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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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Aufzug."
    Rowland blickte auf.
    "Und dann?"
    "Dann muß sie an demselben Tag noch einmal Besuch bekommen haben. Und zwar wahrscheinlich von dem Mann, den wir suchen. Wahrscheinlich hat Martha Randino versucht, auch ihn zu erpressen. Vielleicht ist er ihr aufgefallen, als er sein Opfer beobachtete. Mir gegenüber hat sie versucht, Marvin in Verdacht zu bringen. Ich schätze, sie wollte von dem wahren Täter ablenken, um ihn noch ausnehmen zu können. Gleichzeitig konnte sie dem im Hinterzimmer befindlichen Marvin zeigen, daß sie keine leeren Drohungen aussprach! Jedenfalls konnte sie dem Killer gefährlich werden und darum mußte sie sterben."
    Rowland machte eine wegwerfende Geste. Er schien von dem, was Jo ihm da aufgetischt hatte nicht allzu begeistert zu sein.
    "Reine Theorie!" meinte er.
    "Aber vielleicht unsere einzige Chance, ihn zu kriegen, bevor er wieder zuschlagen kann! Selbst wenn wir alle Polizisten aus dem Kreis der Verdächtigen ausscheiden, die nicht sämtliche Merkmale aufweisen, die wir von dem Täter bis jetzt kennen, ist die Zahl immer noch viel zu groß, um schnellen Erfolg zu haben. Gar nicht davon zu reden, wenn wir vielleicht ganz falsch gesucht haben. Und er wird wieder zuschlagen, um das zu wissen braucht man keinen Hellseher."
    "Vielleicht ist diese Martha Randino gar nicht so wichtig, wie du glaubst, Jo!" gab Rowland zu bedenken.
    Kommissar X zuckte mit den Schultern.
    "Kann sein. Aber vielleicht ist sie auch der Schüssel zu allem!"
    "Das verstehe ich nicht!"
    "Der Killer hat seine Morde immer bis zur Perfektion hin vorbereitet, aber dieses eine Mal hat er offenbar aus der Situation heraus gehandelt. Ich stelle mir vor, daß die schöne Martha vielleicht etwas unverschämt wurde und da hat er sich spontan entschlossen, sie umzubringen. Und deshalb hat er vielleicht Fehler gemacht..."
    "Und Spuren hinterlassen!"
    "Genau, Tom. Was ist mit den anderen Fingerabdrücken, die in Marthas Wohnung gefunden wurden. Hat man sie identifiziert?"
    "Ja. Die meisten kamen Gonella. Einige von Cole Marvin. Und dann waren da noch die eines unbekannten Dritten..."
    "Laß sie mit denen vergleichen, die in euren Karteien sind!"
    Rowland schaute völlig verständnislos drein.
    "Aber, Jo! Ich dachte, wir suchen einen Cop - keinen Kriminellen!"
    Jo zuckte mit den Schultern und grinste.
    "Warum sollte unser Freund nicht sowohl das eine wie auch das andere sein, Tom!"

    *

    Es dauerte eine ganze Weile, obwohl Tom Rowland seine Leute auf Hochtouren laufen ließ.
    Aber dann hatten sie ihn - zumindest auf dem Computerschirm. Mit Lichtbild, Lebenslauf und allem drum und dran.
    Er hieß Robert Dionne war Polizist gewesen, aber dann hinausgeworfen worden, weil er die Grenzen überschritten hatte. Er hatte Verdächtige beim Verhör mißhandelt und ein Drogendealer war von ihm unter nie ganz geklärten Umständen im Dienst erschossen worden. In der Kartei war er auf Grund von zwei Verurteilungen wegen Körperverletzung und versuchtem Totschlag.
    Er hatte Strafminderung bekommen, weil man ihn für nicht vollständig zurechnungsfähig gehalten hatte. Als fünfjähriges Kind war er zufällig in einen Banküberfall mit Geiseldrama hineingeraten, als sein Vater ihn mitgenommen hatte, um den Lohn abzuheben. Bei der Geschichte gab es einige Tote, für den Jungen wurde dieses Erlebnis ein lebenslanges Trauma, wodurch sich Dionnes abgrundtiefer Haß auf alles erklärte, was er für kriminell hielt. Und dabei hatte er seine eigenen Maßstäbe - schon zu jener Zeit, als er noch Beamter der Polizei gewesen war. Er gab vor, das Gesetz zu vertreten, aber das war nur Vorwand. In Wahrheit folgte er nur seinem eigenen, unheimlichen Durst einem blutigen Durst, der niemals zu stillen war.
    Zunächst verbarg sich diese Tatsache hinter Ehrgeiz im Dienst.
    Als er dann aber zu offensichtlich gegen die Regeln verstieß und untragbar wurde, feuerte man ihn.
    "Wo mag der Kerl heute stecken?" fragte Rowland. "Auf jeden Fall werde ich ihn zur Fahndung ausschreiben."
    Unter den in Martha Randinos Wohnung sichergestellten Beweisstücken war eine Krawattenadel mit Emblem. Du erinnerst dich?" fragte Jo.
    "Ja, sicher."
    "Ich schätze, daß sie diesem Dionne gehörte, wenn er unser Mann ist. Und mir fällt jetzt auch wieder ein, wo ich das Emblem schon einmal gesehen habe!"
    "Wo?"
    Jo lächelte zufrieden.
    "Bei P. & O."
    "Was soll das sein?"
    "Ein neues Kaufhaus. Hat vor zwei Wochen aufgemacht. Die Wachleute dort tragen Uniformen mit diesem Emblem. Ich war

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