Privatdetektive (16 Romane in einem Band)
wie abgeschlossen!" brachte sie irritiert heraus.
Jo nickte.
"Das dachte ich auch, aber irgend etwas stimmt an der ganzen Sache nicht."
"Da bin ich aber gespannt!"
"In Martha Randinos Wohnung wurde eine Krawattennadel gefunden", berichtete Jo. "Und es spricht einiges dafür, daß der Täter sie beim Kampf mit ihr verloren hat."
"Na und?"
"Ich habe Cole Marvin ja getroffen, nachdem er Martha Randino verlassen hatte. Marvin hatte Zeit genug, die Frau umzubringen. So etwas kann sehr schnell gehen. Aber er trug an diesem Abend keine Krawatte, da bin ich mir sicher!"
April zuckte mit den Schultern.
"Vielleicht hatte diese Martha noch andere Besucher. Vielleicht gehörte sie dem, der sie ausgehalten hat."
Jo lachte kurz auf.
"Gonella?"
"Warum nicht!"
"Nein, das halte ich für ausgeschlossen. Diese Nadel wäre nicht der Stil eines solchen Mannes gewesen. Da war so ein Emblem..." Jo zuckte mit den Schultern. "Wahrscheinlich ist der Fall tatsächlich gelöst und ich täusche mich!" murmelte er dann.
Cole Marvin paßte einfach zu gut in das Bild hinein, daß sie sich von dem Killer-Cop gemacht hatten.
*
"Freispruch!" klingelte es in Rick Harrimans Ohren und dann nahm er noch - fast wie Traum - wahr, wie der Hammer des Richters niederfuhr und die Verhandlung beendete.
"Gratuliere, Mister Harriman!" Sein Anwalt schüttelte ihm die Hand und gratulierte sich eigentlich selbst damit. Er strahlte jedenfalls von einem Ohr zum anderen. "Ich hätte nicht gedacht, daß ich Sie so schadlos aus dieser Sache herausbringen würde!" setzte er noch hinzu.
"Ich danke Ihnen!" sagte Harriman, der es selbst noch kaum glauben konnte.
Harriman war Steuerprüfer. Aber so brav und bieder das auch klang, er hatte sich hier wegen Vergewaltigung und Mord zu verantworten gehabt. Er sollte ein junges Mädchen nahe dem Central Park umgebracht haben.
Doch man hatte ihn freigesprochen. Es gab Indizien, aber keine Beweise. Jedenfalls nicht in dem Maße, daß es keine Zweifel mehr gab - und so war den Geschworenen nichts anderes übrig geblieben, als für Freispruch zu stimmen.
Harriman sah das mißmutige Gesicht des Staatsanwaltes und zuckte mit den Schultern.
"Sie sind ein freier Mann, Harriman!" sagte einer der Beamten, die ihn zuvor im Gewahrsam gehabt hatten.
Harrimans Blick ging über die Zuschauer. In Ihren Gesichtern sah er Haß und Empörung. Manche stießen Verwünschungen aus und nannten das Urteil einen Skandal.
"Besser, Sie gehen durch den Hintereingang!" meinte dann der andere Officer. "Kommen Sie!"
Die Leute waren wirklich wütend. Fäuste wurden geballt. Ein Mann übersprang die Barriere und konnte nur mühsam von Ordnern zurückgehalten werden.
Harriman hatte jetzt wirklich Angst.
Er folgte dem ungeduldigen Officer.
Es ging in schnellem Schritt durch ein paar Flure. Als sie dann die Hintertür passierten, befand sich dort ebenfalls ein Uniformierter.
Er trug eine dunkle Brille mit großen Gläsern und schien auf etwas zu warten.
"Ist die Meute schon hierher unterwegs?" fragte der Polizist, der Harriman begleitet hatte, etwas außer Atem. Der Bebrillte schüttelte den Kopf.
"Die werden noch etwas brauchen, bis sie auf Mister Harriman schießen", sagte er kühl.
"Schießen?" wiederholte der andere.
"Photos schießen meine ich."
"Ach so. Aber einige sahen sehr wütend aus."
Dann sagte der Bebrillte in großer Bestimmtheit: "Ich soll ihn begleiten! Anordnung vom Gericht. Er soll ja nicht gelyncht werden!"
"Davon wußte ich nichts!"
Der Bebrillte zuckte mit den Schultern.
"So ist das hier, niemand informiert einen richtig. Willst du die das entsprechende Papier sehen?"
Stimmen und Geräusche waren zu hören und kamen näher.
"Vergiß es! Jetzt muß es schnell gehen!"
"Meine ich auch!"
"Brauchst du Hilfe, Kollege?"
Der Bebrillte grinste und dabei zeigte sich ein blinkender Goldzahn.
Dann schüttelte er den Kopf.
"Nein, ich komme schon zurecht!"
Der Uniformträger nahm Harriman zu einem auf dem Hof geparkten Ford mit. Es war kein Streifenwagen, sondern ein Zivilfahrzeug.
"Der sieht aber nicht wie ein Polizeiwagen aus!" mokierte sich Harriman, während die Meute aus Pressefotographen und aufgebrachten Bürgern bereits um die Ecke kam.
"Wollen Sie sich noch lange nach einer besseren Kutsche umsehen?"
Harriman war bleich geworden.
Er schüttelte stumm den Kopf und setzte sich auf den Beifahrersitz.
Der Officer mit der dunklen Brille startete.
Er fuhr ziemlich rücksichtslos. Die Leute stoben
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