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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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umgebracht."
    "Das stimmt nicht! Ich..."
    "Dem Gericht konnten Sie etwas vormachen, Gonella. Sie konnten Zeugen kaufen und sich Anwälte besorgen, die den Geschworenen das Hirn einnebelten. Aber mich können Sie nicht täuschen! Bei mir kommen Sie weder wegen Formfehlern noch wegen mangelnden Beweisen davon!"
    Gonella atmete tief durch und schien verzweifelt. Vielleicht verfluchte er in diesem Moment die Tatsache, daß in einem engen Sportwagen eben kein Platz war, um eine Horde von Leibwächtern spazieren fahren zu können.
    "Die Gerichtsverhandlung ist zu Ende!" sagte Gonella. "Ich bin freigesprochen worden. Nehmen Sie das zur Kenntnis! Wenn Sie die Sache wieder aufrollen möchten, wenden Sie sich gefälligst an den Staatsanwalt! Aber Ihresgleichen kann wohl nicht verlieren!"
    "So ist es. Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, daß jemand wie Sie frei herumlaufen kann."
    "Vergessen Sie's. Ist besser so!"
    Gonellas letzte Bemerkung war eine unverhohlene Drohung und der Killer dachte: Es gehört schon eine ziemliche Unverfrorenheit dazu, noch im Angesicht eines 38er zu drohen.
    Aber bei einem Kerl, der der Staatsanwaltschaft von New York von der Schippe springen konnte war das vielleicht gar nicht so furchtbar ungewöhnlich.
    "Sie haben Jack Calderwood getötet!" erklärte der Killer im Brustton der Überzeugung. "Dem Gericht reichten die Beweise nicht, aber ich spreche Sie schuldig, Gonella!"
    Es machte 'klick!' als der Hahn des Revolvers gespannt wurde.
    "Hören Sie! Machen Sie keine Dummheiten..." schnatterte Gonella. "Wir können uns bestimmt einigen..."
    Gonella wich ein paar Schritte zurück, sein Gegenüber hob die Waffe und zielte. Der Mann in Uniform war ein guter Schütze.
    Gonella stierte seinen Mörder fassungslos an und für eine Sekunde oder etwas mehr geschah überhaupt nichts.
    Der Killer wußte, daß sein Opfer in der rechten Manteltasche eine kleine, zierliche Schußwaffe versteckt hatte, deren Griff vergoldet war und die fast wie ein Spielzeug wirkte.
    Und so war er auch nicht sonderlich überrascht, als Gonella einen letzten, verzweifelten Versuch unternahm, sein Leben doch noch zu retten.
    Mit einer schnellen Bewegung riß dieser die Rechte abwärts und griff in die Tasche. Aber die Hand war noch nicht einmal zur Hälfte in den Kamelhaaren des Mantels verschwunden, da krachte bereits der 38er Polizeirevolver.
    Ein Ruck ging durch Gonellas Körper. Er wurde nach hinten gerissen und taumelte, während sich mitten auf seiner Stirn ein roter Punkt bildete, der immer größer zu werden schien.
    Gonella taumelte rückwärts, aber noch bevor er schwer auf das Plaster schlug, hatte der Mann in der Polizeiuniform zwei weitere Schüsse abgegeben.

    *

    Captain Tom Rowland vom Morddezernat Manhattan C/II fröstelte - aber das lag nicht so sehr an der Leiche, die zu seinen Füßen auf dem Pflaster lag, sondern daran, daß er seinen Mantel nicht schließen konnte.
    Er hatte es versucht, aber das Ergebnis war, daß ihm jetzt auch noch ein Knopf fehlte und seine Kollegen nach Feierabend etwas hatten, worüber sie sich herzhaft amüsieren würden. Die Geschichte würde ihre Runde durch alle Abteilungen der New Yorker Polizei machen, darauf konnte man Gift nehmen.
    Die Arbeit im Morddezernat war ja ansonsten nicht gerade dafür bekannt, besonders lustig zu sein.
    Tom Rowland war ein massiger Koloß von gewaltigen Ausmaßen, was dazu führte, daß sein Auftreten recht ungeschickt und plump wirkte. Schon so mancher hatte sich allerdings dadurch täuschen lassen. Rowland war nämlich alles andere als ein Trottel.
    Er war ein Spitzenmann seines Fachs!
    "Ich kenne das Gesicht", murmelte Rowland halb zu dem Mann an seiner Seite, halb zu sich selbst gewandt. "Arnie Gonella. Drogendealer, Zuhälter..."
    "...und Polizistenmörder!" rief Greene von der Spurensicherung grimmig dazwischen, als er sich über den Toten beugte und von seinen Kollegen dabei angestarrt wurde, als wäre er ein Schamane, der gerade eine heilige Handlung vollzog.
    "Ich habe davon gehört", knurrte Browne, ein hochaufgeschossener Lockenkopf. "Der verfluchte Hund wurde freigesprochen!"
    "Von Toten soll man nicht schlecht sprechen!" ächzte Greene ironisch.
    "Von diesem schon!" knurrte Browne und verzog das Gesicht. "Gonella war ein Schwein, daran ändert auch kein Gerichtsurteil etwas!"
    "Es konnte nie bewiesen werden, daß Gonella den Polizisten getötet hat", stellte Tom Rowland fest.
    "Selbst wenn nicht", gab Browne unbeeindruckt zurück.

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