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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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geschafft, die Sache mit Geld aus der Welt zu räumen."
    Jo hob die Augenbrauen.
    "Erzählen Sie?"
    "Das war keine Frauengeschichte, sondern ein Verkehrsunfall. Es gab ziemlich viel Wirbel um die Sache, aber das hat sich schnell wieder gelegt."
    "Ihre Ehe entsprach nicht gerade den Idealvorstellungen, wie Ihr Mann Sie propagierte, oder?"
    "Wundert Sie das so sehr?"
    "Kennen Sie Carrie Enright?"
    "Ich habe sie bei irgendeiner Gelegenheit mal kurz getroffen! Ist sie diejenige, die sie gemeint haben?" Die Ahnung eines Lächelns ging über ihr Gesicht. "Schlank, zierlich, klein - sie entspricht seinem Standard-Typ." In ihrer Stimme klang jetzt eine gehörige Portion Bitterkeit mit. Sie hob die Schultern ein wenig an und rieb die Hände aneinander. "Sie werden sich fragen, weshalb ich mich nicht habe scheiden lassen. Aber dann hätte ich meinen Mann ruiniert. Ein geschiedener Moralapostel, das ist fast so schlimm, als wenn er Drogen genommen hätte!"
    "Sie haben nicht schlecht gelebt von den guten Werken ihres Mannes, nicht wahr?"
    "So ist es. Und ich hätte nicht auch nur einen Gedanken daran verschwendet, das aufzugeben. Moss bekam traumhafte Gagen für seine Auftritte - ob nun im Fernsehen, oder auf Wohltätigkeitsgalas." Sie blickte Jo direkt in die Augen. "Muß ein Mann, der für Arme und Kranke sammelt, selbst arm sein?"
    "Ich denke nicht."
    "Sehen Sie!"
    Jo erhob sich. "Ich glaube, das wär's!" meinte er.
    "Einen Moment noch!" Sie erhob sich jetzt ebenfalls und trat auf Walker zu. "Für mich war's das noch nicht. Was wissen Sie bis jetzt schon?"
    "Daß der Mörder Schuhgröße acht hat und mindestens 1,75 m ist."
    "Dann werden Sie mich von Ihrer Liste streichen müssen. Ich habe Schuhgröße sieben."
    Jo lächelte dünn. "Wer sagt Ihnen, daß ich Sie überhaupt auf meiner Liste hatte?"
    "Wozu sonst die Fragen nach Carrie Enright und den anderen flüchtigen Bekanntschaften meines Mannes? Wäre doch klassisch! Die betrogene Ehefrau ermordet ihren Mann aus Eifersucht."
    "Und nicht die Geliebte?"
    "Wenn Sie so denken, warum nehmen Sie dann nicht Saul Enright genauer unter die Lupe? Ich weiß nicht, welche Schuhgröße er hat, aber ganz sicher ist er größer als 1,75 m."
    "Alles zu seiner Zeit", meinte Jo.
    "Enright wirkt vielleicht etwas blaß, aber unter der kühlen Fassade brodelt es ganz schön. Und wenn er wußte, daß seine Frau etwas mit Moss hatte - ich glaube, dann wäre er zu allem fähig gewesen."
    "Was Sie nicht sagen."
    "Wenn ich jetzt so darüber nachdenke. Ich habe die Enrights ja nicht oft zusammen gesehen, aber beim letzten mal hatte Carrie ein blaues Auge, das nur notdürftig mit Schminke zu übertünchen war." Sie zuckte die Achseln. "Sie meinte, sie wäre gefallen, aber so fällt doch kein Mensch - meinen Sie nicht auch, Mister Walker?"

    *

    Eigentlich wäre Carrie Enright jetzt die nächste auf Walkers Liste gewesen, aber um diese Zeit war vermutlich schon ihr Mann zu Hause. Jo hielt es aber für vielversprechender, am nächsten Morgen allein mit ihr zu sprechen.
    Auf dem Weg zurück nach Midtown Manhattan bekam er dann einen Anruf.
    Es war niemand anderes als seine Assistentin April, die sich im Hörer des Autotelefons meldete.
    "Ich war im Pressearchiv des Cosmopolitan und bin da auf etwas gestoßen, Jo."
    "Ich bin gespannt!"
    "Moss Gardner ist vielleicht der Heilige gewesen, für den ihn viele halten!"
    Jo lachte heiser. "Wem sagst du das?"
    "Vor ein paar Jahren hat er Schlagzeilen gemacht, weil man ihn mit einem Fall von Fahrerflucht in Verbindung brachte. Zwei Menschen starben dabei, eine Frau und ein Kind."
    "Mrs. Gardner erwähnte einen Unfall..."
    "Man hat Gardner nichts beweisen können, Jo. Aber der Mann, dessen Frau und Tochter bei dem Unfall ums Leben kam, war überzeugt davon, in Gardner denjenigen gefunden zu haben, der seine Familie auf dem Gewissen hatte."
    "Und du meinst, der Kerl könnte unser Mann sein?"
    "Er hat Gardner eine Weile mit Drohungen heimgesucht und sich in etwas hineingesteigert. Fast zwei Jahre hat er in einer psychiatrischen Anstalt verbracht. Seit ein paar Monaten ist er wieder entlassen."
    "Name und Adresse hast du nicht zufällig?"
    "Er heißt Barry Douglas. Als die Sache passierte, gehörte ihm ein Haus oben in Yonkers. Wenn er es nicht verkauft hat, wird er dort wohl wieder wohnen."
    "Gute Arbeit, April!" meinte Jo, nachdem ihm seine Assistentin die genaue Adresse durchgegeben hatte.
    "Das Beste kommt noch!"
    "Ich bin ganz Ohr!"
    "Douglas war am Dreizehnten

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