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Todesrennen

Todesrennen

Titel: Todesrennen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cussler
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einen Totalschaden erlitten, ein schneller Ambroise-Goupy-Doppeldecker war auseinandergebrochen, als ihn eine Abwindböe in eine Baumgruppe am Rand eines Feldes drückte, auf dem er landen wollte, und der vortreffliche René Chevalier stürzte in den Erie Canal, zerlegte dabei seine Blériot zu Brennholz und wäre beinahe selbst ertrunken, weil er sich beide Beine gebrochen hatte und daher weder stehen noch schwimmen konnte.
    Josephine, die, wie Bell bemerkt hatte, immer reservierter geworden war, seit sie den Belmont Park verlassen hatten, überraschte ihn mit einem Grinsen, das für sie typisch war und sie wieder wie die alte, allseits beliebte Josephine aussehen ließ. »Danke für diesen Hinweis, Isaac. Ich denke, ich sollte dankbar sein, dass ich mir bisher noch keinen einzigen Knochen gebrochen habe.«
    Bell engagierte einen dritten Mechaniker – einen geschickten jungen Mann aus Chicago, der Eustace Weed hieß und seinen Job wegen der zertrümmerten Voisin verloren hatte –, um seine Eagle in flugfähigem Zustand zu erhalten. Damit hatte Andy ausreichend Zeit, um die mechanischen Ursachen der Abstürze zu untersuchen und Ausschau nach möglichen Anzeichen für Sabotage zu halten. Als Sohn eines akribisch arbeitenden Polizisten sammelte er sorgfältig alle Beweise und konnte schließlich berichten, dass seit Eddison-Sydney-Martins Absturz im Hafen von New York die meisten Unfälle auf einen eindeutig zu identifizierenden mechanischen Fehler zurückzuführen waren. Eine mögliche Ausnahme war der Absturz Chevaliers, doch die wichtigsten Teile seiner Maschine, die entsprechende Hinweise hätten liefern können, lagen auf dem Grund des Erie Canals.
    Bell setzte seine Ermittlungen fort, indem er die Mechaniker befragte. Wer hatte sich in der Nähe der Maschine aufgehalten? Wer hatte Zutritt zum Werkstattwagen? Irgendwelche Fremden? Niemand, an den sie sich erinnern konnten. Manchmal fanden die Mechaniker Beweisstücke, die sie den Van Dorns zeigen konnten – eine gebrochene Verstrebung, eine geplatzte Benzinleitung, ein gerissener Spanndraht –, manchmal gab es auch nichts dergleichen.
    Preston Whiteway wurde nicht müde, Bell vorzujammern, dass »wir einen Mörder unter uns haben«. Bell behielt seine Meinung zu diesem Punkt für sich, da er miteinbezog, dass Preston Whiteway selbst der Betreffende sein konnte – nicht unbedingt ein Mörder im strengen Sinn, aber ein kaltblütiger Saboteur mit wenig Rücksicht auf das Schicksal der Piloten, wenn sie abstürzten.
    Während die Rennteilnehmer weiter nach Westen vordrangen, häuften sich die Abstürze zunehmend. Maschinen versagten, Windböen kamen ohne Vorwarnung auf, und Vogelmänner machten Fehler. Andere hatten mit Defekten zu kämpfen, die ihre Flugzeiten um Stunden verlängerten. Joe Mudds robuste rote Liberator verlor so viel Öl, dass sich der gesamte vordere Teil der Maschine schwarz färbte. Dann entwickelte sich der Schaden beinahe zu einer tödlichen Katastrophe, als das Öl über Buffalo Feuer fing. Mudd hatte jedoch mehr Glück als Chet Bass. Bass’ Army Signal Corps Wright Flyer rutschte während der Landung in Erie, Pennsylvania, seitlich weg und schleuderte ihn zehn Meter weit ins Gras.
    Bell lauschte aufmerksam den hitzigen Diskussionen, die sich daraus ergaben. Die Tatsache, dass Bass wegen einer Gehirnerschütterung zwei Tage im Krankenhaus verlieren würde, regte die Vogelmänner und die Mechaniker zu einer Diskussion über den Sinn und Unsinn von Gurten an, die man in den Flugmaschinen installieren könnte, um zu verhindern, dass die Piloten aus ihren Luftvehikeln fielen. Ein österreichischer Adliger, der einen Pischof-Eindecker lenkte reagierte mit beißendem Spott auf die »memmenhafte« Idee, sich mit einem Gurt anzuschnallen. Viele pflichteten ihm bei, dass das Anschnallen unmännlich sei. Aber Billy Thomas, der Rennfahrer, der seinen Mut und seine Tapferkeit bereits mehrfach auf den Rennbahnen bewiesen hatte, ehe er das Fliegen erlernte, um mit der großen Curtis Twin Pusher des Vanderbilt-Konsortiums an dem Luftrennen teilzunehmen, verkündete, dass der Österreicher zur Hölle fahren könne, er werde sich auf jeden Fall anschnallen.
    An dem Tag, an dem er es zum ersten Mal tat, wehte ein Sturm, wie er in der Region der Großen Seen häufiger vorkam, seine Curtiss gegen einen Signalmast, der auf einem Weichenstellwerk stand, das sich auf einem Eisenbahndepotgebäude befand. Die Curtiss wurde in zwanzig Telegrafendrähte geschleudert

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