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Todesrennen

Todesrennen

Titel: Todesrennen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cussler
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Immigranten, die ihre arme und überbevölkerte Heimat hinter sich gelassen hatten. Aber einen zu finden, mit dem diese Fischer aus der Alten Welt, die sich als verschworene Gemeinschaft empfanden, zu reden bereit waren, hatte sich bislang als nahezu unmöglich erwiesen. Schullehrer, Olivenöl- und Käseimporteure, sogar ein Angestellter der Schokoladenfabrik in nächster Nähe neben dem Wharf, alle waren auf eine Wand des Schweigens gestoßen. Diesmal sollte es anders sein, hoffte Dashwood. Es hatte die wärmsten Empfehlungen des Abts eines reichen Klosters an der Küste gebraucht, mit dem er im Zuge der Ermittlungen zum Fall des Zerstörers Bekanntschaft gemacht hatte. Aber auch sein eigenes Versprechen einer ansehnlichen Spende für die Armenkasse des Konvents war nötig gewesen, um Mutter Superior zu überreden, ihn zusammen mit der jungen Frau zum Fisherman’s Wharf zu begleiten, um seine Fragen und die Antworten der Fischer zu übersetzen.
    Der Gesang wurde lauter. Nebelhörner lieferten ein dröhnendes Bassfundament, und die Dampfpfeifen von Schleppbooten stimmten schrill in das Konzert mit ein, während unsichtbare Schiffe vorsichtig einen Weg durch den unsichtbaren Hafen suchten. Der lange schwarze Rumpf eines Viermasters erschien plötzlich im Dunst und verschwand genauso schnell wieder. Ein massiger Dampfer schob sich vorbei, verschwommen wie ein Geist, und tauchte im Nebel unter. Ein winziges grünes Boot mit einem Lateinsegel nahm Gestalt an.
    »Da sind sie«, sagte Dashwood. »Pietro und Guiseppe.«
    »Welcher von ihnen hat nur einen Arm?«, fragte Mutter Superior.
    »Guiseppe. Er hat ihn an einen Hai verloren, wurde mir erzählt. Oder an einen Teufelsfisch.«
    Die schöne Maria machte ein Kreuzzeichen. Dashwood meinte besänftigend: »So nennen sie den Kraken.«
    Guiseppe machte ein finsteres Gesicht, als er den Detektiv erkannte, der schon so oft auf Fisherman’s Wharf gesehen wurde und von dem man anfangs angenommen hatte, er wolle für einen Großhändler Fisch kaufen. Aber als sein Blick auf die schwarze Nonnentracht fiel, beschrieb er ein Kreuzzeichen und versetzte Pietro, der gerade Anstalten machte, eine Leine um einen Poller zu legen, einen leichten Rippenstoß, und Pietro schlug ebenfalls ein Kreuzzeichen.
    Schon besser, dachte Dashwood. Sein letzter Besuch hatte damit geendet, dass sie ihn mit Fischköpfen bewarfen.
    »Was soll Maria von ihnen in Erfahrung bringen?«, fragte Mutter Superior.
    »Erstens, ob es zutrifft, dass sie gehört haben, wie sich auf der Straße vor ihrem Wohnheim zwei Flugzeugbauer stritten.«
    »Und wenn es zutrifft?«
    »Oh, sie haben den Streit ganz gewiss mitgehört. Das Problem ist nur, sie zu überzeugen, dass ich ihnen nichts Böses will und nur versuche, ein Unrecht wiedergutzumachen. Und dass es überhaupt nichts mit ihnen zu tun hat und ihnen keine Unannehmlichkeiten bereiten wird.«
    Mutter Superior – eine resolute Irin, die stets eine klare Sprache führte und ihren Konvent erst kürzlich durch das Erdbeben und die Brandkatastrophe gelotst und bereitwillig Flüchtlinge wie Maria aus heimatlosen Orden, deren Häuser den Naturgewalten zum Opfer gefallen waren, aufgenommen hatte – sagte: »Maria wird alle Hände voll zu tun haben, sie auch nur von der Hälfte dessen zu überzeugen, was Sie sich wünschen, Detective Dashwood.«
     
    Nachdem sie drei Tage lang bei Wind und Regen im Morast eines völlig aufgeweichten Festplatzes in Gary, Indiana, ausgeharrt hatten, starteten die Teilnehmer des Whiteway Atlantic-to-Pacific Cross-Country Air Race in der Hoffnung, die Illinois National Guard Armory in Chicago vor einem weiteren Unwetter zu erreichen. Auf den Tribünen, die entlang der breiten Straße, die als Paradeplatz der Armory diente, errichtet worden waren, wurde dem ungeduldigen Publikum eine telegrafische Nachricht verlesen, aus der hervorging, dass Donner und Blitz die Aviatoren in Hammond wieder zur Landung gezwungen hätten.
    Die fünfzig Mann starke Marschkapelle der National Guard spielte auf, um die Menge zu besänftigen. Danach starteten einheimische Aviatoren in Wright Flyers älterer Bauart und unterhielten die Zuschauer, indem sie Bombenattrappen aus Gips auf ein »Schlachtschiff« abwarfen, das mit Kreide in der Straßenmitte aufgezeichnet worden war. Das Kopfsteinpflaster war mit Gipsstaub und Gipstrümmern bedeckt, als eine weitere Nachricht aus dem Megafon hallte.
    Der Himmel über Hammond hatte aufgeklart. Die Rennteilnehmer befanden sich

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