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Schwert und Laute

Schwert und Laute

Titel: Schwert und Laute Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sonia Marmen
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und so lagen wir eng aneinandergeschmiegt da, als teilten wir einen einzigen Körper, reglos und erfüllt.
    Er bewegte sich als Erster und legte eine Hand auf meine Brust.
    »Caitlin Dunn, an pös thu mi? Willst du mich heiraten?«

    Seine Worte waren kaum hörbar, doch in meinem Herzen lösten sie einen Sturm aus. Meine Lippen begannen zu zittern, und die Worte steckten mir in der Kehle fest. Als er bemerkte, dass meine Antwort auf sich warten ließ, stützte er sich auf einen Ellbogen, um mich anzusehen. Seine offenen Haare fielen ihm in die Augen, und sein mehrere Tage alter Bart verlieh ihm einen verführerischen Anflug von Verwegenheit. In seinen Augen stand noch der Nachhall unseres rauschhaften Liebesspiels. Beunruhigt lächelte er, küsste mich auf die Schulter und zuckte zusammen, als er Dunnings Siegel erblickte. Er stöhnte und streichelte die Stelle, machte jedoch keine Bemerkung dazu. Er wusste es, und mehr gab es dazu nicht zu sagen.
    »A ghràidh mo chridhe ?«
    »Du willst mich wirklich zur Frau nehmen?«, fragte ich zögernd.
    »Ja, Weib. Ich will dich in diesem Moment, ich werde dich morgen wollen und übermorgen... Ich will dich für immer. Falls du... falls du mich haben willst...«, setzte er unsicher hinzu.
    Ich lachte und weinte zugleich.
    »Und wenn du entdeckst, dass ich in Wirklichkeit nur eine mürrische alte Hexe bin?«
    Er stieß ein raues Lachen aus und rollte sich auf den Rücken.
    »Ich werde dich schon zähmen. Das kann auch nicht viel schwieriger sein, als Pferde zuzureiten.«
    »Liam Macdonald«, schimpfte ich und kletterte auf ihn.
    »Also, a ghràidh? «
    Er erforschte meine Augen in der Hoffnung, dort die Antwort, die auf sich warten ließ, zu finden.
    »Ja«, hauchte ich.
    Ein heiserer Laut entrang sich seiner Kehle. Er küsste mich zärtlich und zog mich an sich.
    »In Keppoch gibt es einen Priester. Wir sind in zwei Tagen dort.«
    »Zwei Tage? Aber Sàra und...«
    Seine Hand huschte in mein immer noch offenstehendes Hemd und umfasste eine meiner Brüste.
    »Sie hat nichts dazu zu sagen. Ich brauche dich, damit du mir
mein Herz wärmst... und mein Bett. Länger kann ich nicht warten.«
    Kühle Luft drang durch das unverglaste Fenster ein, und ich setzte mich, um mein Hemd hochzuziehen. Liam legte seine große Hand auf meinen Schenkel. Ich machte mich daran, mein Mieder zu schnüren. Liam war auf dem Boden liegen geblieben. Man hätte ihn für eine dieser griechischen Statuen halten können, die man häufig in den Gärten der großen Anwesen sah.
    Auf der anderen Seite der halb offenen Tür schnaubte Stoirm. Mein Herz zog sich zusammen, als ich an Bonnie dachte, die auf der Straße bei den englischen Dragonern zurückgeblieben war. Dann hörte ich von neuem Captain Turners Worte, der sich über mich lustig machte und mir anbot, mich in den Wald zu begleiten, damit ich nicht noch einmal überfallen würde... Ich schüttete mich vor Lachen aus.
    »Was gibt es denn so Komisches?«, fragte Liam, der jetzt sein Plaid auf dem Boden ausbreitete, um sich darauf zu legen.
    »Ich habe mich nur gefragt, ob die Dragoner wohl immer noch am Straßenrand auf mich warten.«
    Er wickelte sich in das Plaid und schloss seinen Gürtel. Seine Miene verdüsterte sich.
    »Ich habe einen ganz schönen Schrecken bekommen, als ich dich mit diesen Sassanach -Hundesöhnen gesehen habe. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was mir alles durch den Kopf gegangen ist. Wenn sie dir auch nur ein Haar gekrümmt hätten... ich hätte sie alle die Kraft meiner Klinge spüren lassen.«
    »Sie haben mich gerettet, Liam«, wandte ich ein.
    »Und du glaubst, dass der Captain nichts als Dank gefordert hätte? Du bist zu einfältig, Caitlin.«
    Er steckte sein Hemd in den Kilt. Ich ging nicht auf seine letzte Bemerkung ein und brachte ein wenig Ordnung in meine zerrauften Haare.
    »Wohin wolltest du eigentlich wirklich?«, wollte er wissen und befestigte die Brosche an seinem Plaid, das er über die linke Schulter drapiert hatte. »Warst du wirklich nach Edinburgh unterwegs oder... wolltest du ins Herrenhaus zurückkehren?«
    Fassungslos starrte ich Liam an. Als sich unsere Blicke trafen,
erstarrte ich. Er musste die Antwort in meinen Augen gelesen haben, denn er wurde blass, und seine Lippen pressten sich zusammen.
    »Ich will, dass du mir schwörst, nie wieder einen Fuß in dieses Haus zu setzen, Caitlin«, sagte er und sprach jedes Wort überdeutlich aus.
    »Liam... Ich kann nicht hinnehmen, dass man dich

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