Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Rückkehr nach St. Elwine

Rückkehr nach St. Elwine

Titel: Rückkehr nach St. Elwine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Britta Orlowski
Vom Netzwerk:
du Lust auf einen Kaffee oder Cappuccino?"
    „ Warum nicht. Wenn wir uns hier draußen hinsetzen." Nahm Elizabeth das Angebot an.
    „ Na sicher, was hast du denn gedacht? Du bist ohnehin zu blass für diese Gegend. Ich schätze, du arbeitest einfach zu viel. Aber das kannst du dir sicher nicht aussuchen, Herzchen, oder?"
    Liz lachte nun doch.
    „ Nora, du bist lieb. Du hast ja mit allem so Recht. Jetzt, hier bei dir, geht es mir allerdings schon viel besser."
    „ Das freut mich. Komm setz dich da in den alten Schaukelstuhl! Ich mach uns rasch einen Cappuccino mit viel Schokolade."
    „ Das hört sich wirklich Klasse an."
    Nora stellte das Tablett auf dem kleinen Tischchen ab, das zwischen ihnen stand.
    „ Ich bin schon ganz aufgeregt. Morgen fahre ich für drei Tage rüber nach Baltimore zu meiner Tochter. Sie hat ihr drittes Kind bekommen. Das winzige Kerlchen will ich mir unbedingt aus der Nähe betrachten. Dies werde ich mir auf keinen Fall nehmen lassen. Schau mal, ich habe einen kleinen Quilt für ihn genäht, aus Flanellstoffen zum Kuscheln und Rumschleppen und dazu ein passendes Kissen, das aussieht wie ein Hippo."
    „ Gott, ist das süß. Da wird sich deine Tochter aber freuen."
    Sie genossen ihren Cappuccino und beobachteten die Leute, die vorbeizogen. Hin und wieder lachten sie über das, was sich vor ihren Augen abspielte. Menschen zu belauern war nicht eben besonders höflich, aber es machte ungemein Spaß.
    „ Weißt du?", seufzte Liz und schob sich einen weiteren Butterkeks in den Mund,
    „ St. Elwine ist schon ein schönes Städtchen. Vorgestern machte mir ein Freund ein verlockendes Angebot. Für den Bruchteil einer Sekunde hab ich tatsächlich überlegt, wieder in die Großstadt oder mit ihm gemeinsam an eine andere Klinik zu gehen, aber dann sah ich in Gedanken all das hier." Sie breitete ihre Arme mit einer ausholenden Geste aus. „Und ich konnte nicht. Ich bin froh, hier zu sein. St. Elwine ist mein Zuhause."
    „ Dann hast du ihn also nicht geliebt?", fragte Nora.
    „ Wen?"
    „ Den Freund, der dir dieses Angebot gemacht hat."
    „ Nein, er ist wirklich sehr nett. Wir waren mal eine Zeit lang zusammen. Aber es ist nicht so, nicht so, dass..." Liz suchte nach den richtigen Worten.
    „ Nicht so, dass es richtig gefunkt hätte", brachte Nora den Satz zu Ende.
    Liz nickte zustimmend.
    „ Aha!"
    „ Was hat das Aha jetzt schon wieder zu bedeuten, Nora?"
    „ Nichts weiter. Nur das ein anderer Mann Schuld an deinem Zorn vorhin war."
    „ Da hast du verdammt Recht. Er ist ein Schuft, ein arroganter Mistkerl. All die Jahre haben mir das doch längst gezeigt. Wie konnte ich nur so dumm sein?", brauste Elizabeth auf.
    Falls Nora sich über ihren plötzlichen Gefühlsausbruch wunderte, ließ sie sich jedenfalls nichts anmerken.
    „ Verrat mir seinen Namen, Schätzchen! Wenn ich ihm das nächste Mal begegne, ziehe ich ihm das Fell über die Ohren. In meinem Alter kann man sich das erlauben."
    „ Joshua Tanner, dieser Satan."
    „ Oh... Tja, ich schätze, der ist nun doch eine Nummer zu groß für uns beide. Schön, reich und mächtig. Manche Männer kann man halt nur aus der Ferne betrachten. Das ist allemal sicherer für uns Frauen. Wenn du verstehst, was ich meine."
    Liz errötete leicht und wich Noras Blick aus.
    „ Aha", murmelte diese wieder.
    „ Also, wirklich. Dieses Aha klingt bei dir immer so: ich weiß nicht recht."
    „ Es bedeutet im Moment eigentlich nur, dass du ihn schon zu dicht an dich heran gelassen hast und nun bist du enttäuscht, dass seine heiß geflüsterten Zärtlichkeiten nichts als Schall und Rauch waren."
    Liz nickte und spürte, wie eine einzelne Träne über ihre Wange kullerte.
    „ Mist", schniefte sie und wischte sie kurzerhand mit dem Daumen fort.
    Nora drückte Elizabeth an ihren großen Busen.
    „ Lass nur, mein Herz! Sei froh, dass du jetzt schon dahinter gekommen bist! Ich habe immer gleich geheiratet und saß dann da. Das ist mir tatsächlich drei Mal passiert. Entweder sind die Männer langweilig oder wahnsinnig aufregend. Mit der ersten Sorte kriegst du's irgendwann im Kopf und mit Letzterer, kann man erst recht nicht zusammenleben. Irgendwie fehlt da immer was dazwischen und das scheint unser Pech zu sein."
    Liz lachte jetzt und fühlte sich bereits sehr viel besser.
    23. Kapitel
     
    Rachel, Flo und Liz trafen gleichzeitig bei Irene zum Quilting Bee am Samstagnachmittag ein. Irene war die Schwester des Sheriffs, wie Rachel berichtete, und er wohnte

Weitere Kostenlose Bücher