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Sternenfall: Roman (German Edition)

Sternenfall: Roman (German Edition)

Titel: Sternenfall: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael McCollum
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weit sind, Kapitän.«
    Karin blickte über die Schulter zu ihrem Mann hinüber. »Alles klar zum Wenden, Chefingenieur?«
    »Alles klar, Captain.«
    »Okay. Bereithalten für die Durchsage.« Sie tippte auf den Hauptschalter des Bord-InterKoms. »Achtung, an alle! Ich wende das Schiff für das Abbremsmanöver. Achten Sie auf Corioliskräfte und vermeiden Sie heftige Armbewegungen. Wendemanöver in dreißig Sekunden!«
    Karin zündete zeitplanmäßig die Korrekturtriebwerke. Das Habitatmodul begann beim Geräusch der Zündung zu vibrieren. Das Geräusch war noch nicht wieder erstorben, als der Himmel auf der Kuppel zu rotieren begann. Sie beobachtete aufmerksam das Kompassgitter der Projektion. Als das Schiff darauf wenige Grad vor dem Wendepunkt lag, zündete sie erneut die Triebwerke. Ein zweites Whom! brachte die Rotation zum Stillstand. Im Zenit der Kuppel befand sich ein kleiner gestreifter Planet von beinahe unerträglicher Helligkeit. Aus einer Entfernung von dreißig Millionen Kilometern betrachtet, war Jupiter halb so groß wie der Mond von der Erde aus gesehen. Sein helles Licht durchdrang die Koma und gab ihr das Aussehen eines Vollmondes in einer diesigen Nacht.
    »Rückansicht, Mr. Rodriguez.«
    Wieder veränderte sich das Kuppelbild und zeigte nun den sichelförmigen Kern. Er sah im Wesentlichen so aus wie während ihrer monatelangen Sternenjagd, außer dass die Ränder der Sichel nicht mehr unscharf und verschleiert waren. Der Eiskern hatte sich in einen kleinen Planeten mit scharf umrissenen Konturen und einer verdunkelten Hemisphäre verwandelt. Der verdunkelte Teil glühte düster im Licht des Jupiter.
    Der Kapitän wies Thorpe, der neben ihr festgeschnallt war, auf dieses Phänomen hin. »Sieht so aus, als ob wir die Nacht dort würden durcharbeiten können.«
    »Wie nah werden wir den Kometen querab passieren, Captain?«
    »Was ist los, Mr. Thorpe? Kein Vertrauen mehr in meine Navigationskünste?«
    »Reine Neugier.«
    »Wir werden zum Zeitpunkt der größten Annäherung dreihundert Kilometer entfernt sein. Ich lasse alle meine Seitenkameras mitlaufen, deshalb müssten wir gute Sicht auf die sonnenerhellte Seite haben. Dieser große Krater wird komplett beleuchtet sein. Wenn wir eine Entfernung von zweitausend Kilometern auf der Sonnenseite erreicht haben, bringe ich das Schiff zum Stehen.«
    Thorpe nickte. Für einen stabilisierenden Orbit bestand keine Notwendigkeit. Bei dem geringen Gravitationssog, der von dem Kern mit seiner geringen Dichte ausging, würde es ein gutes Jahr dauern, bis das Schiff zweitausend Kilometer gefallen war.
    Kapitän Olafson beobachtete, wie sich die Aussicht auf den Kometen während der Annäherung veränderte. Ihre Annäerungsgeschwindigkeit – mit einem hohen Prozentanteil ihrer verbleibenden Treibstoffvorräte erkauft – betrug fünf Kilometer pro Sekunde. Wenn sie mit dem Kometen gleichzögen, würde sie mit vollen zwei g fünf Minuten lang verzögern, um die Admiral Farragut in der gewünschten Position zum Stillstand zu bringen. Anschließend würde man mehrere Tage lang Untersuchungen durchführen, ehe man sich für einen Landeplatz entscheiden würde.
    Sobald die Erlaubnis von der Erde erteilt worden war, würden sie das Habitatmodul abtrennen und es auf der Oberfläche absetzen. Als Nächstes würde das Frachtmodul automatisch gelandet werden. Das Antriebsmodul würde in einer hohen Umlaufbahn über dem Kern verbleiben, wo es als Relaisstation dienen würde. Wenn sie erst einmal ihre Wasserstoff-Destillationsapparatur installiert hätten, würden sie jeden einzelnen Kugeltank zum Wiederbetanken auf den Boden überführen.
    Der Asteroid wuchs allmählich an, bis er so groß war wie ein Planet. Als sie den Punkt größter Annäherung erreicht hatte, schaltete Karin Olafson das InterKom ein. »An alle, vorbereiten auf starke Beschleunigung! Zwei g in zwei Minuten. Achten Sie darauf, dass Sie fest angeschnallt sind. Lassen Sie alles stehen und liegen und begeben Sie sich sofort zu den Beschleunigungsliegen! Machen Sie eine Rückmeldung, sobald Sie fertig sind.«
    Sie wartete so lange, bis sich jeder an Bord für die Beschleunigung klargemeldet hatte. Wie sie es vor dem Start getan hatte, inspizierte sie mittels Kamera die Lage jedes Einzelnen und überprüfte ihr Schiff. Dann checkte sie die Bereitschaft der Kontrollraum-Crew.
    »Erster Ingenieur!«
    »Klar für Beschleunigungsmanöver, Captain.«
    »Computercheck, Mr. Rodriguez.«
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