Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Silberband 055 - Der Schwarm

Titel: Silberband 055 - Der Schwarm Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
Vom Netzwerk:
denke schon. Was haben Sie vor, Kommandant?«
    Edmond spürte aus der Stimme des Mannes Zögern und Unsicherheit heraus, aber das war in Anbetracht der gefährlichen Situation kein Wunder. Sie alle waren unsicher und fürchteten sich vor dem, was kommen konnte. Der Manipulator hatte zweifellos Meldung erstattet, und vielleicht mußte man schon in den nächsten Minuten mit einer Aktion des geheimnisvollen Gegners rechnen.
    »Hat jemand von Ihnen schon einmal einen solchen Manipulator gesehen?« fragte Pontonac.
    »Nein, niemand!«
    Edmond fühlte, wie sein Herz rasend schnell zu schlagen begann. Dies konnte zu einer einmaligen Chance für sie alle werden und – für die Menschheit. Wenn aus einem unbekannten Feind einer wurde, den man kannte, über dessen technische Möglichkeiten man Bescheid wußte, dann war dies ein unschätzbarer Vorteil. Wenn es gelang … Er dachte diese Überlegung nicht bis zum Ende durch und konzentrierte sich auf das Naheliegende.
    »Es hat dann also auch noch niemand einen Manipulator betreten und versucht, dessen Wirkungsweise festzustellen?«
    »Keiner von uns hier, Edmond, und wenn ich die aufgefangenen Funksprüche richtig deute, dann wissen die meisten Immunen nicht einmal, daß ein solcher Raumschiffstyp überhaupt existiert.«
    Edmond fragte weiter:
    »Können Sie mit dem Traktorstrahlprojektor gut umgehen?«
    »Ich denke schon«, meinte Lerinck.
    »Trauen Sie sich zu, dieses Objekt heranzuziehen und an einem Schiff, meinetwegen an der BARRACUDA, festzuhalten?«
    Lerinck begriff, worauf Pontonac hinauswollte.
    »Sie meinen, daß wir den Manipulator zur Erde mitnehmen sollen?«
    Edmond sagte hart: »Genau das meine ich. Falls aber vorher die anderen Manipulatoren kommen und ihrem Genossen helfen wollen, so wäre das fatal.«
    Lerincks Stimme nahm einen beschwörenden, eindringlichen Charakter an. Er fragte hartnäckig:
    »Was haben Sie vor, Edmond?«
    »Ich werde versuchen, den Manipulator zu betreten und soviel Informationen zu bekommen, wie es mir möglich ist.«
    Kopfschüttelnd schwieg Lerinck. Er kannte Pontonac aus der Zeit, in der Edmond noch der Leiter des Saturnmondes Titan gewesen war. Diesem Mann war alles zuzutrauen.

19.
    Was er jetzt unternahm, mußte er ganz allein tun. Niemand war in der Lage, ihm zu helfen; abgesehen von vierzehn anderen Männern würde ihn jedes andere Wesen in diesem Bezirk des Alls nur stören. Edmond Pontonac sah sich in der Zentrale um und dachte nach. Er mußte sehr überlegt vorgehen. Kein Detail durfte vergessen werden.
    Der Raumanzug.
    Er hatte ihn durchgetestet und ausgerüstet, und der Anzug war in Ordnung.
    »Aber da sind noch gewisse Details«, fiel ihm ein.
    Zuerst ging er hinunter in den Raum, von dem aus die gesamte Luftversorgung des Schiffes kontrolliert werden konnte. Wie durch ein Wunder hatte keiner seiner Männer hier gespielt oder irgendwelche Knöpfe und Schalter gedrückt; die Anlage funktionierte noch ausgezeichnet. Abgesehen davon, daß es hier nach Schweinen und verfaulendem Fleisch stank.
    Edmond schloß ein Fach auf und nahm einen flachen Kanister heraus – es war der letzte, den er besaß.
    Er schob den Kanister zwischen Halteklemmen, schraubte einen dicken, flexiblen Schlauch an die Öffnung und schloß den Hahn, der den Schlauch mit der Aufbereitungsanlage verband. Dann drehte er das Ventil des Kanisters auf. Das Gas konnte jetzt in den Schlauch strömen. Edmond verband den Hahn mit einer Schaltung, die er oben in der Zentrale aktiviert hatte. Drückte er dort auf einen Knopf, würde das Gas in den Luftkreislauf des Schiffes strömen.
    Edmond versperrte sorgfältig das Schott und ging weiter in eines der unaufgeräumten Magazine hinein.
    Er nahm einen schweren, zweihändig zu benutzenden Desintegrator aus dem Waffenschrank, lud ihn neu und steckte eine zweite Energiezelle ein. Eine zweite Hochleistungsbatterie wurde in einen schweren Handscheinwerfer gesteckt, der Scheinwerfer probiert.
    Nur die Batterien für seinen eigenen Bewegungsmechanismus machten ihm Sorgen. Er besaß nur noch zwei oder drei Sätze und einige alte Batterien, die aber fast leer waren. Im Augenblick reichte die Reserve, die er in verborgenen Fächern in seinen Oberschenkeln trug, noch aus.
    Er belud sich mit seiner Ausrüstung und ging zurück in die Zentrale.
    Langsam zog er den Raumanzug an, dann schnallte er sich das kleine Triebwerk auf den Rücken, testete es kurz und steckte den Scheinwerfer an den Gürtel, hängte das Seil ein,

Weitere Kostenlose Bücher