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Niemand kennt mich so wie du

Niemand kennt mich so wie du

Titel: Niemand kennt mich so wie du Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anna McPartlin
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abgebrochen bist. Diese Erinnerungen sind unsere Verbindung, wenn wir weit entfernt voneinander sind, und dank dieser Erinnerungen bist du auch jetzt ganz nah bei mir.
    Also gut, ich geb’s zu. Du hattest recht mit Colm. Er hat Montagabend versucht, mich zu küssen. Applaus, Applaus! Ich bin echt sauer. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er für mich nur ein guter Freund ist, und nach dem Gespräch letzte Woche dachte ich echt, er hätte es kapiert. Hat er aber nicht. Im Wald gab es um Mitternacht ein Lagerfeuer, und wir sind von der Arbeit aus zusammen hingelaufen. Als wir durch den Wald gingen, hat er sich auf einmal so komisch benommen. Eben unterhielten wir uns noch ganz normal über irgendwas Lustiges aus dem Restaurant, und dann erzählte er mir auf einmal, dass das mit Declan ein Fehler und ich zu jung wäre, um mich fest zu binden. Unfassbar! Erstens habe ich nie etwas darüber gesagt, mich fest zu binden (so viel weiß ich noch, und ich finde es extrem uncool, etwas anzusprechen, das einem ein völlig betrunkener Mensch erzählt hat, der wiederholt zugegeben hat, unter Gedächtnislücken zu leiden), und zweitens: Seit wann erzählt ein Sechzehnjähriger einer Achtzehnjährigen, wo’s langgeht? Und bitte: Ergreif jetzt ja nicht für ihn Partei. Ich kenne deine Ansichten über das Leben und die Liebe, aber bitte sei du erst mal zwei Jahre mit Ben zusammen, und dann reden wir weiter. Jedenfalls habe ich ihm gesagt, dass ihn das nichts anginge, woraufhin er meinte, dass er sich nur deshalb einmischt, weil er echt auf mich steht, und dann hat er mich geküsst. Ich konnte es nicht fassen! Eben redeten wir noch, und dann steckte plötzlich seine Zunge in meinem Hals. Ich habe ihn weggeschubst und war fuchsteufelswild. Er entschuldigte sich, weil er merkte, dass ich stocksauer war, aber ich hatte echt keine Lust, mir sein Gesabber anzuhören. Er versprach, es nie wieder zu tun, und meinte, er hätte mich nur geküsst, um mir zu zeigen, dass wir gut zusammenpassen würden. Seit ich hier bin, habe ich ihm immer wieder gesagt, dass ich einen festen Freund habe und in ihm nur einen guten Freund sehe. Wie dämlich ist der eigentlich? Ja, ich weiß, du hast es kommen sehen, und du sagst jetzt sicher: Jungs sind eben so. Aber mal ehrlich! Ich bin nett zu ihm, er ist ein guter Freund, ich mag ihn, aber heißt das gleich, dass ich ihm Hoffnungen mache? Denn genau das behauptete er, als wir fast beim Lagerfeuer angekommen waren. Glaubst du das? Er dampfte wütend ab, und ich hatte keine Lust mehr auf die Party, also ging ich alleine nach Hause. Von dem Streit brummte mir der Schädel, ich konnte an nichts anderes denken: was ich hätte sagen sollen und wann die Sache aus dem Ruder gelaufen war. Seitdem spricht er im Grunde nicht mehr mit mir. Im Restaurant ist das ziemlich blöd. Er ist höflich, aber er sieht mich nicht an, und es gibt kein Gelächter und keine Witzeleien mehr. Ellen hat zwar was gemerkt, aber sie hält sich raus, und außerdem dreht sich bei ihr sowieso alles nur noch um Orfeo. Wenn wir frei haben, sind sie meistens in seinem Personalzimmer, und ansonsten herrscht im Restaurant inzwischen so viel Betrieb, dass sie sich als Oberkellnerin die Hacken wund läuft. Tja, wie es scheint, hat sich unsere kleine Clique innerhalb einer Woche in Luft aufgelöst. Es ist schade, und ich bin echt traurig. Ich wünschte, ich wäre zu Hause bei dir und Declan, aber es ist ja nur noch ein Monat. Den schaffe ich auch noch.
    Es gibt aber auch gute Nachrichten: Clooney ist angekommen. Gestern hat er mich im Restaurant besucht. Er ist in Topform und sieht super aus. Er liegt bestimmt den ganzen Tag lang faul vor seinem Zelt, denn er hat inzwischen die Farbe von Dannys altem Mahagonischreibtisch. Seine Freunde Marty und Vince scheinen ganz nett zu sein,   nur die Freundin von Vince, Pauline, ist ein bisschen zickig. Wir haben uns gestern Abend nach der Arbeit auf ein paar Drinks getroffen, und sie hat mich den ganzen Abend mit Blicken erdolcht, weil ich mit den Jungs rumgealbert habe. Sie sieht mich an, als wäre ich Hundekacke an ihrem Schuh. Außerdem haben wir definitiv nicht den gleichen Sinn für Humor. Es ist echt ein super Timing, dass Clooney ausgerechnet jetzt gekommen ist, wo Colm nicht mehr mit mir spricht und Ellen so sehr mit Vögeln beschäftigt ist, dass sie für nichts anderes mehr Zeit hat. Kaum wird ihre Beziehung ernster, lässt sie einfach ihre Freunde fallen.
    Morgen habe ich frei, und Clooney hat

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