Schrei in Flammen
Problem.«
»Sicher?«
»Wenn du noch einmal fragst, halte ich dir einen Vortrag über …«
»Ritsch«, sagte er mit einer vielsagenden Bewegung vor seinen Lippen.
*
»Wolltest du nicht deinen Bericht schreiben?«, ließ Jens ganz nebenbei fallen, als sie wenig später aus einer Besprechung von Morddezernat und Taskforce wegen des Maja-Falles, wie er jetzt hieß, ins Büro zurückkamen.
Die Besprechung hatte nichts erbracht, was Katrine und Jens nicht schon wussten, sie hatte eher den Charakter einer Einführungsveranstaltung für die neuen Ermittlungsmitarbeiter gehabt. Kragh hatte nachdrücklich auf das Namensnennungsverbot hingewiesen und dass ein großes Interesse an dem Angeklagten bestand; die Gerüchteküche brodelte. Für Kommentare zum Fall sollte bitte an ihn verwiesen werden.
Katrine hatte Bistrup überredet, sie anzurufen, sobald sie im Verlauf des Tages mit der Rekonstruktion des Falls loslegen wollten. Jens’ nächster Programmpunkt war die Vernehmung von Hector, dem Chef der Devils.
»Also, ich habe mir überlegt, ob … ob ich da nicht mitkommen könnte«, sagte Katrine, ganz so, wie Jens es erwartet hatte. »Wegen der Inspiration. Und um einen Einblick in das Milieu zu bekommen.«
»Inspiration ist immer gut«, sagt Jens und amüsierte sich königlich über das Spiel, das sie spielte. Er zeigte auf das Foto von den beiden Typen, die das Bordell überfallen hatten. »Aber lass uns noch ein paar Dinge durchgehen, bevor wir zu ihm rausfahren. Warum überfallen die beiden ein Bordell, das unter dem Schutz der Devils steht?«
»Vielleicht war es als Provokation gemeint«, schlug Katrine vor. »Eine Art, die Devils auf ihrem eigenen Territorium herauszufordern?«
»Diese Art von Provokationen kommt immer wieder vor. Vielleicht war ihnen aber auch schlicht und einfach nicht klar, dass da noch andere im Spiel waren. Sie scheinen nicht die Hellsten zu sein. Wie auch immer, wir müssen die beiden identifizieren. Morgen kriegen wir eine Reihe von Bildern, und ich habe Ditte gebeten, vorbeizukommen.«
»Ziehen wir doch mal die Möglichkeit in Betracht, dass die beiden es waren?«, fragte Katrine. »Ich meine, alles konzentriert sich auf Dahl, aber es gibt schließlich noch ein paar andere Akteure.«
»Schon, aber … Ich weiß nicht.« Er schüttelte den Kopf.
»Sie wollte nicht bezahlen. Worauf sie beschlossen haben, ein klares Exempel zu statuieren – an die Devils und das Prostituiertenmilieu gerichtet –, indem sie das Auto gestohlen haben, während Asger Dahl drinnen war.«
»Theoretisch könnte es so gewesen sein«, räumte Jens ein.
»Außerdem müssen wir ja wohl in Betracht ziehen, dass der hier«, Katrine zeigte auf Hector, »sich für die Kränkung rächen wollte, oder? Er hat versagt und seinen Job schlecht gemacht. Maja ist tot.«
»Hm, ja und nein. Man darf sich das nicht als Leibwächter-Deal vorstellen. Das Angebot besteht wohl eher darin, dass die Frauen sich bei den Devils melden können, wenn es irgendwie Ärger gibt. Da steht nicht rund um die Uhr ein Wachhund vor der Tür und passt auf. Und vergiss nicht, sie hat das Bordell verlassen. Aber natürlich macht es Sinn, sich das Ganze auch durch diese Brille anzusehen. Die Geschichte könnte für Zündstoff zwischen den beiden Kleindealern und Hector gesorgt haben.« Er sah sich das Foto des Rockerchefs eine Weile genauer an. »Und wir müssen rausfinden, welche Art von Beziehung Hector zu Maja hatte, vielleicht war die ja eher privater Natur.«
»Wo wohnt er?«
»In einem Haus in Amager.«
»Kann man es wagen, ihn ohne die gesamte Kavallerie im Rücken zu besuchen?«
»Solange man diesen Leuten nicht direkt etwas vorwirft, können sie sehr zuvorkommend und hilfsbereit sein.« Jens grinste schief. »Nur sollte man nicht alles glauben, was sie einem sagen. Wir müssen unseren Besuch aber mit der Gruppe abstimmen, die ihn observiert. Wir wollen ihnen ja nicht in die Quere kommen.«
»Okay, dann komme ich mit«, sagt Katrine. »Oder stört es, wenn eine Frau dabei ist?«
»Ach was«, sagte Jens grinsend. »In diesem Zusammenhang ist das wahrscheinlich eher ein Vorteil. Komm, gehen wir bei Lars vorbei und erledigen das, ehe wir fahren.«
*
»Lasst hören, was ihr habt«, sagte Lars Sønderstrøm, der mit seinem Team seit vier Monaten versuchte, ausreichende Beweise über die kriminellen Machenschaften des Devils-Chefs zusammenzutragen.
Jens gab ihm einen kurzen Überblick. »Und wie weit seid ihr mit Hector
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