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Therapielexikon der Kleintierpraxis

Therapielexikon der Kleintierpraxis

Titel: Therapielexikon der Kleintierpraxis Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Didier Yves u Boussarie Robert u Legeay Moraillon
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Um das Risiko einer indirekten Übertragung zu vermeiden, sollte Kleidung in ein anderes Zimmer kommen, je nach potentiellem Infektionsgrad. Erkrankte, isolierte Tiere müssen als letzte versorgt und gefüttert werden.
    •Tatsache ist, dass die Existenz latenter Träger und intermittierender Ausscheider die Bedeutung der medikamentösen Prophylaxe erhöht.
    • Medikamentöse Prophylaxe:
    •Die medikamentöse Prophylaxe des felinen infektiösen Katzenschnupfens war Anlass für eine Reihe technologischer Innovationen (Vakzinierung mit Subunit-Vakzine, Adjuvanzien etc.), die allmählich die Wirksamkeit verbesserten. Dennoch bleibt in kollektiven Tierhaltungen das realistische Ziel die Kontrolle der Symptome, denn die Infektionsrisiken werden nicht wirklich eingedämmt.
    •Imfschema (gemäß „Deutsche Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis“, bpt 2007):
    –Sinnvoll sind mindestens zwei Impfungen, auch wenn die erste Impfung bei einem über 12 Wochen alten Tier erfolgt.
    –Grundimmunisierung: im Alter von 8, 12 und 16 Lebenswochen sowie15 Monaten. Erfolgt die Erstimpfung bei einem über 12 Wochen alten Tier sind zwei Impfungen im Abstand von 3 – 4 Wochen und eine weitere Impfung nach 1 Jahr ausreichend.
    –Für die Mehrzahl der in Deutschland zugelassenen Kombinationsprodukte sind jährliche Wiederholungsimpfungen empfohlen.
    –Für die Rhinotracheitis- und Calicivirus-Komponente werden Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 Jahr empfohlen. Ist das Tier keinem hohen Infektionsdruck ausgesetzt (z. B. Wohnungskatze), genügt ein Impfintervall von 2 Jahren.
    Katzenseuche
    Panleukopenie (feline; feline Leukopenie, Katzenseuche
).
    Keratinisierung (Primärstörungen)
    Keratinisierung
    Die Keratinisierung der Haut umfasst die Gesamtheit aller Vorgänge, die die ständige Erneuerung der Hornschicht der Epidermis ermöglichen. Dazu zählen die Synthese der verschiedenen zu Keratinfilamentproteinen gebündelten Keratine, die Bildung eines Hornüberzugs (cornified envelope) durch Polymerisation spezifischer Proteine sowie die Bildung einer lipidhaltigen Kittsubstanz für den Zusammenhalt der Hornschicht.
    Keratinisierungsstörungen haben im Wesentlichen zwei Ursachen: die Ansammlung von Keratinozyten, die nicht richtig „abschuppen“ (= Retentionshyperkeratose, z. B. Ichthyose) sowie die verfrühte Freisetzung unreifer Keratinozyten bei der Beschleunigung der Zellteilung der Basalzellschicht (= Proliferationshyperkeratose ). Die Proliferationshyperkeratose tritt am häufigsten auf und ist durch Schuppenbildung gekennzeichnet.
    Primäre Störungen der Keratinisierung sind im Wesentlichen genetisch bedingt. Darunter fallen mehrere klinische Erkrankungen, u. a. die nachstehend aufgeführten beim Hund, auf die im Folgenden eingegangen wird:
    •Ichthyose.
    •Primäre idiopathische Seborrhö.
    •Vitamin-A-reaktive Dermatose.
    •Nasodigitale Hyperkeratose.
    •Schnauzer-Komedo-Syndrom.
    •Granulomatöse Sebadenitis.
    •Farbmutantenalopezie.
    Ichthyose
    Ichthyosis
.
    Primäre idiopathische Seborrhö
    Obwohl die Heredität dieser Erkrankung nicht nachgewiesen wurde, lässt ihr besonders häufiges Auftreten bei bestimmten Rassen (v. a. American Cockerspaniel, in geringerem Maße English Cockerspaniel, Basset Hound, Irish Setter, Labrador, Shar Pei und West Highland White Terrier) den Verdacht auf eine genetische Übertragung zu. Die Erkrankung entsteht aus einer regelrechten „Explosion“ der Zellteilung von Epidermis, Follikeln und Talgdrüsen.

    • Symptome:
    •Junge Hunde (< 2 Jahre).
    •Starke Schuppenbildung mit Juckreiz, Talgdrüsenüberproduktion und ranzigem Geruch. In Verbindung mit einer lokoregionalen oder generalisierten Follikelkeratose. Fast immer tritt zusätzlich eine bilaterale Otitis auf.
    •Die Histopathologie zeigt – an der Oberfläche und in den Epidermiseinstülpungen – eine ortho- und parakeratotische Hyperkeratose, eine Akanthose und eine Spongiose in der Epidermis sowie eine perivaskuläre Infiltration der oberflächlichen Dermis.
    • Die Diagnostik sollte alle anderen Ursachen einer
Seborrhö (Seborrhoea oleosa
) ausschließen. Die Prognosestellung ist zurückhaltend, sowohl im Hinblick auf das Aussehen als auch auf den Geruch des Tiers.
    • Die Therapie besteht in der Hauptsache in der Anwendung keratolytischer Shampoos
(Sebomild®, Sebolytic
®) sowie im Management der häufig auftretenden infektiösen oder mykotischen Komplikationen. Erweisen sich die Ergebnisse als

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