ihm bereits so viel Kummer und Sorge beschert hatte und der ihm jetzt auch noch einen Freund raubte.

    Marita gab sich zwar Mühe, Hartmut in ein Gespräch zu verwickeln, aber der hörte nicht zu und musste oft nachfragen, was sie gesagt hatte. Irgendwann klatschte sie in die Hände und rief: »Los Männer, der Wirt ist müd. Morgen ist auch noch ein Tag. Trinkt aus und geht.« Hartmut war ihr dankbar, vor allem, weil sie auch noch seine kleine Küche und die Theke sauber machte. Als der letzte Mann gegangen war, nahm sie seine Pranke in ihre Hände.
    »Was dich auch bedrückt, Hartmut, wenn du meine Hilfe brauchst, kannst du jederzeit auf mich zählen.« Hartmut nickte und spürte, wie er beim Anblick ihrer klaren Augen rot wurde.
    Sie ließ seine Hand los und griff nach ihrem Umhängetuch, ohne das sie nie auf die Straße ging. »Ich hab dir noch einige Salzkringel in den Korb gelegt«, sie deutete auf die Theke, »du hast ja heut so gut wie nichts davon gegessen.«
    »Danke Marita.«
    Sie winkte ab. »Mach’s gut.« Dann verschwand sie durch die Tür. Hartmut starrte noch eine ganze Weile auf die Stelle, an der sie zuletzt gestanden hatte. Dann schüttelte er sich, griff nach dem Korb und eilte in die Metzgerei.
    Wieder wartete Walter. Sein Pferd war unruhig. Entweder weil es am Schlachtplatz stand oder weil es wusste, dass heute noch große Abenteuer warteten.
    »Ich hab dir noch ein wenig Wegzehrung mitgebracht«, sagte Hartmut und reichte Walter den Korb mit den Salzkringeln.
    »Das ist gut, denn ich habe meiner Mutter nur gesagt, dass ich einen Auftrag in Mendebrun zu erledigen hätte und dass ich bei Tagesanbruch reite, um vor Einbruch der Nacht dort zu sein. Dementsprechend mager ist mein Essensbündel.« Er grinste schief.
    »Sie wird sich Sorgen machen, wenn du länger wegbleibst«, gab Hartmut zu bedenken.
    »Sie würde sich noch mehr Sorgen machen, wenn sie wüsste, dass ich heute

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