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SdG 05 - Der Tag des Sehers

SdG 05 - Der Tag des Sehers

Titel: SdG 05 - Der Tag des Sehers Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Steve Erikson
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Zusammenkunft?«
    »Es gibt keinen besseren Zeugen für alle wundersamen Dinge als Kruppe aus Darujhistan, Schätzchen, Warum? Nun, all die Geschichten, die ohne jede Anstrengung von diesen ziemlich schmierigen Lippen strömen würden, solltest du sie jemals durch Neugier dazu anspornen – «
    »Vergib mir, wenn ich das unterlasse«, erwiderte sie. »Zumindest was die nahe Zukunft angeht.«
    »Weil du sonst abgelenkt würdest, natürlich. Es ist ja schließlich vollkommen offensichtlich, dass schon allein Kruppes Anwesenheit für ein Übermaß an Weisheit sorgt.«
    »Ungemein offensichtlich. Nun gut. Wir müssen ein Pferd für dich finden, denn ich habe vor zu reiten.«
    »Ein Pferd? Welch Entsetzen! Verderbte Tiere. Nein, nein, ich werde mich an mein treues Maultier halten.«
    »Ganz fest.«
    »Bis an die Grenzen meiner körperlichen Fähigkeiten, ja.« Er drehte sich um, als hinter ihnen ein trappelndes Geräusch ertönte. »Ah, wenn man vom Dämon spricht! Und sieh nur, ein mondsüchtiges Pferd folgt ihm wie ein Schoßhündchen an der Leine – und ist das ein Wunder, wenn man sich mein stattliches, stolzes Tier anschaut?«
    Silberfuchs musterte das gesattelte Pferd, das hinter dem Maultier herlief, aus zusammengekniffenen Augen. »Sag mir eins, Kruppe – wer wird noch Zeuge der Zusammenkunft werden … durch dich?«
    »Durch Kruppe? Wie? Natürlich niemand außer Kruppe selbst! Das schwört er!«
    »Und bestimmt nicht das Maultier?«
    »Schätzchen, die Fähigkeit dieses Maultiers zu schlafen – gleichgültig unter welchen Umständen – ist grenzenlos, durch nichts zu beeinträchtigen und in der Tat bewundernswert. Ich versichere dir, niemand wird durch seine Augen zum Zeugen werden!«
    »Es schläft, ja? Zweifellos, um zu träumen. Nun gut, lass uns aufbrechen, Kruppe. Ich nehme an, du hast kein Problem mit einem nächtlichen Ritt?«
    »Nicht im Geringsten, ist doch Ausdauer Kruppes engster Verwandter …«
     
    »Geht ein paar Schritte mit mir.«
    Elster, der gerade aus dem Kommandozelt getreten war, blieb stehen und schaute nach links, wo Anomander Rake im Dämmerlicht stand. Ach, also nicht Korlat. Nun gut … »Natürlich, Lord.«
    Der Sohn der Dunkelheit führte ihn durch die Zeltreihen in Richtung Süden bis an den Rand des Lagers und noch darüber hinaus. Sie gingen einen Hügel hinauf und kamen in Sichtweite des Catlin. Das Licht der Sterne spielte über die vielleicht zweihundert Schritt entfernte, wirbelnde Wasseroberfläche.
    Motten umflatterten sie wie Schneeflocken, die vor dem warmen Wind fliehen.
    Lange sagte keiner der beiden Männer ein Wort.
    Schließlich stieß Anomander Rake einen Seufzer aus. »Was macht Euer Bein?«, fragte er.
    »Es schmerzt«, erwiderte Elster wahrheitsgemäß. »Vor allem nach einem ganzen Tag im Sattel.«
    »Bruth ist ein voll ausgebildeter Heiler. Er gebietet über Hoch-Denul. Er würde nicht zögern, solltet Ihr ihn fragen.«
    »Wenn genug Zeit ist – «
    »Es war mehr als genug Zeit, wie wir beide wissen. Aber da ich durchaus nicht frei von einer Halsstarrigkeit bin, die der Euren nicht unähnlich ist, werde ich diese Angelegenheit nicht mehr zur Sprache bringen. Hat der Schnelle Ben Kontakt mit Euch aufgenommen?«
    Elster nickte. »Er ist in Capustan. Oder sollte jetzt eigentlich dort sein.«
    »Dann bin ich erleichtert. Der Anschlag auf die Gewirre hat es einigermaßen gefährlich gemacht, ein Magier zu sein. Selbst Kurald Galain hat die Berührung des Gifts gespürt.«
    »Ich weiß.«
    Rake drehte sich langsam um und blickte ihn an. »Ich hätte nicht erwartet, in ihr … eine solche Erneuerung zu finden. In einem Herz, von dem ich geglaubt hatte, dass es für immer verschlossen sei. Es wieder so erblühen zu sehen …«
    Elster verlagerte unruhig sein Gewicht. »Es könnte sein, dass ich es heute Abend verletzt habe.«
    »Vorübergehend, vielleicht. Wir wissen, dass Ihr eigentlich gar nicht ausgestoßen seid.«
    »Deshalb auch das Treffen, das hatten wir zumindest angenommen.«
    »Ich habe den Stachel aus dem Fleisch gezogen, bevor Ihr und Dujek angekommen seid.«
    Der Malazaner musterte den Tiste Andii, so gut dies im herrschenden Zwielicht möglich war. »Ich hatte so etwas geahnt, war mir aber nicht sicher. Und ich konnte mir auch nicht vorstellen, warum Ihr so etwas tun solltet.«
    »Weil meine Position in Euren Augen keinen Sinn ergibt.«
    »Hm.«
    Rake zuckte die Schultern. »Ich betrachte Notwendigkeiten nur selten als Last.«
    Elster dachte über

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