Sternenfall: Roman (German Edition)
grün.«
»Alle Drucktüren schließen. Magnetfeld der Druckkammer hochfahren. Injektion von Reaktionsmasse und Antimaterie vorbereiten.«
»Ist vorbereitet, Captain«, sagte Erster Ingenieur Stormgaard.
Es entstand eine lange Pause.
»Erste ntimaterieinjektion in dreißig Sekunden. Mr. Rodriguez, geben Sie Alarm.«
Im ganzen Schiff ertönte der Beschleunigungsalarm.
»Achtung, an alle. Fertigmachen für vollen Schub, zehn … neun … acht … sieben … sechs … fünf … vier … drei … zwei … eins … jetzt!«
Barbara Martinez schritt langsam durch den langen Korridor der Raumstation Newton und fragte sich, womit sie sich eine Vorladung zu einem persönlichen Gespräch mit dem Direktor von Sky Watch verdient hatte. Computerprogrammierer sechsten Ranges trafen sich nicht oft mit El Patron, und wenn sie es taten, dann hatten sie im Allgemeinen nicht viel Freude daran.
Sie gelangte zum Chefbüro und überprüfte ihre Erscheinung in dem Ganzkörperspiegel, der für diesen Zweck vorgesehen war. Was sie sah, war eine schlanke, schwarzäugige Brünette mit einem gewandten Lächeln und einem für ihr Gesicht etwas zu großen Mund. Sie studierte ihre Gesichtszüge mit der Distanz eines Menschen, der von seinem Aussehen überzeugt ist. Das Graublau ihrer Uniform kontrastierte vorteilhaft mit ihrer ein wenig dunklen Gesichtsfarbe. Befriedigt meldete sie ihr Erscheinen.
Es kam die gedämpfte Aufforderung einzutreten. Franklin Hardesty saß über einen Bericht gebeugt, dessen Vorderseite den scharlachroten Aufdruck STRENG GEHEIM trug. Zusätzlich zu der Sicherheitsklassifizierung prangte auf dem Bericht das Logo des Systemrates. Der Rat hatte in der Vergangenheit als geheim eingestufte Untersuchungen durchführen lassen, das wusste sie, aber diese hatten sich gewöhnlich mit heiklen soziologischen Themen befasst. Soweit sie informiert war, hatte sich Sky Watch nie mit etwas Geheimerem als Gezeitentafeln beschäftigt.
Hardesty blickte auf und schloss bei ihrem Eintreten den Bericht. »Bitte nehmen Sie Platz, Miss Martinez.«
»Danke, Sir.«
Der Direktor hatte sein Büro auf dem Gamma-Deck, wo die lokale Schwerkraft kaum ein Drittel der Standardschwerkraft betrug. Er behauptete, die höhere Schwerkraft auf den Alpha- und Beta-Decks verursache ihm Schmerzen im Bein.
»Ich habe mir Ihre Akte angesehen, Miss Martinez. Ihr entnehme ich, dass Sie als Astrogeologin ausgebildet sind.«
»Ja, Sir. Ich habe meine Doktorarbeit über die Entstehung der Kometen geschrieben.«
»Warum arbeiten Sie nicht auf diesem Gebiet?«
Sie hob die Schultern. »Wo bekommt ein Experte für Kometen denn schon einen Job? Abgesehen von dieser Expedition zum Kometen Hastings neulich, gab es für einen Spezialisten wie mich nicht viele Möglichkeiten.«
»Ich nehme an, Sie verfolgen die Fortschritte der Expedition.«
»Wenn ich kann. Es ist ziemlich still darum geworden, seit der Komet Jupiter hinter sich gelassen hat. Eine Sternenjagd ist eine langwierige Angelegenheit, nehme ich an.«
»Wie es heißt, kennen Sie einen der xpeditionsteilnehmer.«
Sie nickte. »John Malvan. Ich habe ihn kennengelernt, als er letztes Jahr hier auf der Durchreise war. Er versprach, einen Brocken vom Kometen mitzubringen.«
»Malvan ist Lunas offizieller Repräsentant bei dieser Expedition, nicht wahr?«
»Ja, Sir. Wären Sie so liebenswürdig, mir zu sagen, warum Sie mir all diese Fragen stellen?«
»Sky Watch ist beauftragt worden, eine der Arbeitsgruppen des Rates zu unterstützen. Dazu braucht man unsere allerbesten Leute. Ich denke daran, Sie vorzuschlagen.«
»Ein Forschungsprojekt, Sir? Über den Kometen?«
»Tut mir leid, aber mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Der Job schließt einen ausgedehnten Aufenthalt auf der Erde ein. Interessiert?«
»Ja, Sir!« Wie die meisten bei Sky Watch Beschäftigten, hatte Barbara seit langem die Unterhaltungsmöglichkeiten, welche die Newton Station zu bieten hatte, ausgeschöpft. Trotz der hohen Bezahlung und der luxuriösen Wohnquartiere, war es ihr unmöglich, nicht zu bemerken, dass sie ihr Leben in einem gekrümmten Abzugsrohr verbrachte. Ein ausgedehnter Aufenthalt auf der Erde war genau das Richtige für sie.
»Falls Sie ausgewählt werden, wird man von Ihnen höchste Geheimhaltung verlangen. Sie werden niemandem sagen können, was Sie tun, außerdem wird Ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.«
»Für wie lange?«
»Es könnte für mehrere Monate sein. Immer noch interessiert?«
»Sie
Weitere Kostenlose Bücher