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Silberband 057 - Das heimliche Imperium

Titel: Silberband 057 - Das heimliche Imperium Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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aus, um sich die Szenen vorzustellen, die sich nun im oberen Teil des Schiffes abspielten. Das untere Schiff würde den Tausenden auf keinen Fall genügend Platz bieten können, und schon zehn oder zwanzig Prozent der Großen würden den letzten Platz im oberen Teil restlos ausfüllen. Überall aber begannen Tausende dieser Fremden zu wachsen, sich auszudehnen. Sie begriffen natürlich sofort, was ihnen drohte: der Tod durch Ersticken, durch gegenseitiges Zerquetschen.
    Diejenigen, die einem der Ausgänge am nächsten waren, hielten nicht ein, sondern begannen zu rennen, sobald sie sich bewegen konnten. Sie rasten in panischer Hast durch die winzigen Korridore, entlang der kleinen Galerien, an deren Decken sie nach wenigen Minuten stießen. Sie quetschten sich durch die Schleusen, durch die Luken und die größeren Korridore, und sie jagten hintereinander wie die Rasenden die lange Spirale nach unten. Schrille Schreie ertönten, und die Geräusche wurden von splitterndem Glas und zerbrechendem Metall und Plastik noch verstärkt, sie wurden lauter und füllten schließlich das gesamte Schiff aus.
    Und darüber schrie eine keifende Stimme Befehle.
    Sandal begann zu zittern …
    Das Schiff reagierte sofort: Die Maschinen, die rund um den jungen Krieger standen, arbeiteten plötzlich mit doppelter Lautstärke. Sämtliches Metall entwickelte Eigenschwingungen, begann immer stärker zu vibrieren, und schließlich würde Sandal sein eigenes Wort nicht mehr verstanden haben, hätte er geschrien.
    »Das Leben ist seltsam, beim Brennenden Stern«, flüsterte Sandal Tolk. »Zuerst tagelang nichts, dann überstürzen sich die Abenteuer. Ich habe als Steuermann dieses Sternenschiffes versagt.«
    Langsam zog er die Handschuhe an und befestigte den Armschutz; sinnlose Gesten im Augenblick, aber sie halfen ihm, seine Nervosität unter Kontrolle zu bringen. Als er damit fertig war, entdeckte er eine Menge von unruhig sich bewegenden Fremden, die seltsame Waffen aus Wandschränken rissen, dicke, silberne Anzüge überstreiften und sich laut unterhielten. Es war eine akustische Hölle, und vor lauter dünnen Armen sah er nicht genau, was vorging.
    Dann fühlte er wieder diesen Schock. Als ob eine furchtbare, unsichtbare Faust ihn voll träfe. Er taumelte, krachte gegen die Wand, schlug mit der Schulter gegen den klappernden, halbleeren Köcher, und noch bevor sein Körper den Boden berührte, war er wieder bei Bewußtsein.
    Er blinzelte, richtete sich auf und atmete tief durch.
    »Transition!« stellte er stöhnend fest.
    Dann weiteten sich seine Augen, und er sah durch den Spalt der massiven Tür auf die Bildschirme. Die Sterne waren verschwunden. Ein milchig trübes Leuchten, das von verschiedenen, dicht beieinanderstehenden Lichtquellen stammte, flutete durch den Äther. Der Schwarm war ebenso verschwunden wie die Sterne, und einmal sah Sandal so etwas wie einen riesigen Hohlspiegel in weiter Ferne aufblitzen.
    »Ich bin im Schwarm!« schrie er gellend.
    Gleichzeitig richteten einige der Fremden die Waffen nach oben und feuerten. Ätzender Rauch stieg auf. Mehr und mehr von ihnen hüllten sich in jene silbrig schimmernden Anzüge, die aussahen wie die Raumanzüge der Terraner, nur unendlich viel fremder. Sandal sah sich blitzschnell um, entdeckte einen kleinen, in massives Metall eingebauten Bildschirm in der Schleuse, und schloß die dicke Schleuseninnentür. Dann tastete er sich die Wand entlang und schaltete den Bildschirm an. Sofort erschien das Bild.
    Es zeigte einen näher kommenden Planeten.
    Die Geräuschkulisse wurde fast völlig abgeschnitten. Sandal hörte nur noch die dumpfen Geräusche der wie wild arbeitenden Maschinen, und dann die hämmernden Töne, mit denen die Wesen im oberen Schiffsteil versuchten, sich aus ihrer drohenden Lage des Eingeschlossenseins zu befreien. Hin und wieder donnerte ein Schuß aus einer der schweren Waffen der großen Fremden.
    »Welch ein Wahnsinn!« keuchte er.
    Dies war kein Kampf mehr; dies waren Ausschnitte aus alten Sagen, aus den Erzählungen eines wahnsinnigen Barden. Es war wie eine Schlacht der Götter auf Exota Alpha, und wenn Atlan dies miterlebt hätte, würde er ihm zugestimmt haben. Aber er war jetzt innerhalb des Schwarms, innerhalb der Schirme, von denen die Terraner sehr oft gesprochen hatten.
    Sandal drückte einen zweiten Knopf, und wieder wechselte das Bild. Er sah in den großen Vorraum der Schleuse hinein. Dort tobte bereits der Kampf der Großen gegen jene, die

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