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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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lange er so in seinem Sessel gesessen hatte, als es plötzlich an seiner Garderobentür klopfte. Das ließ ihn aus seiner Versenkung hochschrecken.
    "Ja?"
    Gardner stand auf und öffnete.
    Dann ging es blitzschnell und ehe Gardner begriffen hatte, was vor sich ging, war er schon so gut wie tot. Ein rasierklingenscharfes Messer hatte ihm im Bruchteil einer Sekunde die Halsschlagader geöffnet. Gardners Gesicht wurde starr, seine Augen traten vor Schrecken unnatürlich weit aus ihren Höhlen heraus.
    Mit beiden Händen faßte er sich an den Hals, aber das Blut rann ihm in Strömen zwischen den Fingern hindurch. Panik erfaßte Gardner. Er wollte schreien, aber es kam nicht ein einziger Laut über seine Lippen. Er wußte, daß es aus war, wenn nicht noch ein Wunder geschah. Er röchelte und blickte dabei seinem Mörder in die Augen, der einige schrecklich lange Sekunden damit verbrachte, seinem Opfer beim Sterben zuzusehen.
    Dann wandte der Mörder sich ab, schloß die Tür und machte sich davon.

    *

    Ihr Kostüm saß knapp, aber korrekt. Und an ihrer Frisur schien jedes einzelne Haar ihrer brünetten Mähne exakt gestylt worden zu sein. Vermutlich gehörte sie zu denjenigen, die in ihrem Job wie eine gut geölte Uhr funktionierten und die Karriereleiter unaufhaltsam nach oben rutschten. Wenn sie überhaupt einen Fehler hatte, dann vielleicht den, daß sie sehr schnell sprach.
    "Wie bitte?" unterbrach sie daher der Mann auf der anderen Seite des Schreibtischs stirnrunzelnd.
    Sie hieß Lorraine Conrad und war bei einem Kabel-TV-Sender angestellt, der in letzter Zeit durch sprunghaft gestiegene Einschaltquoten innerhalb der Branche von sich reden gemacht hatte.
    "Ich bin wegen des Mordes an Moss Gardner bei Ihnen, Mister Walker! Ich nehme an, Sie haben davon gehört!"
    Jo Walker, der auch unter dem Namen Kommissar X bekannte New Yorker Privatdetektiv ließ die Zigarette kurz zwischen seinen Lippen aufglimmen und nickte dann.
    "Ich habe flüchtig in der Zeitung davon gelesen. Moss Gardner? Das ist doch dieser TV-Prediger, oder?"
    "Ja. Mister Gardner hatte bei uns eine wöchentliche Sendung, die überaus erfolgreich war. Wir bekommen Waschkörbe voll Briefe, in denen die Leute fordern, daß der Schuldige endlich zur Rechenschaft gezogen wird."
    "Und?" fragte Jo. "Gibt es schon Hinweise?"
    "Das ist es ja eben!" meinte Lorraine Conrad. "Unserem Eindruck nach tritt die Polizei auf der Stelle. Der Mord war am Dreizehnten dieses Monats..."
    "Das ist mehr als eine Woche her!"
    "Ja, sehr richtig! Und bis jetzt scheint man noch kein Stück weiter zu sein! Die machen zwar immer einen Nebel aus schönen Worten um die Sache, aber es läuft darauf hinaus, daß sie nichts in der Hand haben. Nicht das Geringste!" Sie zuckte mit den zierlichen Schultern. "Und genau aus diesem Grund sitze ich ja nun auch hier in Ihrem Büro, Mister Walker! Sie sollen sehr gut in Ihrem Job sein..."
    "Danke. Aber meine Dienste kosten auch 'ne Kleinigkeit."
    "Kein Problem. Ich bin autorisiert, Ihnen einen Vorschuß anzubieten. Ansonsten versichere ich Ihnen, daß unser Unternehmen sich nicht kleinlich zeigen wird." Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, das aber kalt und geschäftsmäßig wirkte.
    Sie öffnete Ihre Handtasche und zog einen Scheck hervor, den sie dann vor Walker auf den Tisch legte.
    "Moment! Ich habe noch nicht gesagt, daß ich den Auftrag an..." Jo brach abrupt ab, als er die Summe gesehen hatte, die auf dem Formular eingetragen war. Er sah seiner Auftraggeberin offen ins Gesicht. "Ich brauche ein paar Informationen", meinte er knapp.
    Sie nickte. "Ich habe ein Dossier für Sie zusammengestellt, das Ihnen sicher hilfreich sein wird..."
    Sie legte eine graue Mappe auf den Tisch, die Jo an sich nahm. Der Privatdetektiv blätterte ein wenig darin herum. Unterdessen ging die Tür auf und April Bondy, Walkers bildhübsche Assistentin, betrat den Raum. Sie brachte Kaffee - und den hatte besonders Jo auch dringend nötig, denn den Großteil der vergangenen Nacht war er mit einer Observation beschäftigt gewesen.
    Lorraine Conrad hob nur kurz die Augenbrauen, als April ihr einschenkte. Dann blickte sie zu Jo, der gerade an seiner Tasse schlürfte. "Ich hoffe, Sie sind zufrieden."
    Jo nickte beifällig.
    "Ich sehe, daß Moss Gardner Vorsitzender einer Stiftung ist..."
    "War", verbesserte Miss Conrad. "Er war Vorsitzender der Mercy Foundation. Und zwar schon seit Jahren."
    "Sein Fernseh-Job war als mehr oder weniger eine Nebentätigkeit."
    "Ja, so

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