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Opferlämmer

Opferlämmer

Titel: Opferlämmer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jeffery Deaver
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Hockeyschläger aus Fiberglas, für die Arbeit an Strom führenden Leitungen.
    »Ich bin nur noch am Leben, weil er mich benutzen wollte, um andere Leute zu töten, nicht wahr?«, fragte Barzan leise. »Er wollte Sie davon abhalten, ihn zu verfolgen.«
    »Das stimmt.«
    »Dieser Scheißkerl. Und dann ist er auch noch einer von uns. Techniker und Störungssucher halten zusammen. Wissen Sie, wir sind eine verschworene Gemeinschaft. Das müssen wir sein. Elektrizität ist so gefährlich.« Galts Treulosigkeit machte ihn wütend.

    Sachs sicherte mit einem Kleberoller etwaige Partikel von Barzans Händen, Armen und Beinen. Dann nickte sie den Sanitätern zu. »Sie können ihn jetzt mitnehmen.« Sie bat Barzan, er möge sie anrufen, falls ihm noch etwas einfiele, und gab ihm eine Visitenkarte. Einer der Sanitäter funkte seine Kollegen an und teilte ihnen mit, der Tatort sei nun freigegeben und sie könnten eine Trage nach unten bringen, um den Arbeiter abzuholen. Barzan lehnte sich wieder gegen die Tunnelwand und schloss die Augen.
    Sachs setzte sich mit Nancy Simpson in Verbindung und erzählte ihr, was geschehen war. »Die ESU soll im Umkreis von einem Kilometer die Wartungsschächte der Algonquin durchsuchen. Und die U-Bahn-Tunnel.«
    »Ich gebe es weiter. Moment.« Gleich darauf meldete Simpson sich zurück. »Sie sind unterwegs.«
    »Was ist mit unserem Zeugen aus dem Hotel?«
    »Wir haben ihn noch nicht gefunden.«
    Sachs’ Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt. Ihr fiel etwas auf. »Nancy, ich melde mich gleich wieder. Ich muss was nachprüfen.« Sie ging in die Richtung, die Galt wahrscheinlich eingeschlagen hatte.
    Nach knapp zehn Metern stieß sie auf eine kleine Nische mit einem Laufrost, in der hinter einem Rohr ein dunkelblauer Algonquin-Overall, ein Schutzhelm und eine Werkzeugtasche klemmten. Der leuchtend gelbe Helm war es, der ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Da Galt mittlerweile wusste, dass nach ihm gefahndet wurde, hatte er die auffällige Kleidung und die Tasche hier zurückgelassen.
    Amelia ließ Bo Haumann und der ESU durch Simpson ausrichten, dass Galt sich umgezogen hatte. Dann streifte sie Latexhandschuhe über und wollte die Gegenstände aus der Nische hervorholen.
    Im letzten Moment hielt sie inne.

    Dabei dürfen Sie eines nicht vergessen: Auch wenn Sie glauben , Sie befänden sich nicht in unmittelbarer Gefahr – dieser Eindruck könnte trügen.
    Sommers’ Worte kamen ihr in den Sinn. Sie nahm den Stromdetektor und richtete ihn auf das Metall.
    Die Skala füllte sich ein Stück: 603 Volt.
    Sachs erschrak und schloss die Augen. Ihre Knie wurden weich. Dann sah sie genauer hin und entdeckte einen Draht. Er verlief von dem Laufrost zu dem Rohr, hinter dem die Sachen verstaut waren. Um an die Gegenstände zu gelangen, musste sie das Rohr berühren. Der Strom hier war eigentlich abgeschaltet, aber vielleicht kam es zu einer Insel oder Rückkopplung – sofern sie sich korrekt an Sommers’ Erläuterungen erinnerte.
    Welche Amperezahl ist nötig, um Sie zu töten?
    Ein Zehntel eines Ampere.
    Sie kehrte zu Barzan zurück, der ihr benommen entgegenblickte. Sein bandagierter Kopf lehnte weiterhin an der Tunnelwand.
    »Ich brauche Ihre Hilfe. Ich möchte dahinten einige Spuren sichern, aber eine der Leitungen steht immer noch unter Strom.«
    »Welche Leitung?«
    »Die da oben. Sechshundert Volt. Er hat sie mit einem Rohr verbunden.«
    »Sechshundert? Das ist Gleichstrom, eine Rückkopplung von der Stromschiene der U-Bahn. Sie können meinen Werkzeughalter benutzen. Da drüben liegt er.« Er zeigte darauf. »Und meine Handschuhe. Am besten wäre es, das Rohr mit einem anderen Draht zu erden. Wissen Sie, wie man das macht?«
    »Nein.«
    »Ich kann das im Moment nicht für Sie übernehmen. Tut mir leid.«
    »Schon in Ordnung. Zeigen Sie mir, wie man den Werkzeughalter
verwendet.« Sie streifte Barzans Handschuhe über die Latexhandschuhe und nahm den Stab aus Fiberglas, der an einem Ende eine Art Greifklaue mit Gummiüberzug hatte. Das flößte ihr zumindest ein wenig Vertrauen ein.
    »Stellen Sie sich auf die Gummimatte, und ziehen Sie die Sachen eine nach der anderen heraus. Es wird Ihnen nichts passieren … Zur Sicherheit benutzen Sie nur eine Hand. Die rechte.«
    Weil sie etwas weiter vom Herzen entfernt ist…
    Welches ihr heftig bis zum Hals schlug, als sie sich der Nische näherte, die Teflonmatten auslegte und vorsichtig anfing, die Beweisstücke zu bergen.
    Und abermals sah sie den

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