Schwert und Laute
leicht über mein Haar. Von neuem fasste er mich an den Schultern, aber dieses Mal sanfter.
»Seall orm , Caitlin. Sieh mich an.«
Seine Berührung ließ eine verzehrende Leidenschaft in mir aufflammen. Ich musste all meine Kraft aufbieten, damit ich mich nicht umdrehte und ihn umarmte. Er verstärkte den Druck auf meine Schultern, zog mich an sich und zwang mich zu einer halben Drehung. Verzweifelt versuchte ich, den Blick niederzuschlagen, aus Angst, mich auf immer in seinen blauen Augen zu verlieren.
»Caitlin, ich werde dich nicht gehen lassen; außer natürlich, du möchtest es wirklich. Mit Gewalt kann ich dich nicht zurückhalten. Sieh mich an und sag mir, dass du es tatsächlich willst.«
Er hob mein Kinn. Ich schlug die Augen auf und erblickte die Tiefe seines Kummers. Sein Gesicht war nur wenige Zoll von meinem entfernt, und ich konnte die Bangigkeit in seinen angespannten Zügen und die Furcht in seinem Blick lesen. Dieser Mann fürchtete meine Antwort. Sein Atem ging rasch und stoßweise.
Ich sah ihn einen Moment lang an, dann schloss ich erneut die Lider. Tränen quollen darunter hervor.
Ich vergrub mein Gesicht an seiner Schulter und klammerte mich an ihn wie an einen Fels in der Brandung. Mit einem Mal ließ die Anspannung nach. Er schloss mich fest in seine Arme, streichelte mein Haar und flüsterte all die Worte, die ich hören wollte. Ich schmiegte mich in seinen Duft, der mich, als ich in Säras Hütte in seinem Bett schlief, nach meinen häufigen Albträumen so sehr beruhigt hatte.
»Dein Vater hat Recht«, sagte er leise.
Er löste sich ein wenig von mir, um mich besser anschauen zu können.
»Mein Vater?«, schluchzte ich.
»Stoirm Dubh . Du bist der schwarze Sturm, der über mich gekommen ist. Du hast mich gerettet, a ghràidh. Du hast die Mauern erschüttert, die ich rund um mich errichtet hatte. Ich hatte meine verletzte Seele eingemauert, und du hast sie befreit. Du bist mein Wind aus Irland, Caitlin...«
Er küsste mich zärtlich. Seine Lippen waren weich und warm. Ich zerschmolz in seinen Armen, unter seinen Händen, die zu meinen Hüften hinunterglitten, sich weiter vorwagten...
»Caitlin... Ich begehre dich so sehr... Bleib bei mir, in meinem Tal.«
Ich ließ meine Hand in den Ausschnitt seines Hemds gleiten, um seine glühend heiße Haut unter den Fingern zu spüren. Er stöhnte leise und drängte mich gegen die Tür der Hütte, so dass ich zwischen seinem angespannten Körper und den alten, verfaulten Brettern gefangen war. Doch mit einem Mal gab die Tür dem Druck nach, und wir fanden uns inmitten einer Staubwolke auf dem gestampften Lehmboden wieder.
»Habe ich dir wehgetan?«, fragte Liam und stützte sich auf die Ellbogen. Sein Blick war fiebrig.
»Nein.«
Er erdrückte mich fast mit seinem Gewicht. In Wahrheit tat es mir weh, sehr weh, am Körper und in meiner Seele. Doch das war ein berauschender, betörender Schmerz, der ein Feuer tief in meinem Leib entfachte und nährte.
Sanft entwirrte er meinen Umhang, der sich um mich gewickelt hatte, und schlug ihn zögernd auf. Sein Blick senkte sich auf meine Brust, die sich im Rhythmus meines Atems rasch hob und senkte. Einen schwebenden Moment lang schien die Zeit stehen zu bleiben, und dann erforschte sein Mund begierig meinen Hals und senkte sich mit ungezügelter Leidenschaft auf meine Brüste, während seine Hände versuchten, meine Röcke hochzuschieben, die unter seinem Körper eingeklemmt waren. Mein Puls beschleunigte sich und schlug im selben raschen Takt wie sein Herz.
Mein Körper war nicht mehr unberührt, doch ich besaß immer noch die Unschuld der Seele und des Herzens. Das war das Einzige, das ich Liam schenken konnte.
Plötzlich richtete er sich in eine kniende Haltung auf, wobei er mich zwischen seinen angespannten Schenkeln festhielt, um seinen Dolch und die Pistolen aus dem Gürtel zu ziehen und neben uns zu legen. Sein hungriger Blick glitt über mich wie eine Liebkosung. Im Halbdunkel des verfallenen Unterstands waren unsere körperlichen Empfindungen so intensiv, dass sie wie mit Händen zu greifen waren und uns den Atem verschlugen. Meine Schläfen pochten, und ein leises Kribbeln stieg in meinem Unterleib auf.
Ich schnürte mein Mieder auf und zerrte ungeduldig an seinem Hemd, um es aus dem Plaid zu ziehen. Er kam mir zu Hilfe und löste die Brosche, welche die Falten des dicken Wollstoffs an seiner Schulter fest hielt, dann zog er das Hemd über den Kopf. Wir wurden von einer Art Ungeduld,
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