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Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
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uns nach Hause, und unsere Familien befreundeten sich. Steve ist ihm gegenüber nie verletzend. Die meisten Leute in Steves Leben sind ersetzbar, nicht aber Jony.«
    Jobs beschrieb seine Achtung vor Ive mir gegenüber später so:
    Jony hat Großes bewirkt, nicht nur bei Apple, sondern in der ganzen Welt. Er ist extrem intelligent, in jeder Hinsicht. Er versteht sowohl Geschäftsmodelle als auch Marketingkonzepte. Er eignet sich Sachen von einem auf den nächsten Moment an, es macht einfach nur »klick« bei ihm. Er versteht mehr als sonst jemand davon, was der Kern unserer Aktivitäten ist. Wenn ich je einen Partner im Geiste bei Apple hatte, dann ist es Jony. Jony und ich denken uns die meisten Produkte gemeinsam aus und holen erst dann andere mit ins Boot, indem wir sagen: »Hey, was haltet ihr davon?« Bei jedem Produkt versteht er alles: vom großen Ganzen bis hin zum kleinsten Detail. Und ihm ist auch klar, dass Apple eine Firma ist, die Produkte herstellt. Er ist nicht nur einfach ein Designer. Genau deshalb arbeitet er direkt für mich. Abgesehen von mir hat niemand mehr operative Befugnisse bei Apple als er. Es gibt niemanden, der ihm sagen könnte, was er zu tun hat oder dass er sich irgendwo raushalten soll. So habe ich das Ganze eingerichtet.
    Ebenso wie die meisten Designer schätzte auch Ive es, die zugrunde liegende Philosophie und die einzelnen Denkschritte, die in ein bestimmtes Design einflossen, analytisch zu durchdringen. Jobs dagegen ging an den Entwicklungsprozess eher intuitiv heran. Er hob Modelle und Zeichnungen hervor, die ihm gefielen, und warf diejenigen weg, die er nicht mochte. Ive griff diese Hinweise auf und entwarf Konzepte, die Jobs guthieß.
    Ive bewunderte den deutschen Industriedesigner Dieter Rams, der für den Elektrogerätehersteller Braun tätig war. Rams’ Evangelium war der Grundsatz des »Weniger, aber besser«, und ebenso mühten sich Jobs und Ive bei jedem neuen Entwurf mit der Frage ab, wie sie das Design noch weiter vereinfachen konnten. Von Beginn an hatte Jobs’ erste Apple-Broschüre den Grundsatz ausgegeben: »Simplicity ist the Ultimate Sophistication« (»Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse«). Und seit dieser Zeit hatte Jobs es sich zum Ziel gesetzt, eine Form der Einfachheit zu erreichen, die darauf beruhte, Komplexität zu überwinden, nicht sie zu ignorieren. »Es erfordert eine Menge harter Arbeit«, so Jobs, »etwas Einfaches zu schaffen, die Herausforderungen zu verstehen, die dem Ganzen zugrunde liegen, und eine elegante Lösung zu entwickeln.«
    In Ive hatte Jobs einen Seelenverwandten getroffen, was seine Suche nach echter und nicht nur nach oberflächlicher Einfachheit betraf. Ive fasste einmal, als wir im Design-Studio saßen, seine Philosophie folgendermaßen zusammen:
    Wie kommen wir dazu, anzunehmen, dass »einfach« auch »gut« bedeutet? Weil wir bei körperlich fassbaren Produkten das Gefühl haben müssen, diese unter Kontrolle zu haben. Indem man Komplexität ordnet, erreicht man gleichzeitig, dass sich das Produkt einem im Grunde unterordnet. Einfachheit ist nicht einfach nur ein visueller Stil. Sie bedeutet nicht einfach nur Minimalismus oder dass etwas nicht überladen ist. Einfachheit heißt, sich durch die Tiefen der Komplexität hindurchzuarbeiten. Um wirklich einfach zu sein, muss man ziemlich tief eintauchen. Wenn man zum Beispiel möchte, dass etwas keine Schrauben hat, kommt möglicherweise am Ende ein sehr verschachteltes und komplexes Produkt dabei heraus. Man geht besser so vor, die Einfachheit weiter unten, tiefer anzusetzen, das Produkt ganz zu verstehen, auch seinen Herstellungsprozess. Man muss das Wesen eines Produkts ganz und gar verstehen, damit man dazu in der Lage ist, die nicht wesentlichen Teile loszuwerden.
    Jobs und Ive teilten diese grundlegende Überzeugung. Design in diesem Sinne bezog sich nicht nur auf das äußere Aussehen eines Produkts. Es musste vielmehr das Wesen eines Produkts widerspiegeln. »Im Sprachgebrauch der meisten Leute heißt Design nichts anderes als Fassade«, sagte Jobs gegenüber Fortune, kurz nachdem er bei Apple das Ruder wieder übernommen hatte. »Für mich allerdings ist diese Auffassung so weit wie nur möglich entfernt von dem, was Design bedeutet. Design ist die Seele, die jedem von Menschen geschaffenen Werk zugrunde liegt und die letztendlich in aufeinanderfolgenden äußeren Schichten zum Ausdruck kommt.«
    Die Folge dieser Auffassung war, dass der Designprozess für

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