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Olympos

Titel: Olympos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dan Simmons
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bestätigen, dass ihr intuitives Gefühl nicht trog. Es war fast, als wüsste Adas ungeborenes Kind, dass Harman noch le b te … irgendwo.
    »Ja«, sagte Hannah.
    »Habt ihr andere Faxknoten-Gemeinschaften gesehen?«, fra g te Loes. »Andere Überlebende?«
    Hannah schüttelte den Kopf. Ada fiel auf, dass die stets ku r zen Haare ihrer jungen Freundin ein Stück gewachsen waren. »Wir sind bei zwei anderen Knoten zwischen Hughes Town und Ardis gelandet«, sagte Hannah. »Knoten mit geringer Ei n wohnerzahl: Live Oak und Hulmanica. Sie waren beide von Voynixen überfa l len worden – es waren nur noch Voynix-Kadaver und menschl i che Gebeine übrig, sonst nichts.«
    »Was meinst du, wie viele Menschen dort gestorben sind?«, fragte Ada leise.
    Hannah zuckte die Achseln und trank ihren Kaffee aus. »Nicht mehr als insgesamt vierzig oder fünfzig«, antwortete sie mit jener Affektlosigkeit, die allen Überlebenden von Ardis zu eigen war. »Kein Vergleich mit der Katastrophe hier.« Hannah blickte sich um. »Mir ist, als würde sich etwas in mein Bewusstsein zu drä n gen versuchen, wie eine schlechte Erinnerung.«
    »Das ist der kleine Setebos«, erklärte Ada. »Er will in unseren Kopf und aus seiner Grube.« Sie betrachtete das Erdloch des W e sens immer als eine Art Höllenschlund.
    »Habt ihr keine Angst, dass seine Mutter – oder sein Vater oder was immer dieses Wesen in Paris-Krater war, das Daeman ges e hen hat – es holen kommen wird?«
    Ada schaute zu Daeman hinüber, der an der Grube stand und sich ernst mit Noman unterhielt. »Der große Setebos ist noch nicht aufgetaucht. Uns macht eher Sorgen, was der kleine tun wird.« Sie schilderte ihnen allen, wie das vielarmige Wesen o f fenbar Energie aus der Erde gesaugt hatte, wo jemand eines schrecklichen Todes gestorben war.
    Hannah fröstelte, obwohl das Sonnenlicht jetzt stärker war. »Mit unserem Scheinwerfer haben wir die Voynixe in den Wäldern g e sehen«, sagte sie leise. »Es waren unzählig viele. Sie standen in endlosen Reihen unter den Bäumen und auf den Kämmen. Die nächsten waren ungefähr drei Kilometer entfernt, glaube ich. Was wollt ihr tun?«
    Ada erzählte ihr von dem Insel-Plan.
    Elian räusperte sich erneut. »Verzeihung – es geht mich nichts an, und ich weiß, dass ich hier kein Mitspracherecht habe, aber mir scheint, auf so einer Felseninsel wärt ihr in einer ähnlichen Lage wie wir in unserem Turm. Die Voynixe würden unablä s sig gegen euch anrennen, und ihr habt weitaus mehr dieser Kreaturen um euch herum. Ihr würdet einer nach dem anderen sterben. Ein Ort wie die Brücke, von der Hannah uns erzählt hat, erscheint mir sinnvoller.«
    Ada nickte. Sie wollte noch nicht über Strategien diskutieren – zu viele der zuhörenden Überlebenden von Ardis, die jetzt in di e sem Kreis saßen, würden für die Insel stimmen. »Du hast sehr wohl ein Mitspracherecht, Elian«, erklärte sie stattdessen. »Das gilt für jeden von euch. Ihr gehört jetzt zu unserer G e meinschaft – jeder Flüchtling, den wir finden, gehört dazu –, und deine Stimme zählt ebenso viel wie meine. Danke für deine Meinung. Wir we r den das alle beim Mittagessen besprechen, und selbst die Wac h posten werden per Stellvertreter absti m men. Ich glaube, ihr solltet vorher noch ein wenig schlafen.«
    Elian, Beman, die blonde Iyayi – die trotz ihrer Schrammen und Lumpen irgendwie nach wie vor schön war –, die kleine, schwei g same Frau namens Susan und der große, bärtige Mann namens Stefe nickten und gingen mit Tom und Siris davon, um irgendwo leeres Bettzeug unter Segeltuchplanen zu finden.
    »Du solltest auch schlafen«, sagte Ada und legte Hannah die Hand auf den Unterarm.
    »Was ist mit deinem Handgelenk passiert, Ada?«
    Ada schaute auf den primitiven Gips und den schmutzigen Ve r band hinunter. »Ich hab ’ s mir während des Kampfes hier gebr o chen. Es ist nichts. Interessant finde ich aber, dass die V o ynixe von der Golden Gate bei Machu Picchu verschwunden sind. Das bringt mich auf den Gedanken, dass wir gegen eine endliche A n zahl dieser Wesen kämpfen … wenn sie sich umgruppieren mü s sen, meine ich.«
    »Eine endliche Anzahl«, pflichtete Hannah ihr bei. »Aber Ody s seus glaubt, dass es über eine Million Voynixe und wen i ger als hunderttausend Menschen gibt.« Sie überlegte eine S e kunde und fügte hinzu: »Hunderttausend vor dem Beginn der Mass a ker.«
    »Hat Noman eine Ahnung, weshalb die Voynixe uns töten?« Ada hielt jetzt

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