Privatdetektive (16 Romane in einem Band)
auseinander, als er den Ford auf sie zubrausen ließ. Einige schafften es noch, ihre Bilder zu machen, aber es war fraglich ob man darauf etwas würde erkennen können.
Andere ballten die Fäuste und fluchten dem Ford hinterher.
*
"Officer, Sie sind hier verkehrt!" stellte Harriman fest. "Hier wohne ich gar nicht!"
Harriman hatte sich schon während der Fahrt beschwert, aber der Mann mit der dunklen Brille hatte ihm gesagt, er kenne eine Abkürzung zu Harrimans Wohnung.
Und Harriman war einfältig genug, das zu glauben.
Jetzt hielt der Ford abrupt in einem dunklen Hinterhof, der ziemlich verlassen wirkte.
"Was soll das?" fragte Harriman.
"Denen im Gerichtssaal konnten Sie etwas vormachen und den Biedermann vorspielen, Harriman. Aber ich bin aus einem anderen Holz!" erklärte der Uniformierte.
Er zog mit einer schnellen, geübten Bewegung den 38er heraus und richtete ihn auf Harriman.
"Sie... Sie können kein Polizist sein!"
"Ich bin DIE WAHRE POLIZEI!" kam es kalt zurück.
Harriman schluckte.
"Sie sind der Kerl, von dem soviel in den Zeitungen stand und der diese seltsamen Briefe verschickt hat, bevor..." Er wagte nicht, es auszusprechen.
Harriman selbst hatte auch solche Briefe bekommen - oder besser: seine Frau, denn er selbst war ja in Untersuchungshaft gewesen. Eine Menge böser Briefe waren während dieser Zeit bei ihm zu Hause eingegangen, aber diese waren doch von ganz eigener Art. DU WIRST DEINEM RICHTER NICHT ENTGEHEN! hatte es auf einem geheißen.
"Sie werden mich töten?" flüsterte Harriman.
"So ist es!" murmelte sein Gegenüber und entblößte dabei wieder die Goldkrone. "Ich habe jeden Prozeßtag mitverfolgt, Mister Harriman. Und als mir klar wurde, welche Masche Sie und Ihr verdammter Anwalt abziehen würden, da wußte ich, worauf das alles hinauslief. Mit Gerechtigkeit konnte das nichts mehr zu tun haben!"
Der Uniformierte setzte die Waffe an Harrimans Körper und spannte den Hahn. Harriman wagte es nicht, sich zu rühren.
"Ich bin unschuldig. Ich habe das Mädchen nicht angefaßt!"
"Ich spreche Sie schuldig, Mister Harriman!"
"Geben Sie mir eine Chance! Eine Chance, es zu beweisen! Bitte!"
Der Mann mit der dunklen Brille verzog gequält das Gesicht.
"Eine Ratte wie Sie hat keine Chance verdient!" Und dann drückte er ab. Anschließend steckte er seine Waffe wieder ein, öffnete die Beifahrertür des Ford und schob die Leiche hinaus.
Mit quietschenden Reifen brauste der Ford schließlich davon.
Später machte er dann einem Kiosk halt, um sich eine Zeitung zu kaufen. KILLER-COP HINTER GITTERN stand dort zu lesen. Und der Kiosk- Mann gratulierte ihm sogar noch dazu.
"Gute Arbeit, Officer! Auf die Polizei ist eben doch Verlaß!"
Der Mann in Uniform lachte nur. Und bei sich dachte er: Die werden mich nie kriegen! Nie! Dazu sind die einfach zu dämlich!
*
"Scheint, als könnten wir wieder von vorne anfangen!" schimpfte Rowland und schlug mit der Faust auf seinen Bürotisch.
Jo Walker nickte.
Ein Mann namens Harriman war ermordet worden - und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Mann, der in den Zeitungen als der Killer-Cop gehandelt wurde.
Als Rowland von der Sache erfahren hatte, hatte er gleich Jo angerufen und jetzt saßen sie hier zusammen in Rowlands Büro und machten lange Gesichter.
Eines stand jetzt jedenfalls fest: Cole Marvin konnte diesen Mord nicht verübt haben. Sein Alibi in der Untersuchungshaft war so wasserdicht, wie nur irgend möglich!
"Ist inzwischen untersucht worden, ob Martha Randino mit derselben Waffe ermordet wurde, die der Killer-Cop benutzte?" fragte Jo.
Rowland blickte auf.
"Spielt das im Augenblick eine große Rolle?"
"Ja, es spielt eine große Rolle!"
"Okay, es war derselbe 38er! Das steht fest. Bei diesem Harriman müssen wir noch auf die Ergebnisse warten. Kann ein bißchen dauern, die Kollegen sind im Moment ziemlich ausgelastet! Aber wenn man nach den Zeugenaussagen geht, kann man sich ausrechnen, was herauskommt. Und zwar an zwei Fingern!"
Jo zog mit nachdenklichem Gesicht an seiner Zigarette.
Er hatte seinem Freund Tom Rowland kaum zugehört.
"Dann muß Marvins Geschichte stimmen...", murmelte er.
"Was meinst du damit, Jo!"
"Cole Marvin war bei Martha Randino. Vielleicht hatte er sich im Schlafzimmer versteckt. Miss Randino wollte mich ja ursprünglich gar nicht hereinlassen. Als ich gegangen war, kam es zum Streit. Er hat sie geschlagen, sie ihm einen Kratzer versetzt. Und dann ist er gegangen und wir trafen uns am
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