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Schrei in Flammen

Schrei in Flammen

Titel: Schrei in Flammen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jeanette Øbro , Ole Tornbjerg
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anders. Natürlich führte nicht jede seiner Ideen zum Ziel, und manchmal durchdachte er seine Modelle tatsächlich auch nur des Trainings wegen: Er hatte schon viele Projekte von Anfang bis Ende ausgearbeitet, um sie dann für immer in der Schublade verschwinden zu lassen.
    Beide, Søren wie Jim, hatten größtes Interesse daran, dass jeder das tat, was er am besten konnte, weshalb ihre kleine Firma wirklich florierte. Aus diesem Grund gab es zwischen ihnen auch nie die geringste Uneinigkeit, wer das letzte Wort hatte, wenn Entscheidungen gefällt werden mussten, auch wenn Søren der Geschäftsführer und Jim bloß Entwickler war.
    Jim warf einen kurzen Blick ins Lagerhaus, in der eine Reihe gebrauchter Maschinen aus ihrer Werkzeugfirma in Amsterdam standen – einige davon waren defekt und mussten zurückgeschickt werden. Er sah Søren hinter dem Fenster des Büros. Er ließ das Handy mit der Prepaidkarte im Handschuhfach des Wagens liegen, öffnete die Tür und betrat die Firma
Søren Lauritzen Enterprise ApS
.
    *
    »Hier ist der Pförtner, bei mir steht jemand für Sie, eine gewisse Ditte.«
    »Danke, ich komme nach unten und hole sie ab«, sagte Jens Høgh.
    Die Dienstbesprechung hatte etwas über eine Stunde gedauert und war gerade zu Ende gegangen. Während Jens Ditte abholte, ging Katrine in die Teeküche und holte einen weiteren Becher und eine Kanne Kaffee.
    Wenige Minuten später war Jens mit Ditte zurück.
    Ditte war blass, hatte eine rote Nase und sah unglaublich müde aus. »Ich wäre wirklich lieber im Bett geblieben. Ich bin schrecklich erkältet«, sagte sie.
    »Wir werden Sie nicht lange aufhalten, das verspreche ich Ihnen«, sagte Katrine. »Sie sollen sich nur ein paar Fotos anschauen.«
    Katrine und Jens setzten sich auf ihre Plätze. Ditte bekam einen Stuhl am Ende von Katrines Schreibtisch. Fragend blickte sie von Katrine zu Jens: »Ist das wirklich dieser ›Henrik‹, der das getan hat?«
    »Es deutet einiges daraufhin«, sagte Jens.
    Sie zog immer wieder die Nase hoch. »Es geht einfach nicht in meinen Kopf, dass Maja nie mehr zurückkommt. Seit Sie da waren, warte ich darauf, dass sie mich anruft und mir sagt, dass sie verreist ist und bloß vergessen hat, es mir zu sagen. Ich verstehe einfach nicht, wie jemand ihr so etwas antun konnte.«
    Katrine schob ihren Stuhl zu ihr und legte ihren Arm um sie. Ditte schluchzte ein paarmal heftig, dann wischte sie sich die Augen ab und putzte sich die Nase.
    »Es gibt etwas, an das ich immer denken muss«, sagte sie und wirkte plötzlich so klein und verletzlich. »Ich habe mich neulich nicht getraut, es zu sagen, wusste noch nicht, wie ich es einordnen sollte, aber Maja hatte letzte Woche einen Riesenkrach mit Hector.«
    »Es ist gut, dass Sie uns das jetzt erzählen«, sagte Jens und rückte mit seinem Stuhl ein Stückchen näher.
    Ditte nickte. »Hector ist ein Schwein«, sagte sie voller Abscheu. »Und was soll’s, ich will ja ohnehin raus aus dieser Scheißbranche. Ich mache nicht weiter.« Sie atmete tief durch. »Also, sie haben über die Sache mit dem Überfall gesprochen, und Hector hat sich tierisch aufgeregt, als Maja sagte, dass die Devils wirklich keine große Hilfe gewesen seien, als sie sie zum ersten Mal tatsächlich gebraucht hätte. Sie fragte ihn, wofür sie ihn überhaupt bezahlen würde. Der war echt gleich auf hundertachtzig. Bestimmt war er auch sauer darüber, dass ihre höheren Preise auch für ihn galten.«
    »Interessant, Ditte. Können Sie noch mehr dazu sagen?«, fragte Katrine.
    Ditte sah Katrine kurz an, ehe sie sagte: »Ich glaube, Maja hat auch noch andere Sachen für Hector gemacht. Aber ich weiß nicht, was. Es war aber kaum zu übersehen, dass sie irgendwann plötzlich mehr Geld in den Fingern hatte. Sie hat nicht übertrieben, aber ich habe trotzdem die teureren Kleider bemerkt, all die Schuhe, das Make-up, so Sachen halt. Außerdem hat sie öfter gesagt, sie könne über Hector alles Mögliche bekommen, Möbel und so weiter. Heiße Ware, vermutlich.«
    Jens und Katrine sahen sich kurz an. Was sie sagte, passte exakt zu ihrer teuren Wohnungseinrichtung.
    »Wir haben bei Maja eine größere Summe Bargeld gefunden«, sagte Jens. »Hatte sie irgendwelche Geschäfte mit Hector laufen? Hat sie etwas für ihn weiterverkauft, als Hehlerin gearbeitet? Drogen vielleicht?«
    »Das glaube ich nicht. Sie hasste Drogen. Ich habe echt keine Ahnung, woher das Geld stammen könnte.«
    »Oder ging ihr Geschäft noch deutlich

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