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Olympos

Titel: Olympos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dan Simmons
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Jahren, während des Krieges der Olympier gegen die Giganten. Ich heiße H e phaistos … «
    »DU BIST DER VERKRÜPPELTE«, dröhnt Demogorgon.
    »Ja. Wie nett von dir, dass du dich an mich erinnerst. Achilles und ich sind in den Tartaros gekommen, um dich und die Tit a nen – Kronos, Rhea, all die Alten – aufzusuchen und um Hilfe zu bi t ten.«
    »DEMOGORGON HILFT KLEINEN GÖTTERN UND STERBL I CHEN NICHT.«
    »Nein, natürlich nicht.« Hephaistos ’ schnarrende Stimme wird von den Lautsprechern in seinem Anzug um das Hu n dertfache verstärkt. »Scheiße. Achilles, willst du mal übernehmen? Mit di e sem Ding zu reden, ist, als spräche man mit seinem eigenen Arsch.«
    »Kann diese große Masse Nichts mich hören?«, fragt Achilles den kleinen Gott.
    »ICH HÖRE DICH.«
    Achilles starrt zum Himmel hinauf und konzentriert sich auf die brodelnden roten Wolken ein wenig seitlich von dem ko n turlosen, verschleierten Nichtgesicht des Nichtwesens, das über ihm au f ragt. »Wenn du › Gott ‹ sagst, Demogorgon, meinst du dann Zeus?«
    »WENN ICH GOTT SAGE, MEINE ICH GOTT.«
    »Dann musst du Zeus meinen, denn Kronos ’ und Rheas Sohn ruft gerade alle überlebenden Götter auf dem Olympos zusa m men und verkündet, dass er – Zeus – der Gott der Götter sei, der Herr der gesamten Schöpfung, der Gott dieses und aller anderen Universen.«
    »DANN LÜGT EINER VON EUCH BEIDEN, MENSCHE N SOHN. GOTT HERRSCHT. ABER NICHT AUF DEM OLY M POS.«
    »Also hat Zeus alle anderen Götter und Sterblichen ve r sklavt«, sagt Achilles. Seine Stimme schallt aus den Therm o haut-Lautsprechern und hallt von den Hängen des Vulkans und den Schlackebergen wider.
    »IN SKLAVEREI SIND ALLE GEISTER, DIE DEM ÜBEL DI E NEN, UND DU SELBER WEISST, OB ZEUS EIN SOLCHER IST ODER NICHT!«
    »Das weiß ich auch«, sagt Achilles. »Zeus ist ein gieriger u n sterblicher Hurensohn – das soll keine Beleidigung von Rhea sein, falls sie irgendwo da draußen in den Schatten ist und z u hört. Ich glaube, er ist ein Feigling und ein Tyrann. Aber wenn du ihn für Gott hältst, dann wird er auf dem Olympos und im Universum für alle Zeit herrschen.«
    »ICH SPRACH BLOSS, WIE DU SPRICHST – VON ALLEN L E BENDEN IST ZEUS DER HÖCHSTE.«
    »Und wer ist des Sklaven Meister?«, fragt Achilles.
    »Oh, das ist gut«, zischt Hephaistos. »Das ist sehr gut … «
    »Schnauze«, sagt Achilles.
    Der Demogorgon gibt ein Grollen von sich. Es ist so laut, dass Achilles zunächst denkt, der nächste Vulkan wäre gerade ausg e brochen. Dann moduliert sich das Grollen zu Worten.
    »JA, WENN DER ABGRUND SEIN GEHEIMNIS NUR AUSSPE I EN KÖNNTE! – DOCH DIE STIMME FEHLT IHM, UND EWIG BILDLOS BLEIBT DIE TIEFE WAHRHEIT . WAS WÜ R DEST DU ERFAHREN AUCH, HIESS ’ ICH DICH STARREN AUF DIE WELT HIER, DIE SICH DREHT? WAS HÄLF ’ ES DIR, WOLLT ’ ICH NUN SPRECHEN HEISSEN DIE ZEIT, DAS SCHICKSAL, DIE GEL E GENHEIT, DEN ZUFALL UND DEN WECHSEL ALLER DINGE? DENN JENEN SIND SIE ALLE UNTERWORFEN, UND NUR A L LEIN DIE EW ’ GE LIEBE NICHT UND DIE VOLLKOMMENHEIT DES RUHIGEN.«
    »Ganz wie du meinst«, sagt Achilles. »Aber während wir uns hier unterhalten, proklamiert sich Zeus zum Herrn der gesa m ten Schöpfung, und bald wird er verlangen, dass diese gesamte Schöpfung – nicht nur seine kleine Welt am Fuß des Olympos – ihm – und ihm allein – ihre Reverenz erweist. Adieu, Demogo r gon.«
    Achilles wendet sich zum Gehen, packt den stotternden Gott der Handwerkskunst an seinem Metallkugelarm und zieht ihn herum, weg von der ungeformten Masse, die über ihnen au f ragt.
    »HALT! … ACHILLES, FALSCHER PELEUSSOHN, WAHRER SOHN DES ZEUS, MÖCHTEGERN-URHEBER VON GÖTTER- UND VATERMORD. WARTE.«
    Achilles bleibt stehen, dreht sich um und wartet zusammen mit Hephaistos. Die Okeaniden hocken geduckt da und halten sich die Hände über den Kopf, als würde heiße Asche hera b regnen.
    »ICH WERDE DIE TITANEN AUS IHREN SPALTEN UND HÖHLEN HOLEN, SIE AUS DEN ECKEN UND WINKELN SCHEUCHEN, IN DENEN SIE SICH VERBERGEN. ICH WERDE DEN UNSTERBLICHEN STUNDEN BEFEHLEN, SIE ZU MIR ZU BRINGEN.«
    Mit einem Geräusch, das all die anderen unerträglichen Gerä u sche in den Schatten stellt, spalten sich die Felsen um den Thron des Demogorgon in der purpurnen Nacht, die Lavaglut wird ti e fer und weiter, ein Regenbogen aus unmöglichen Fa r ben wölbt sich durch des Tartaros Düsternis, und Streitwagen von der Größe von Bergen erscheinen aus dem Nichts, gezogen von gigantischen Rössern, die

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