Schwert und Laute
übernehmen, nachdem sein Vater, Alexander Macdonald Glas, ermordet worden war.
»Sehr gut«, antwortete ich. Ich fühlte mich ein wenig eingeschüchtert von den zahlreichen Augenpaaren rund um den Tisch, die mich beobachteten.
»Dann seid Ihr es also, die Liams Herz geraubt hat. Er hat mir berichtet, Eure Wege hätten sich auf der Straße nach Dundee gekreuzt.«
Ich spürte, wie mich Panik ergriff, und ich schluckte, da ich nicht wusste, was ich darauf sagen sollte. Liam trat mir sanft auf den Fuß und neigte zum Zeichen der Zustimmung leicht den Kopf. Colin betrachtete mich mit unbewegter Miene.
»Ja, so könnte man es ausdrücken«, erklärte ich unsicher.
»Ach, Coll, hast du neue Kunde aus Edinburgh?«, fragte Liam zu meiner großen Erleichterung, um das Thema zu wechseln.
»Ja, wir haben vor zwei Tagen Nachricht von Alasdair Og erhalten, der sich momentan dort aufhält. Er hat einen Boten geschickt. Die Untersuchungskommission zum Fall Glencoe macht langsame Fortschritte. Gouverneur John Hill hat am siebten Juni zusammen mit Forbes, Farquhar und Kennedy, den Soldaten aus Fort William, ausgesagt. Auch Sheriff Campbell von Ardkinglass und der stellvertretende Sheriff Campbell von Dressalch sollen vor den Mitgliedern der Kommission aufgetreten sein, um das Verschwinden des unterzeichneten Treueids zu erklären. John und Alasdair kommen zusammen mit acht anderen Männern aus dem Clan noch vor dem Wochenende an die Reihe, um über die Umstände des... Massakers auszusagen.«
»Und Glenlyon, dieser Hurensohn?«, rief Colin mit harter Stimme.
Er trommelte mit den Fingern nervös auf dem Tisch herum. Seine Miene war rachsüchtig. Simon, der sich ungerührt mit dem Fingernagel in den Zähnen pulte, hob den Kopf.
»Wie du weißt, Colin, befindet sich das Regiment von Argyle in Namur, auf dem Kontinent. Der König wird es sicher nicht demobilisieren, nur damit sie vor der Kommission aussagen. Meinetwegen können sie auch gern dort bleiben. Sollen die Franzosen sie doch niedermähen wie reifes Korn, dann beschmutzt ihr Blut wenigstens nicht unseren Boden.«
»Ja«, meinte Colin und verzog angewidert den Mund. »Diese Kommission ist eine Posse. Der König hat die Mitglieder gut ausgewählt. Ogilvy und Lord Murray stehen in seiner Gunst. Johnstone will nur den Kopf von Minister Dalrymple. Der Marquis von Tweedale gehört zu den Ratgebern des Königs. Man muss sich fragen, wessen Interessen sie wirklich vertreten, die unsrigen oder die des Königs. Diese Bastarde wollen sich nur versichern, dass die schlampige Arbeit, die Glenlyon getan hat, ordentlich zu Ende gebracht wird!«
Tiefe Stille, unterbrochen von gelegentlichem Räuspern, senkte sich über den Raum. Liam, der den Blick in seinen Whisky richtete, brach sie schließlich.
»Und was ist aus Oberstleutnant Hamilton geworden, der nach Dublin verschwunden ist? Ist es ihnen gelungen, ihn zur Rückkehr zu bewegen?«, fragte er Coll, der sich noch einmal von den Rühreiern bediente.
»Er reagiert nicht auf den Befehl. Köpfe werden rollen, Liam. Das muss sein, die öffentliche Meinung über diese Angelegenheit ist, sagen wir... ziemlich Besorgnis erregend. In Edinburgh sind die Dinge in Bewegung gekommen. Die Jakobiten versammeln sich, die Regierung wird unruhig. Man fürchtet, diese ganze Geschichte könnte die Rebellenbewegung erneut aufflammen lassen.«
Er nahm einen Schluck Whisky und ließ den Blick über die Männer gleiten, die frustriert und nachdenklich um den Tisch saßen. Ein Dienstmädchen kam herein, doch Lady Keppoch winkte
es sofort hinaus. Liam stellte geräuschvoll seinen Becher ab und ergriff das Wort.
»Köpfe werden vielleicht rollen, doch werden es die richtigen sein? Ich will Breadalbanes Kopf. Er muss fallen. Wir wissen alle, dass dieses Massaker in Wirklichkeit eine persönliche Abrechnung war. Die Campbells wollten Maclains Kopf, und sie haben ihn bekommen. Aber seine Söhne leben noch. Momentan herrscht Ruhe, aber nur an der Oberfläche. Breadalbane ist ein listiger Fuchs. Er wird auf die richtige Gelegenheit warten, uns vollständig auszulöschen, sobald er dazu in der Lage ist und auf seine Weise. Er war bei dieser ganzen Geschichte von Beginn an der Anstifter. Seine Briefe an Dalrymple beweisen das. Was Letzteren angeht, so hat er viele Feinde in der Regierung. Mehrere werden diese Gelegenheit nutzen, ihn zu Fall zu bringen, aber dieser gerissene Bastard besitzt einen langen Arm. Er wird mit Sicherheit straflos oder im schlimmsten
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