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Schwert und Laute

Schwert und Laute

Titel: Schwert und Laute Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sonia Marmen
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stehen, die es mir erlaubte, ihn zu berühren, aber auch die Flucht anzutreten, wenn er versuchte, Hand an mich zu legen. Ich wich seinem Blick aus und sah stattdessen auf seine Brosche, die im Licht der Flammen schimmerte.
    »Du bist zurückgekommen...«
    »Ja. Ich hatte es dir versprochen.«
    Seine warme, tiefe Stimme ließ mich erschauern.
    »Ich sehe, dass du wieder bei Kräften bist... Du hast Gewicht zugelegt, das ist gut.«
    Er gab keine Antwort. Er war vollständig durchnässt und tropfte auf den Fußboden.
    »Deine geschäftliche Transaktion... ist sie so gelaufen, wie du wolltest?«
    »Ja, es ist alles geregelt.«
    Der Austausch von Banalitäten schob den Zusammenstoß hinaus.
Er bewegte sich leicht auf mich zu, unsere Blicke trafen sich, und mit einem Mal brodelte alles in meinem Inneren hoch. Seine Worte, die mir das Herz zerrissen hatten. Seine Taten, die meinen Körper verletzt hatten. Die Gedanken, die mich nach und nach ausgehöhlt hatten, bis ich nur noch eine leere Hülle war, die von einer Flut des Schmerzes erfasst und davongetragen wurde... All das, all mein Zorn und mein Groll stiegen in mir auf und erstickten mich.
    Es tat weh. Gott, wie es schmerzte! Mein Brustkorb zog sich zusammen, und ich bekam keine Luft mehr. Mein Körper begann krampfartig zu zittern, und ich vermochte mich nicht mehr zu beherrschen.
    »Warum?«, schrie ich und fiel auf die Knie. »Warum hast du mir das angetan, Liam? Warum hast du mich verlassen? Auch ich habe gelitten... Du hattest kein Recht dazu, du hattest nicht das Recht...!«
    Vor Schmerz aufheulend trommelte ich mit den Fäusten auf seine Schenkel ein und vergrub mein Gesicht in seinem Tartan. Ich weinte heftig und wurde von Schluchzern geschüttelt. Liam ging vor mir in die Hocke, nahm mein Gesicht in seine großen Hände und sah mich an. Seine Züge verzerrten sich.
    »Gabh mo leisgeul, mo chridhe «, stöhnte er. »Vergib mir, mein Herz.«
    Seine Hände fühlten sich auf meinen feuchten Wangen glühend heiß an. Bekümmert sah er mir in die Augen.
    »Warum? Warum nur, Liam? Warum hast du mich verlassen? Ich habe das Warten fast nicht mehr ertragen...«, flüsterte ich.
    Auch er zitterte. Er schloss die Augen, um seinen inneren Aufruhr zu verbergen, aber dennoch verrieten seine Züge seine Qual. Er stieß einen langen Seufzer aus, ein markerschütterndes Aufstöhnen, das mir das Herz zerriss, und zog mich dann brüsk an sich. In seiner Brust hämmerte es ebenso heftig wie in meiner, und langsam schlugen unsere Herzen im gleichen Takt.
    Reglos knieten wir auf dem kalten, nassen Boden. Jeder sog die Wärme des anderen auf, seinen Geruch, und unsere Körper sagten einander das, was wir nicht aussprechen konnten. Die Mauer zwischen uns zerbröckelte. Da war nur noch eine große Leere, die
danach verlangte, ausgefüllt zu werden. Mein Herz setzte einen Schlag aus.
    Er wich ein wenig zurück, um mich von neuem anzusehen. Seine Augen waren feucht, und sein Mund sprach dieselben Worte aus, die auch aus mir hinausdrängten.
    »Ich liebe dich... Ich liebe dich, a ghràidh . Gott, wie ich dich liebe!«
    »Liam, mo rùin ...«
    Er erstickte meinen tief empfundenen Schrei mit seinen hungrigen Lippen, und ich schmolz dahin wie Schnee in der Sonne, rann in seinen Armen dahin, unter seinen Händen, die ihre Bekanntschaft mit meinem frierenden Körper erneuerten. Seine heißen Finger zogen eine Feuerspur auf meiner feuchten Haut und wärmten mich. Bald brannte in mir dasselbe Feuer wie in ihm, für ihn.
    Liam hob mich auf, um mich zum Bett zu tragen, das unter unserem Gewicht knarrte. Mit ungeduldigen Händen rissen wir uns die feuchten Kleider, die an unserer Haut klebten, vom Leib. Er bewegte sich zärtlich, aber hastig, als müsse er verlorene Zeit aufholen. Einladend öffnete ich die Schenkel und stieß ein zufriedenes Stöhnen aus, als er in mich eindrang.
    »Ich werde dein sicherer Hafen sein, wenn du der meine bist, a ghràidh «, murmelte er. »Ich werde dein Rettungsanker sein, wenn du dasselbe für mich bist.«
    Langsam bewegte er sich in mir, und sein Blick drang bis in meine Seele vor.
    »Du sollst den Kopf an meine Schulter legen, wenn du Kummer hast. Ich möchte ein Teil von dir sein, in dir leben, heute, morgen und in alle Ewigkeit.«
    Er beschleunigte seinen Rhythmus und stieß noch tiefer in mich hinein, während ich die Hände in die Laken krallte und den Rücken wölbte.
    »In guten und in schlechten Tagen, a ghràidh «, keuchte er und schloss die

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