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Sternenfall: Roman (German Edition)

Sternenfall: Roman (German Edition)

Titel: Sternenfall: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael McCollum
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Massenpsychologie und Public Relations. Aber die ganze Art und Weise, wie wir diese Geschichte handhaben, erscheint mir falsch. Wir sollten das zum Drama aufbauschen – die Menschheit gegen das feindliche Universum, so in der Art. Solange wir in der Öffentlichkeit den Standpunkt vertreten, dass die Ablenkung des Kometen eine Routineangelegenheit ist, lassen wir sie in einer unsicheren emotionalen Verfassung. Ein größerer Rückschlag, und es kommt zu einer Panik.«
    »Haben Sie noch etwas Konkreteres als ein Gefühl, worauf Sie Ihre Meinung gründen?«
    »Das habe ich«, antwortete Blenham. »Ich habe meine Leute die vollständige Simulation eines Rückschlags zweiter Ordnung fahren lassen. Der resultierende Meinungsumschwung war zu vierzig Prozent negativ!«
    Rund um den Tisch wurden mehrere leise Pfiffe ausgestoßen. Um vier von zehn Leuten dazu zu bringen, plötzlich ihre Meinung zu ändern, brauchte es für gewöhnlich ein Wunder. Auf der anderen Seite, bemerkte Constance Forbin, war dies genau das, womit sie konfrontiert waren!
    Amber bewegte sich im Schlaf, sich undeutlich der Tatsache bewusst, dass etwas nicht stimmte. Sie befand sich in dem halb träumenden Zustand, der für die Zeit kurz vor dem Aufwachen charakteristisch ist, und schwelgte in dem friedlichen Gefühl, den er ihr vermittelte. Langsam, fast widerwillig gelangte sie zu vollem Bewusstsein und erkannte Cybil Barnard, die sich über sie gebeugt hatte.
    »Hallo«, sagte die Ärztin. »Wie fühlen Sie sich?«
    Amber streckte sich und stellte fest, dass ihre Muskeln merkwürdig schlaff waren. »Gut. Ich hatte gerade einen grauenhaften Traum …« In diesem Moment erkannte sie, was es bedeutete, dass die Ärztin bei ihr war. »Oh!«
    »Ihnen ging es sehr schlecht«, sagte die Ärztin. »Sie waren anderthalb Stunden lang verschüttet.«
    »Warum bin ich dann nicht tot? Ich erinnere mich, dass ich nach dem Eisrutsch aufgewacht bin und schrecklich gefroren habe. In neunzig Minuten müsste ich eigentlich steifgefroren sein.«
    »Sie können sich bei der Eisschicht bedanken, die Sie eingekapselt hat. Offenbar hat sie Sie vom wirklich kalten Eis des Kerns isoliert. Ihr Anzug hat in einem fort Wärme nach außen gepumpt und Ihre Temperatur weit über dem Niveau gehalten, das Sie sonst erreicht hätten. Trotzdem stand es auf der Kippe. Ihre Arme und Beine waren beinahe durchgefroren, als wir Sie aus dem Anzug herausholten. Eine Weile fürchtete ich, wir müssten Sie wieder in den Kälteschlaf versetzen, bis wir zur Erde zurückkämen. Zum Glück waren die Dinge noch nicht so weit fortgeschritten. Ich konnte Sie mit der Bordausrüstung regenerieren.«
    »Was ist mit Kyle? Hat er es überstanden?«
    »Er war ebenfalls ziemlich durchgefroren, wenn auch nicht so schlimm wie Sie. Sein größeres Körpergewicht hat ihm geholfen, ebenso wie die Tatsache, dass sein Eisüberzug dicker war als Ihrer. Wir hatten aber noch einen weiteren Verunglückten.«
    »Wen?«
    »Unseren furchtlosen Anführer.«
    Amber blinzelte überrascht und kämpfte darum, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. »Thomas?«
    »Er hat sich Erfrierungen zweiten Grades an seinen Fingern zugezogen. Der verdammte Narr hat Sie mit den Händen auszugraben versucht.«
    »Wirklich?«
    Die Ärztin nickte. »Er war als Erster zur Stelle. Als wir dazu kamen, bewegte er mit den Händen Eisblöcke, die größer waren als er selbst. Und er flennte wie ein Baby.«
    »Das meinen Sie doch nicht im Ernst!«
    »Ich beschwindele nie meine Patienten. Sie bedeuten ihm sehr viel. Sogar als wir Sie hierhergeschafft hatten, machte er sich noch zum Narren. Er hat mich stundenlang über Ihren Zustand ausgequetscht. Ich musste ihn schließlich aus der Krankenabteilung hinauswerfen, um überhaupt weiterarbeiten zu können.«
    »Ist mit ihm jetzt wieder alles in Ordnung?«
    Cybil lächelte. »Ihm fehlt nichts mehr, was Ihr Anblick nicht wieder heilen könnte. Aber ich möchte noch eine Reihe von Untersuchungen mit Ihnen durchführen, bis ich Sie Besuch empfangen lasse. Sie haben ganz schön was auszustehen gehabt.«
    »Wann kann ich wieder zu arbeiten anfangen? Ich nehme an, auf mich wartet ein ganzer Stapel von Orbitalmessungen.«
    »Keine Sorge. Crag hat Professor Chen zu der Orbitalbestimmung hinzugezogen. Er ist ziemlich gut darin. Was Ihre Wiederaufnahme der Arbeit betrifft, würde ich empfehlen, es eine Woche oder so langsam angehen zu lassen. Sie können im Schiff arbeiten, aber ich gebe sie erst für Bodenarbeiten

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