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Schwert und Laute

Schwert und Laute

Titel: Schwert und Laute Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sonia Marmen
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Augen.
    »In guten und in schlechten Tagen«, wiederholte ich flüsternd, und mein Körper wurde von einer Woge purer Lust davongetragen. »Oh, Liam! ...Ja, ich liebe dich...«

    Unsere Schreie und unsere Körper verschmolzen, und wir umklammerten einander und suchten in der Befriedigung des Fleisches die Erlösung unserer Seelen. Keuchend sanken wir dann auf die feuchten Laken zurück, eng umschlungen und gesättigt. Das feuchte Haar stand uns beiden wild um den Kopf.
    »Tha gaol agam ort . Ich liebe dich«, flüsterte er einige Augenblicke später an meinem Ohr. »Ohne dich kann ich nicht leben. Wenn du fern von mir bist, fühle ich mich wie tot.«
    Er stützte sich auf einen Ellbogen, um mich anzusehen, und schob die feuchten Strähnen, die mein Gesicht bedeckten, fort.
    »Ohne dich war ich wie eine leere Hülle«, erklärte er. »Aber ich hatte Zeit zum Nachdenken, und ich habe verstanden...«
    »Was hast du verstanden?«, fragte ich, ließ die Finger durch seine Brustbehaarung gleiten und spürte sein Herz unter der Haut schlagen.
    »Dass ein Schiffbrüchiger nach dem ersten Halt greift, der sich ihm bietet. Ich habe begriffen, warum du diesen Handel mit Dunning geschlossen hast. Ich selbst hätte Schlimmeres getan, um dein Leben zu retten.«
    Er unterbrach sich und verwob seine Finger mit meinen. Seine Züge verhärteten sich.
    »Außerdem tut es mir leid, Caitlin, furchtbar leid... Was ich dir angetan, was ich zu dir gesagt habe... Ich hatte Angst, dich bei meiner Rückkehr nicht mehr hier zu finden. Das hätte mich umgebracht, aber auch dann hätte ich dich verstanden.«
    Zitternd schmiegte ich mich an ihn. Er zog die Decke über uns beide.
    »Geh nie wieder fort, Liam. Nie wieder ohne mich.«
    Er strich mit den Lippen über meine Schulter.
    »Nein, das verspreche ich dir.«
    Erst jetzt, mit gesättigtem Körper und friedlicher Seele, vermochte ich, in einen Schlaf ohne Träume und Qualen zu sinken.

Die Rache tilgt die Kränkung nicht .
    Calderón

17
Die Clansmen
    Als ich im Morgengrauen die Augen aufschlug, stellte ich fest, dass ein Bein quer über meinem Schenkel lag, so dass ich mich nicht rühren konnte. Fast hatte ich vergessen, dass Liam es gewöhnt war, das ganze Bett für sich zu beanspruchen. Ich fragte mich, ob das eine unbewusste Beschützerhaltung war, einen Besitzanspruch demonstrieren sollte oder einfach ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe ausdrückte. Vielleicht ein wenig von allem. Mit den Fingerspitzen strich ich über seine kräftigen Schenkelmuskeln. Er stöhnte leise und regte sich leicht. Ich hob ein paar lockige Strähnen hoch und betrachtete lange das Gesicht, das mir in meinen einsamen Nächten vor Augen gestanden hatte. Seine vollen, fein gezeichneten Lippen schienen zu lächeln.
    »Wovon du wohl träumst, mo rùin? «, flüsterte ich.
    Mit der Spitze meines Zeigefingers zog ich die Konturen seines kantigen Kiefers nach, der mit weichen, mehrere Tage alten goldenen Stoppeln überzogen war. Er öffnete die Augen.
    »Guten Morgen«, wisperte ich und lächelte ihm zu.
    Er zog mich an sich und küsste mich zärtlich auf den Mund.
    »Guten Morgen, hast du gut geschlafen?«
    Ich nickte gähnend.
    Er beobachtete mich aus halb geschlossenen Augen, während seine Hand an meiner Flanke hinauffuhr, unterwegs eine zerzauste Haarsträhne ergriff und sie um seinen Finger wickelte. Dann Schweigen... Ein Schweigen, das uns umschloss wie ein Mantel, voller Worte, Trauer, Schreie und Tränen. Dann sein Blick, in dem so viel Leid stand und die Hoffnung auf Vergebung.
    Liam richtete sich auf und rieb sich das Gesicht, um den Schlaf zu vertreiben. Auf der Bettkante sitzend beobachtete er mich
über die Schulter. Die Sonne ließ die feine weiße Linie aufleuchten, die sich quer über seinen Rücken zog. Er betrachtete mich von Kopf bis Fuß und verzog dann die Lippen zu einem leisen, verstohlenen Lächeln.
    Er hob mein Hemd auf, das als Häufchen auf dem Boden lag, und steckte die Nase hinein, bevor er es mir reichte. Erneut setzte er eine ernste Miene auf. Seine Schultern krümmten sich, als laste ein Gewicht darauf.
    »Ich weiß, dass du mir noch böse bist, Caitlin. Ich kann die vergangenen Wochen nicht in einer einzigen Nacht ungeschehen machen«, begann er mit heiserer Stimme. »Ehe ich beschlossen habe, zurückzukommen, bin ich drei Tage durch die Berge gestreift. Ich habe nicht gewagt zu kommen; ich hatte Angst, du könntest dich weigern, mich zu sehen.«
    Mir verschlug es vor Verblüffung

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