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Texas

Texas

Titel: Texas Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James A. Michener
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Gerichtsgebäude in Larkin County zu bauen. Ja, er glaube, er werde die Kosten relativ niedrig halten können. Und ja, er werde versuchen, die alten Steinhäuser um den einstigen Paradeplatz zu erhalten.
    Rasch fertigte der Architekt nach Rusks Beschreibung eine Skizze von Fort Garner an. Er war begeistert. »Ich hätte also den ganzen Platz zur Verfügung? Und diese schönen Steinhäuser im Hintergrund?«
    »Deshalb bin ich ja zu Ihnen gekommen, Sir. Auf diesem Platz können Sie Ihre künstlerische Brillanz voll unter Beweis stellen!«
    »Ich mache es!« rief Gordon. »Ich werde das Gerichtshaus entwerfen, Sie werden es bezahlen. Aber bis zu meinem Eintreffen in Fort Garner muß die Finanzierung gesichert sein!«
    »Wieviel werden Sie brauchen?«
    »Nicht unter achtzigtausend.«
    »Ich habe es noch nicht beisammen, aber wenn Sie zu uns kommen, wird das Geld dasein.«
    Auf der Heimfahrt dachte Rusk angestrengt darüber nach, wie er die führenden Persönlichkeiten von Larkin County dazu überreden könnte, seinen neuesten Traum zu finanzieren: »Achtzigtausend Dollar genehmigen die mir nie«, murmelte er. »Nebenan in Bascomb County haben sie weniger als neuntausend für ihr Gerichtsgebäude bezahlt.«
    Während sich der Zug Fort Garner näherte, erkannte er, daß ihm nichts anderes übrigblieb, als die Honoratioren zusammenzurufen und ihnen zu gestehen, daß er sich in ihrem Namen zur Zahlung dieser Riesensumme verpflichtet hatte. Zitternd stand er schließlich in Fordsons Büro vor ihnen. Aber kaum hatte er mit seinen Erläuterungen begonnen, erhielt er unerwartet Schützenhilfe von Bankier Weatherby. »Der Staat Texas hat ein Gesetz verabschiedet, das Gemeinwesen wie unseres in die Lage versetzt, Darlehen für die Errichtung von Verwaltungs- und Gerichtsgebäuden aufzunehmen.«
    »Oh, ich möchte mir nie wieder Geld ausleihen!« rief Rusk.
    »Es geht nicht um Ausleihen im eigentlichen Sinn. Wir nehmen eine Pfandbriefemission vor, und der Staat stellt die Mittel zur Verfügung.«
    Bis zum Eintreffen des Architekten hatte Rusk zehn Tage Zeit. Er verbrachte sie damit, daß er, ein Bündel Papiere in der Hand und erfüllt von jener leidenschaftlichen Begeisterung, für die er mittlerweile in der ganzen Gegend bekannt war, unermüdlich umherging und Gott und die Welt von dem Projekt zu überzeugen versuchte. Am neunten Tag war ihm und Weatherby das Geld zugesagt, und am zehnten Tag schlief Earnshaw Rusk bis zwei Uhr nachmittag.
    Der Aufenthalt James Riely Gordons in der Grenzlandstadt wäre um ein Haar zu einer Katastrophe geworden, denn der Architekt, einer der eigenwilligsten Männer in der Geschichte Texas’ und der bedeutendste Künstler des Staates, zog sich sofort auf sein Zimmer zurück und sprach mit niemandem, nicht einmal mit Rusk. Er aß allein zu Abend und ging dann zu Bett. Auch vormittags wünschte er niemanden zu sehen. Am Nachmittag marschierte er feierlich auf dem alten Paradeplatz umher, inspizierte die Bauten und überzeugte sich vom guten Zustand der Steinhäuser.
    Erst um sieben Uhr abends geruhte er vor den Honoratioren der Stadt zu erscheinen. Er rief fast eine Sensation hervor, denn er trat in einem schwarzen Gehrock, gestreifter Hose und cremefarbener Weste vor diese gestandenen Grenzlandbewohner. Seinem sieben Zentimeter hohen steifen Kragen entsprang eine rehfarbene, mit einer riesigen Diamantennadel geschmückte Krawatte, und die Aufschläge von Rock und Weste waren mit grob geripptem Seidenband dunkel paspeliert.
    Er hatte einen großen, wuchtig wirkenden Kopf und Geheimratsecken, die er zu verbergen versuchte, indem er seine Stirnlocken entsprechend legte. Er trug einen Kneifer, der seinen arroganten Gesichtsausdruck noch betonte. Ohne Zweifel war er die am wenigsten geeignete Persönlichkeit, das Wort an Grenzlandrancher zu richten, und wäre in diesem Augenblick abgestimmt worden, man hätte Gordon mit Sicherheit nach San Antonio zurückexpediert, wo er sein Büro hatte.
    Doch als er zu sprechen begann, machte sich seine große Erfahrung bemerkbar, die er auf vielen Reisen, durch Studien, durch aufmerksame Beobachtung und durch die Ausführung vieler Bauten erworben hatte, und das Publikum hörte ihm aufmerksam zu.
    Er bat Earnshaw, ihm ein bestimmtes Paket aus seinem Zimmer zu bringen, und verblüffte sein Publikum mit einem herrlichen Aquarell, das er selbst angefertigt hatte. Es zeigte das Gerichtsgebäude, das er inmitten des alten Forts erbauen wollte.
    Der Entwurf war

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