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Sternenfall: Roman (German Edition)

Sternenfall: Roman (German Edition)

Titel: Sternenfall: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael McCollum
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fortsetzen.«
    Karin Olafson klang entspannter, als sie sich auf ihrer Beschleunigungsliege fühlte. Ihre Augen musterten die Anzeigen in rascher Folge, während sie einen Nebenregler in ihrer rechten Hand hielt, bereit, augenblicklich die Kontrolle vom Autopiloten an sich zu reißen, falls sich das als nötig erweisen sollte.
    »Irgendwas Gefährliches zu sehen, Erster Ingenieur?«, fragte sie einige Minuten später, als der Krater die Panoramakuppel über ihren Köpfen füllte. Während des Abstiegs zeigte die Kuppel das Bild unter dem Habitatmodul.
    Kyle Stormgaards Stimme kam aus einem Lautsprecher an der Decke. »Das Ding gefällt mir, Captain. Ist so glatt wie ein Babypopo.«
    Der Erste Ingenieur trug einen Raumanzug und befand sich in einer offenen Schleuse. Er hatte eine Handsteuerung dabei und würde das Schiff übernehmen, falls die Schiffskameras während der kritischen Landephase ausfallen sollten. Er musterte den Landeplatz durch hochverstärkende Ferngläser und hielt Ausschau nach Gefahren.
    »Mr. Rodriguez, können Sie das bestätigen?«
    »Bestätigt, Kapitän. Das Radar zeigt eine Eisoberfläche an mit Ebenheit 0,04 und einer Dicke von mindestens mehreren Hundert Metern. Die thermische Messung ergibt eine Oberflächentemperatur von durchweg 124 Kelvin.«
    »Sehr schön. Achte auf die Staubentwicklung, wenn das Frachtmodul aufsetzt, Kyle. Wir schwenken vielleicht besser ab, wenn die Sicht zu stark abnimmt.«
    »Verstanden, Kapitän«, kam die rasche Antwort.
    Während Thorpe weiter die Panoramakuppel beobachtete, fiel das Frachtabteil die letzten Dutzend Meter in Richtung Oberfläche. Ein kurzes Aufflackern seiner starken Korrekturdüsen genügte, um sein Abwärtsgleiten zum Stillstand zu bringen. Es schwebte lange Sekunden im Vakuum, bis es schließlich die letzten drei Meter auf den Boden hinabgesunken war. Das große Modul federte langsam mehrere Male in seinen Landestützen und stabilisierte sich dann.
    »Frachtmodul sicher gelandet. Keine Anzeichen von Oberflächenstaub.«
    »Weitermachen, Leute, wir gehen runter!«
    Der Rest der Landung war ein Kinderspiel. Das riesige, kugelförmige Habitatmodul hallte wider von einigen kurzen Stößen der Steuerdüsen, dann war es still. Fast eine halbe Minute später fühlte sich Thorpe sanft in seinen Sitz gedrückt. Nach allen Seiten hin breitete sich ein seltsam braungrauer Boden aus, während darüber eine geschrumpfte Sonne aus einem pechschwarzen Himmel auf ihn erunterstarrte. Kapitän Olafson begann augenblicklich mit dem Aufrufen der Abschlussprozeduren.
    Thorpe atmete hörbar aus. Erst jetzt fiel ihm auf, dass er den Atem angehalten hatte. Nachdem er eine Weile den Kuppelhorizont gemustert hatte, begann er seine Gurte abzustreifen, plötzlich begierig darauf, wieder frei zu sein. Nach acht Monaten und fast einer Milliarde zurückgelegter Kilometer war die Admiral Farragut endlich am Ziel!
     
    »Sie sind unten«, gab Franklin Hardesty bekannt.
    »Sind Sie sicher?«, fragte Constance Forbin.
    Der Direktor von Sky Watch nickte. »Newton Station hat soeben die Bestätigung von Kapitän Olafson erhalten. Das Habitat- und das Frachtmodul sind beide erfolgreich gelandet, und man ist gerade dabei, sie im Eis zu verankern.«
    »Gute Neuigkeiten«, sagte die Chefkoordinatorin.
    »Verdammt gute Neuigkeiten!«, erwiderte Hardesty.
    Beide befanden sich in einem abgeschirmten Konferenzsaal im New Ridderzaal Tower, wo sie eine Zusammenkunft der größeren Nationen der Erde moderierten. Die Nordamerikanische Union und das Vereinte Europa waren vertreten, die Democracia du Sud America, die Afrikanische Union, Großchina und Australasien. Constance Forbin hatte das Geheimnis des eigensinnigen Kometen am ersten Versammlungstag enthüllt. Zu ihrer Überraschung hatten die versammelten Repräsentanten die Nachricht mit relativer Ruhe aufgenommen. Ob ihre Reaktion auf ihr mangelndes Verständnis der drohenden Gefahr zurückzuführen war, oder ob ihre Spionagedienste den Sicherheitsrat infiltriert hatten, wusste sie nicht zu sagen. Außerdem hielt sie diese Frage für unbedeutend. Das Geheimnis hatte bestenfalls vorübergehend gewahrt werden können. Die Dinge hatten sich so weit entwickelt, dass die Öffentlichkeit informiert werden musste. Wenn es gelingen sollte, den Kometen abzulenken, dann würde man Vorbereitungen in einem Maßstab zu treffen haben, die für jedermann erkennbar waren.
    »Da Ihre Leute nun gelandet sind, was schlagen Sie vor, was geschehen soll?«,

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