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Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
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Apple richteten in der Folgezeit ihr Augenmerk gezielt auf vier Bereiche. Für den Profi-Desktop sollte an der Entwicklung des Power Mac G3 gearbeitet werden. Als Profi-Portable würde das PowerBook G3 entwickelt. Die Arbeit am Endkunden-Desktop würde schließlich zum iMac führen, und beim Endkunden-Portable konzentrierte man sich auf das spätere iBook.
    Das bedeutete, das Unternehmen musste andere Sparten aufgeben, beispielsweise Drucker und Server. 1997 verkaufte Apple den StyleWriter-Farbdrucker, der im Grunde eine Version des DeskJet von Hewlett-Packard war. Das meiste Geld verdiente HP mit dem Verkauf der Tintenkartuschen. »Das verstehe ich nicht«, sagte Jobs bei der Produktprüfungssitzung. »Ihr liefert eine Million davon aus und verdient nichts daran? Das ist bescheuert.« Er stand auf, verließ den Raum und rief den Chef von HP an. Lassen Sie uns die ganze Abmachung vergessen, so sein Vorschlag, wir steigen aus dem Druckergeschäft aus und überlassen es Ihnen. Nach seiner Rückkehr in den Konferenzraum gab er bekannt, dass die Druckersparte bald Geschichte sei. »Steve hat der Situation auf einen Blick angesehen, dass wir schnellstens aus dem Schlamassel herauskommen mussten«, erinnerte sich Schiller.
    Die offensichtlichste Entscheidung betraf den Newton, den PDA mit dem beinahe funktionierenden Handschriftenerkennungssystem. Jobs hasste das Ding, weil es Sculleys Lieblingsprojekt gewesen war, weil es nicht perfekt funktionierte und weil er eine Abneigung gegen alle Geräte mit Eingabestift hatte. Anfang 1997 hatte er versucht, Amelio zu bewegen, das Projekt einzustellen, konnte ihn aber nur dazu überreden, zu versuchen, die Abteilung auszugliedern. Als Jobs Ende 1997 die Produktprüfungen vornahm, gab es den Newton immer noch. Seine Entscheidung beschrieb er später so:
    Wenn Apple in einer weniger prekären Lage gewesen wäre, hätte ich mich selber daran gesetzt, um herauszufinden, wie es funktionierte. Ich vertraute den Leuten nicht, die sich damit beschäftigten. Mein Bauchgefühl sagte mir, es sei eine wirklich gute Technologie, die aber durch Missmanagement in die Binsen gegangen war. Als ich das Projekt einstellte, hatte ich wieder einige gute Ingenieure mehr, die an neuen mobilen Geräten arbeiten konnten. Und schließlich haben wir unsere Sache ganz gut gemacht, als wir uns auf iPhones und das iPad konzentrierten.
    Diese Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, rettete Apple. Im ersten Jahr nach seiner Rückkehr entließ Jobs mehr als 3000 Mitarbeiter, wodurch sich die Bilanz der Firma im letzten Augenblick erholte. Als Jobs im September 1997 als Interims-CEO anfing, war gerade das Geschäftsjahr zu Ende gegangen, in dem Apple einen Verlust von 1,04 Milliarden Dollar gemacht hatte. »Wir waren keine 90 Tage mehr vom Bankrott entfernt«, erinnerte er sich. Bei der Macworld-Veranstaltung im Januar 1998 in San Francisco stand Jobs auf der Bühne, auf der Amelio ein Jahr vorher gefloppt war. Mit Vollbart und in einer Lederjacke warb er für die neue Produktstrategie. Und zum ersten Mal beendete er die Präsentation mit dem Schlusssatz, der zu seinem Markenzeichen werden sollte: »Ach ja, da ist noch eine Sache …« Die »eine Sache« war in diesem Fall »Think Profit«. Bei diesen Worten brach die Menge in Applaus aus. Nach zwei Jahren, in denen Apple gigantische Verluste eingefahren hatte, hatte die Firma jetzt ein einträgliches Quartal mit einem Gewinn von 45 Millionen Dollar hinter sich. Für das volle Geschäftsjahr 1998 wurde ein Gewinn von 309 Millionen Dollar erwirtschaftet. Jobs war zurück und damit auch Apple.

Kapitel 25 Designprinzipien: Das Studio von Jobs und Ive

    Mit Jony Ive und dem von einer Sonnenblume inspirierten iMac, 2002
    Jony Ive
    Im September 1997, kurz nachdem Jobs seinen Posten als iCEO angetreten hatte, rief er seine Führungsmannschaft zu einem Motivationsvortrag zusammen. Unter den Zuhörern befand sich auch der Leiter der Designabteilung, ein 30 Jahre alter sensibler und gleichzeitig leidenschaftlich engagierter Brite. Jonathan Ive, der von allen nur Jony genannt wurde, dachte daran zu kündigen. Er hatte die Nase voll davon, dass die Firma sich vor allem mit Profitmaximierung beschäftigte anstatt mit Produktdesign. Der Vortrag von Jobs jedoch brachte ihn dazu, seine Pläne zu überdenken. »Ich erinnere mich sehr genau daran, wie Steve verkündete, dass unser Ziel nicht allein darin bestehe, Geld zu verdienen, sondern darin, tolle Produkte

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