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Pfad der Schatten reiter4

Pfad der Schatten reiter4

Titel: Pfad der Schatten reiter4 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: britain
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Entbehrung. Denkt nur daran, welche gute Werbung es für mein Gestüt sein wird, wenn der König Sacoridiens eines meiner Fohlen reitet. Und nun zu Lady Estora.« Er lächelte Lady Estora an. »Einer meiner Stallburschen ist mit einer einjährigen weißen Stute unterwegs nach Sacor-Stadt; sie ist eins der ersten Fohlen von meinem Goss. Sie wird ein großartiges Jagd-und Freizeitpferd abgeben. Soweit ich mich erinnere, entschlief Eure alte Stute in Teligmar.« Das war eine höfliche Wendung, um auszudrücken, dass sie zu Tode geritten worden war.
    Lady Estora nickte, die Augen voller Tränen und die Hände zusammengefaltet. »Ich habe Falan sehr vermisst. Habt Dank.«

    »Gern geschehen, aber das ist noch nicht alles.« Er nahm ein Samtsäckchen aus der Tasche seines Frackmantels und reichte es Lady Estora.
    »Was ist das?«, fragte sie.
    »Seht nach.«
    Sie zog eine feine Goldkette heraus, mit einem Anhänger, in den ein leuchtender goldener Edelstein in Sonnengestalt eingefasst war. Ringsum war Gold eingearbeitet, um die Sonnenstrahlen darzustellen. Sie legte sich eine Hand auf die Brust, als bliebe ihr buchstäblich der Atem weg. Zacharias hob die Augenbrauen.
    »Ein Goldsaphir«, sagte Amberhill. Er hatte gedacht, dass der Stein gut zu ihrem goldenen Haar passen würde, und er hatte recht gehabt.
    »Das ist … das ist zu viel«, sagte Lady Estora.
    »Unsinn. Als ich das Stück sah, wusste ich, dass es für Euch bestimmt war.« Er erzählte ihr nicht, dass er es zum ersten Mal in den Gedärmen einer Piratenleiche gesehen hatte. Sein Juwelier hatte geschaudert, als Amberhill es ihm zum Säubern gebracht hatte, aber dann hatte der Mann hervorragende Arbeit geleistet und sogar den Verschluss an der Kette repariert. Auch hatte er keine Fragen gestellt.
    »Wo habt Ihr dieses Stück gefunden?«, fragte Zacharias. Klang seine Stimme ein wenig misstrauisch? Oder, noch besser, etwas eifersüchtig?
    Amberhill lächelte halb. »Von demselben Händler, von dem mein Ring stammt. Er hat ein gutes Auge für Antiquitäten, und ich ebenfalls.« Wie bei so vielen Stücken, die er aufspürte, fragte er sich, wem die Halskette ursprünglich gehört hatte. War sie so schön und liebenswürdig wie Lady Estora gewesen? Oder war sie böse und grausam? Als er die Kette nun auf Lady Estoras Handfläche betrachtete, schien ihm, dass sie nur für sie gemacht worden war.

    »Wollt Ihr sie mir anlegen?«, fragte Lady Estora.
    »Nein, meine Dame«, antwortete Amberhill. »Das ist die Pflicht meines Vetters.«
    Vor Überraschung brauchte Zacharias einen Moment, bevor er aufstand, sich vor der Dame verbeugte und die Kette nahm, um sie ihr um den Hals zu legen.
    Amberhill hatte gut gewählt. Die Kette lag elegant um ihren Hals, und der Anhänger hing dicht über ihrem Ausschnitt. Die Facetten des Saphirs funkelten und loderten mit goldenen Flammen.
    »Ah«, sagte er. »Ihr seid Aeryon, auf die Erde herabgestiegen, um unter uns Sterblichen zu wandeln.« Die Leuchtkraft des Edelsteins betonte ihr natürliches Leuchten noch mehr und war so groß, dass er unwillkürlich dachte, die Sonnengöttin weilte tatsächlich mit ihnen im Salon. Mit Sicherheit war die Göttin Lady Estora wohlgesinnt.
    »Ihr übertreibt«, sagte sie lachend.
    »Nein, meine Dame«, sagte Zacharias mit einem unsicheren Lächeln, »er übertreibt keineswegs. Doch das wusste ich schon, bevor ich Euch die Halskette umlegte.«
    Auf seine Bemerkung folgte Schweigen. Lady Estora war offensichtlich völlig verblüfft, diese Worte zu hören, und Zacharias schien gleichermaßen erstaunt, sie geäußert zu haben. Amberhill applaudierte seinem Vetter innerlich. Komisch, was ein nettes Schmuckstück alles bewirken konnte.
    »Nun, fürchte ich, muss ich mich verabschieden.« Er stand auf, verbeugte sich und küsste Lady Estora die Hand. Er bewunderte den Anhänger aus unmittelbarer Nähe, als seine Augen über ihre Brüste schweiften.
    »Seid Ihr sicher, dass Ihr uns jetzt schon verlassen müsst?«, fragte Lady Estora. »Ich plane einen Ball, einen Maskenball, und wir wären glücklich, wenn Ihr dabei sein könntet.«
    »Ich hoffe, so bald wie möglich aufzubrechen, aber ich
werde sehen, was sich wegen des Maskenballs tun lässt. Allerdings kann ich nichts versprechen.«
    Es gab nichts weiter zu sagen, also wünschte ihm das Paar eine glückliche und erfolgreiche Reise, und er wünschte ihnen eine glückliche und erfolgreiche Ehe. Er hatte keine Ahnung, was ihn im Osten erwartete, er wusste

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