Paladin Project. Renn um dein Leben (German Edition)
Herzog
Salomon der König
Turpin der Erzbischof
Astolpho aus dem Westen
Ogier der Däne
Malagigi der Zauberer
Padraig de Mort
Florismart der Freund
Ganelon der Handwerker
Guerin de Montglave
»Der Gehörnte«
Die drei sahen sich an.
»Die Ritter …«, überlegte Will. »Sagt euch einer dieser Namen was?«
»Nein«, antwortete Nick. »Aber ich hab auch kein Telefonbuch aus dem vierzehnten Jahrhundert.«
»Irgendeine Vermutung?«
»Die französische Fußballnationalmannschaft?«, scherzte Ajay.
»Die zwölf Musketiere?«, meinte Nick.
»Okay, okay«, beschwichtigte Will.
»Zwölf Hüte, zwölf Masken, aber dreizehn Namen auf der Liste«, stellte Ajay fest.
»Und, was ist damit?«, fragte Nick
»Ich vermute, dass zu jedem Namen eine Kopfbedeckung und eine Maske gehören. Bis auf den letzten in Anführungszeichen, der ist eher eine Beschreibung als ein Name.«
»›Der Gehörnte‹«, wiederholte Will.
»Lasst uns das ganze Zeug mitnehmen und uns später das Hirn darüber zermartern«, schlug Nick vor. Dann gähnte er und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Ich muss wirklich pennen.«
»Nein«, widersprach Will. »Wir sollten alles wieder genauso hinlegen, wie wir es vorgefunden haben. Vorher will ich aber Fotos machen.«
»Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich an jedes einzelne Detail erinnern kann, Will«, warf Ajay ein.
»Ich weiß. Aber vielleicht müssen wir die Fotos jemand anderem zeigen.«
Ajay und Nick legten die Masken und Kopfbedeckungen auf den Boden.
Will holte sein Handy hervor und aktivierte die Kamera. »Können wir für etwas mehr Licht hier drinnen sorgen?«
Nick betätigte noch ein paar Schalter bei der Tür. In der Umkleide gingen keine weiteren Lichter an, dafür aber draußen im Gang. Entschlossen marschierte Nick hinaus und schaute sich nach zusätzlichen Schaltern um. Gleichzeitig machte Will Aufnahmen von den Hüten und Masken und beugte sich weit vor, um den Briefkopf mit dem Emblem und der Namensliste zu fotografieren.
»Die Leute, die du gesehen hast, trugen also sowohl Hüte als auch Masken?«, erkundigte Ajay sich.
Will nickte. »Das würde auch erklären, warum sie so lange gebraucht haben, um meine Verfolgung aufzunehmen: Sie mussten das alles zuerst wegräumen.«
Im nächsten Moment wich Nick langsam in die Umkleide zurück. Er war kreidebleich. »Ich will euch ja nicht die Laune verderben, aber ich fürchte, wir müssen einen anderen Weg hier raus finden.«
»Warum?«, fragte Will, während er das letzte Foto machte.
»Böser Bube am anderen Ende des Ganges. Hat ein mordsmäßiges Messer …«
»Was?!«
»… und ein mittelgroßes Beil«, fuhr Nick fort.
»Bist du high oder was?«, wunderte Ajay sich.
Die beiden steckten den Kopf hinaus in den Gang. Eine lange Reihe einzelner nackter Glühbirnen leuchtete von der Decke und warf eine Reihe kleiner Lichtkegel auf den Boden. Im letzten Lichtschein, am anderen Ende des Korridors, stand eine einsame Gestalt: ein großer Mann, in einen schwarzen Umhang gehüllt, mit einem Eisenhelm auf dem Kopf. Er schaute genau in diesem Moment auf, schien die drei zu sehen und zog etwas aus seinem Gürtel – ein Kurzschwert, das im Lichtschein funkelte. Dann kam er auf sie zu und wurde schneller, während er von einem Lichtkegel zum nächsten lief. Ein durchdringender, blutrünstiger Schrei hallte durch den Korridor.
»Gott sei Dank war ich schon pinkeln«, sagte Ajay.
Will riss die beiden zurück in die Umkleide und drückte die Tür zu. »Sucht nach einem anderen Ausgang«, schrie er sie an.
Sofort sahen Nick und Ajay sich fieberhaft im Raum und in der angrenzenden Toilette um. Will verriegelte die Tür und rüttelte daran, um sicherzugehen, dass sie auch verschlossen war.
Nr. 15: SEI SCHNELL, ABER HETZE NICHT.
»Irgendeine Möglichkeit in der Toilette?«, rief Will.
»Nein, außer wir spülen uns selbst runter«, erwiderte Ajay.
»Du würdest vielleicht reinpassen«, bemerkte Nick. »Dann könntest du Hilfe holen.«
Will sah sich die Spinde genauer an. Sie waren in Gruppen von jeweils drei zusammengeschweißt und vor die Wand geschoben. Er ging auf die Knie und entdeckte, dass bei der mittleren Gruppe die kleine Holzplatte fehlte, die bei den anderen bis zum Boden reichte.
»Helft mir mal«, bat Will. »Schnell!«
Die beiden rannten zu ihm, während auf der anderen Seite der Tür ein schauerliches Gebrüll ertönte. Will riss die Schranktüren der mittleren Schränke auf und stellte fest, dass sie
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