Silberband 057 - Das heimliche Imperium
daß Oberst Anaka dahintersteckte. Er versuchte nun, sie mit den gleichen Mitteln zu bekämpfen.
Er war ein Hypno, und irgendwann würde es gelingen, ihr seinen Willen aufzuzwingen.
Sie hatten die riesige Halle erreicht, in dem sich das mächtige Gebilde des Bioponblocks befand.
»Irmina hat einen Teilsieg über Anaka errungen«, berichtete Fellmer Lloyd, während die furchterfüllten Gedanken der Männer noch in ihm nachhallten, die Irmina in die Flucht geschlagen hatte. Obwohl ihre Aktionen nie tödlich verlaufen waren, hatte sie Anakas Männer demoralisiert.
»Jetzt könnten wir es schaffen«, sagte Perry Rhodan und blickte sich zwischen dem Gewirr von Rohren und halborganischen Bioponleitern um. Sein Optimismus schwand sofort wieder. Es war schon schwer genug, ohne technische Ausrüstung die wichtigsten Bioponleiter herauszufinden. Aber es war eine Unmöglichkeit, die von Oberst Tahiko Anaka installierten Zapfanlagen zu eruieren.
Das Lächeln auf Lloyds Gesicht war verschwunden und hatte einer tiefen Besorgnis Platz gemacht.
»Anaka versucht, Irmina in seine Gewalt zu bringen«, sagte er. »Wir müssen schnell handeln.«
Calvan Pratt lachte rauh. »Das ist leicht gesagt. Aber wo sollen wir beginnen? Es können Stunden vergehen, bis wir das erste Zapfgerät gefunden haben. Und ebensoviel Zeit werden wir benötigen, um den nächsten Hauptleiter funktionsfähig zu machen.«
Rhodan überging den Einwand des Hyperschaltingenieurs. Er wandte sich an Aborq Vallain.
»Haben Sie die Sprache verloren, junger Mann? Ich dachte, Sie besäßen ein Wundermittel, um die Zapfgeräte zu finden.«
Der Ezialist zuckte zusammen. »Entschuldigen Sie, Sir. Ich habe gerade darüber nachgedacht, in welchem Winkel wir die Strahler aufstellen sollen, um die beste Streuwirkung zu erzielen.«
»Strahler!« rief Pratt aus. »Was sollen wir mit Strahlern?«
»Irmina wird sich nicht mehr lange gegen Anakas Suggestionen wehren können«, meldete Lloyd in diesem Augenblick.
Vallain wandte sich an den Hyperschaltingenieur. »Seien Sie nicht so borniert, Pratt. Was macht es schon, daß hier eine Methode angewandt werden soll, die Sie nicht kennen. Das ist doch noch lange kein Grund, einen Versuch von vornherein abzulehnen. Sie hören selbst, daß die Zeit drängt.«
»Was Sie vorhaben, ist Wahnsinn!« beharrte Pratt.
»Hören Sie sich wenigstens an, wie ich mir den Vorgang vorstelle …«
»Das ist nicht nötig«, unterbrach Rhodan. »Treffen Sie Ihre Vorbereitungen, Vallain, wir werden Sie alle unterstützen. Auch Sie, Pratt. Sollte der Versuch fehlschlagen, können wir immer noch die langwierigere Methode in Angriff nehmen. Ich hoffe nur, Sie vergeuden nicht zuviel unserer kostbaren Zeit, Vallain.«
»Es wird sich innerhalb der nächsten zehn Minuten herausstellen, ob ich Erfolg habe oder nicht.«
»Hoffentlich hält Irmina solange durch«, sagte Lloyd pessimistisch.
Vallain entwickelte plötzlich eine Hektik, die ihm niemand zugetraut hätte.
Er postierte Rhodan, Atlan und Pratt zehn Meter voneinander entfernt in einer Linie. Jeder von ihnen erhielt einen Strahler, der auf paralysieren und Mindestkapazität gestellt war.
»Schalten Sie die größtmögliche Fächerung ein und zielen Sie auf den Abschnitt jener Bioponleiter, die aus dem Bioponblock heraustreten. Schalten Sie Ihre Waffen erst ein, wenn ich das Zeichen gebe.«
Rhodan und Atlan befolgten Vallains Anweisungen ohne Widerspruch. Nur Pratt murrte. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, daß mit dieser primitiven Methode Anakas Zapfgeräte gefunden werden konnten.
»Sie haben wohl kein großes Vertrauen in die ezialistischen Arbeitsmethoden«, meinte Vallain dazu. Er wartete keine Antwort ab, sondern wandte sich an Fellmer Lloyd. »Sir, ist es Ihnen möglich, sich auf telepathischem Wege mit dem Zentralplasma in Verbindung zu setzen?«
Lloyd nickte. »Ohne weiteres.«
»Gut. Dann versuchen Sie, über alle Hauptleiter Impulse an den Bioponblock abzustrahlen. Es ist egal, welcher Art diese Impulse sind. Für den Versuch ist es nur wichtig, daß die Hauptleiter unter Spannung stehen.«
»Ich werde tun, was Sie verlangen«, versprach Lloyd.
»Aber das ist unsinnig«, wandte Pratt ein. »Wie können die Bioponleiter unter Spannung stehen, wenn die Zapfgeräte die Impulse in den Hyperraum ableiten?«
Vallain lächelte. »Wir wollen doch herausfinden, an welcher Stelle die Impulse in den Hyperraum abgeleitet werden. Und das wird uns vermutlich gelingen, wenn wir
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