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Silberband 055 - Der Schwarm

Titel: Silberband 055 - Der Schwarm Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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des Scheinwerfers. Dann merkte Pontonac, daß die Luke nur noch leicht in dem zerstörten Rahmen hing.
    »Wie komme ich hinein?« fragte er sich.
    Das war die Frage. Die anderen Kommandanten meldeten sich nicht, sie wußten, daß dies nur Selbstgespräche waren, mit denen Pontonac seine Nerven beruhigte.
    Er näherte sich dem Rand, klammerte sich fest und stemmte den Lauf der Waffe zwischen die beiden Flächen. Er sicherte sich mit einer Hand und beiden Füßen und benutzte die Waffe als Hebel. Da sowohl das Schiff als auch die Schleusenplatte schwerelos waren, bewegte sich der kreisförmige Ausschnitt. Er bewegte sich stärker und hob sich endlich aus der Aussparung hervor.
    Pontonac ließ die Waffe los, sicherte sich mit dem linken Arm und verwendete seinen rechten, stählernen Arm dazu, die Platte zu kanten. Er zwängte die Finger um eine Kante und spannte seine elektromagnetischen Muskeln an, dann zog er kräftig. Langsam bewegte sie sich ihm entgegen und an ihm vorbei. Er atmete tief ein und gab der Platte einen Stoß. Sie drehte sich etwas, schlug hart gegen den zerschossenen Rahmen und kippte dann zeitlupenhaft langsam aus dem Bereich des Scheinwerfers.
    »Endlich!« sagte er laut.
    Er hielt sich fest, ließ die Waffe los. Sie segelte lautlos der Platte nach. Dann stand Edmond Pontonac auf dem Boden der Schleuse. Er bemerkte, daß es keine innere Schleusentür gab. Vorsichtig zog er sich nach vorn, richtete den Lichtkegel nach unten und tastete sich weiter. Er schwebte langsam tiefer in das Schiff hinein. Meter um Meter ging es weiter.
    »Pontonac?« fragte Leppa laut und alarmiert.
    Sein Schiff befand sich in einer Position, die es ihm nicht gestattete, zu sehen, wie Pontonac eindrang.
    »Hier. Ich bin im Schiff, fünf Meter weit.«
    »Alles klar?«
    »Im Augenblick noch … Achtung!«
    Plötzlich schaltete sich das Licht ein. Es war ein hellgrünes, stechendes Licht, das aus der Decke und den Wänden kam und wie Phosphor leuchtete. Edmond konnte keine Lichtquelle feststellen.
    »Gefahr?«
    »Licht!« antwortete Edmond. »Aber was für eins!«
    »Sie sollten sich ein bißchen beeilen«, meinte Leppa. »Wir warten nur noch auf Ihre Aktionen.«
    »Gern, sofern möglich!« bestätigte Edmond. »Aber zuerst sehe ich mir an, was ich gefunden habe. Außerdem bin ich mit einer ausgezeichneten Kamera gesegnet.«
    »Meinetwegen. Die Erde kann ja warten!«
    »Mann!« sagte Pontonac fast ehrfürchtig. »Ich bin in einem Luxusschiff gelandet. Im Augenblick gibt es hier sogar Schwerkraft.«
    Er wurde langsam zu Boden gezogen. Der Boden befand sich oben. Oben, das bedeutete, daß er sich jetzt langsam um seine Querachse drehte und plötzlich mit beiden Beinen auf einem glatten, schimmernden Boden stand. Sein Eintreten oder das Passieren von versteckten Lichtschranken hatte die Beleuchtung und das Einsetzen der Schwerkraft eingeschaltet.
    Edmond Pontonac blieb stehen, schaltete den Scheinwerfer aus und atmete langsam durch.
    »Sehr schön!«
    Er schaute sich um. Vor und hinter ihm erstreckte sich ein etwa fünf Meter breiter und drei Meter hoher Korridor. Boden, Wände und Decke waren spiegelglatt wie Glas. Von ihnen strahlte jenes phosphoreszierende, stechendgrüne Leuchten aus. Der Korridor war länger als hundert Meter, und an seinem Ende sah er eine kleine, entfernt humanoid aussehende Gestalt. Er erschrak. War in diesem Schiff eine lebende Besatzung? Er zog die Handwaffe aus der Schutzhülle und wich zur Wand des Korridors zurück.
    Edmond Pontonac war keineswegs ein Mann, dessen Mut sprichwörtlich genannt werden konnte. Aber seit dem Tag, an dem er seine Beine verloren hatte, schätzte er die Gefahren des Lebens richtiger und kühler ein. Er wußte, daß er sich hier im Einflußbereich einer fremden Macht, einer vollständig andersartigen Zivilisation befand.
    »Pontonac an Davyd Leppa«, sagte er. »Ich bin im Schiff. Es ist möglich, daß etwas passiert, was nicht im Programm geplant war. Ich melde mich sofort, wenn ich etwas sehe. Kommandant Lerinck könnte inzwischen versuchen, den Manipulator mit dem Traktorstrahl heranzuziehen.«
    Leppa sagte laut. »Ich werde es weitergeben. Machen Sie möglichst viele Aufnahmen, Edmond – wir werden sie brauchen!«
    »In Ordnung. Ich hatte nichts anderes vor.«
    Pontonac ging, die entsicherte Waffe in der rechten Hand, langsam auf die dunkle Figur zu. Als er fünf Schritte zurückgelegt hatte, öffnete sich rechts neben ihm ein Stück der Wand, sie wich einfach an beiden

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