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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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Drahtstück.
    Bevor Kommissar X eintrat, zog er einen 38er Revolver unter dem Jackett hervor, den er ersatzweise bei sich trug. Auf seine Automatic mußte er wohl noch eine ganze Weile warten, denn Hayes würde es mit der Untersuchung der Waffe wohl kaum besonders eilig haben.
    Aber ohne Waffe die Wohnung von Bill O'Mara zu betreten, das wäre unter Umständen glatter Selbstmord gewesen. Wie leicht der Kerl zur Waffe griff, hatte er ja bereits unter Beweis gestellt.
    Die Wohnung bestand aus zwei Räumen, Küche und Bad. Und was Jo auf den ersten Blick mitbekam, sah nicht danach aus, als wäre hier jemand überstürzt abgereist.
    Der Privatdetektiv sah sich ein bißchen im Wohnzimmer um. Aber er fand nichts, wovon er glaubte, daß es ihn weiterbringen konnte. Immerhin wirkte das Bett im Schlafzimmer benutzt und im Bad war noch seine Zahnbürste. Vielleicht war O'Mara nur kurz weg.
    Jo setzte sich in einen der Sessel im Wohnzimmer und wartete. Ein Foto fiel ihm dabei auf, daß O'Mara in einen Rahmen getan hatte. Es zeigte ihn zusammen mit einer sehr hübschen, dunkelhaarigen Frau, deren Gesicht Jo schon einmal gesehen zu haben glaubte. Im Moment hatte er allerdings keine Ahnung, wo das gewesen war.
    Ungefähr eine Dreiviertelstunde dauerte es, dann tat sich etwas an der Tür. Jemand kam in großer Eile herein und durchquerte den Flur mit wenigen Schritten. Er rannte ins Schlafzimmer und schien dort ein paar Sachen zusammenzusuchen. Jedenfalls stand er einen Moment später mit einer halboffenen Reisetasche in der Wohnzimmertür.
    Es war O'Mara.
    Als Jo erblickte, erstarrte er von einer Sekunde zu nächsten zu einer Art Salzsäule. Der Anblick der Mündung des 38er Revolvers in Walkers rechter Hand schien ihn völlig zu lähmen.
    "Die Tasche fallen lassen und an die Wand!" befahl Jo.
    Eine Sekunde lang nur schien O'Mara mit dem Gedanken zu spielen, seine eigene Waffe herauszureißen. Aber schien einzusehen, daß er keine Chance hatte. Die Tasche plumpste auf den Boden. Er drehte sich und stellte sich an die Wand.
    "Was soll das?" murmelte, während Jo von hinten an ihn heran trat. "Warum knallen Sie mich nicht einfach ab? Sie haben es doch gestern schon mal versucht!"
    "Ich will Sie nicht abknallen!" erwiderte Jo kühl. "Es sei denn, Sie zwingen mich dazu!"
    O'Mara blickte etwas verwirrt drein.
    "Was wollen Sie dann?"
    "Erst einmal Ihre Waffe!"
    Jo zog sie ihm aus dem Hosenbund heraus.
    "Und was jetzt?" knurrte O'Mara.
    "Drehen Sie sich um und setzen Sie sich in den Sessel da vorne!"
    Er gehorchte und blickte Jo dabei giftig an. Als er saß, mußte der Rotschopf unwillkürlich schlucken. Der Mann hatte Angst. Vor all Dingen wohl deshalb, weil er Walker noch immer für einen Killer der Konkurrenz hielt.
    Wahrscheinlich konnte Jo in dieser Beziehung sagen, was er wollte. O'Mara würde es kaum glauben.
    "Bringen Sie's schon hinter sich! Bei Parker waren Sie auch nicht so zimperlich!"
    "Ich habe Ihren Boß nicht umgebracht!" stellte Kommissar X sachlich fest, ohne daß das auf sein Gegenüber großen Eindruck machte.
    O'Mara lachte heiser. "Nein, du vielleicht nicht persönlich... Aber du warst dabei!"
    "Mein Name ist Jo Walker! Ich bin Privatdetektiv. Mit den Leuten, mit denen Sie sich ansonsten Schießereien liefern, habe ich nichts zu tun!"
    Der Rothaarige runzelte die Stirn. "Ich verstehe nicht..."
    "Sie heißen Bill O'Mara..."
    "Na, und?"
    Jo holte ein ausgeschnittenes Zeitungsfoto aus der Jackentasche und hielt es O'Mara hin. "Kennen Sie den Mann?"
    "Nie gesehen!"
    "Sie haben überhaupt nicht hingeschaut!"
    Jetzt schaute er hin. Und er verlor en letzten Rest an Gesichtsfarbe. Er atmete tief durch und meinte dann: "Was soll das ganze eigentlich?"
    "Der Mann hieß Walt Brannigan - aber ich nehme an, daß Sie das wissen."
    "Sie irren sich!"
    "Jemand hat Sie gesehen, als sie Ihn zusammen mit einem Komplizen in Empfang genommen haben. Er wolle in seinen Ferrari steigen, aber Sie haben dafür gesorgt, daß er vorher noch eine Spritze bekam! Es sollte wie ein Unfall aussehen..."
    Er schluckte und gestikulierte mit den Händen. Er wollte schon aufspringen, aber Jo hielt ihm den Lauf des 38er unter die Nase und das beruhigte ihn wieder.
    O'Mara grinste schwach. "Warum sollte ich so etwas tun?" fragte er. "Wie gesagt, ich kenne diesen Mann überhaupt nicht!"
    "Sie haben ihn vor acht Jahren überfallen."
    "Das ist nicht wahr!"
    "Zusammen mit einem Komplizen!"
    "Sie erzählen hier nur irgendetwas!" O'Mara schnappte nach Luft. Die

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