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Todesrennen

Todesrennen

Titel: Todesrennen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cussler
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atemlos, ehe der Wettergott diesem übertriebenen Optimismus einen Dämpfer verpasste.
     
    WUNDERFLUG. SCHWERGEWICHTIGER
    BAUMWOLLFARMER
    IMMER NOCH IN FÜHRUNG
     
    »Eins muss man Whiteway lassen«, sagte Van Dorn. »P. T. Barnum hätte für sich nicht besser Reklame machen können. Das ganze Land redet mittlerweile über das Rennen. Da die übrigen Zeitungen keine andere Wahl haben, als darüber zu berichten, unterstützen sie ebenfalls ihre eigenen Favoriten und lästern gegen Konkurrenten. Jeder hat eine Meinung. Die Sportjournalisten schreiben, Josephine könne unmöglich gewinnen, weil Frauen grundsätzlich nicht so viel Stehvermögen besitzen.«
    »Die Buchmacher geben ihnen recht.«
    »Republikanische Zeitungen schreiben, dass sich die Arbeiterschaft nicht über ihren gesellschaftlichen Rang erheben, geschweige denn fliegen sollte. Sozialistische Zeitungen fordern, dass Aristokraten gefälligst auf dem Boden bleiben sollen, da die Luft allen gehöre. Sie nennen Ihren Freund Eddison-Sydney-Martin die ›britische Glückskatze‹, weil er offenbar neun Leben hat und einen Absturz nach dem anderen überlebt.«
    »Wie Whiteway schon mal meinte, die Öffentlichkeit liebt den Außenseiter.«
    »Ich setze mich in den Zug«, sagte Van Dorn. »Wir treffen uns in Chicago. In der Zwischenzeit, Isaac, vergessen Sie eins nicht, Sabotage hin, Sabotage her: Unsere Hauptaufgabe ist, Josephine zu beschützen.«
    »Ich kehre nach Gary zurück. Das Wetter müsste sich in Kürze bessern.«
    Bell unterbrach die Verbindung und hatte nun einiges, worüber er nachdenken musste. Während er einerseits wie versprochen einen klaren Kopf behielt, konnte er die Hinweise nicht ignorieren, dass hier noch so manches mehr im Gange war als Harry Frosts Mordanschläge auf Josephine. Irgendetwas anderes war im Busch, wahrscheinlich etwas Größeres, Komplizierteres als ein wütender Mann, der seine Ehefrau umbringen wollte. Es gab mehr zu tun, ein anderes Verbrechen musste aufgeklärt werden, ehe das Rennen in einer Katastrophe mündete. Er hatte nicht nur Harry Frost aufzuhalten, sondern er musste auch ein Verbrechen aufklären, von dem er weder wusste, wie es genau aussah, noch, gegen wen es gerichtet war.

24
    Isaac Bell schickte ein Telegramm an Dashwood in San Francisco, in dem er seinen früheren Auftrag, Di Vecchios Freitod zu untersuchen, noch einmal wiederholte. Außerdem solle Dashwood der Frage nachgehen, was Marco Celere getan hatte, nachdem er aus Italien in die Vereinigten Staaten gekommen war.
    Sein Telegramm erreichte Dashwood in einem seltenen Moment, als der beharrliche junge Detektiv einmal nicht unterwegs war, um vor Ort zu ermitteln. Dashwood kabelte sofort zurück.
     
    BITTE FÜR VERZÖGERUNG UM
    ENTSCHULDIGUNG. DI VECCHIOS FREITOD
    KOMPLIZIERT. MARCO CELERE NACH
    ANKUNFT IN SAN FRANCISCO DOLMETSCHER
    FÜR RÖMISCHEN ZEITUNGSREPORTER AUF
    RUNDREISE DURCH KALIFORNIEN.
     
    Isaac Bell las das Telegramm zweimal.
    »Dolmetscher?«
    Josephine hatte ihm erzählt, die Kommunikation mit Marco Celere sei schwierig gewesen. Sie habe ihn wegen seines Akzents kaum verstehen können.
    Miss Josephine, dachte Bell lächelnd, was führen Sie im Schilde? Versuchen Sie vielleicht, jeden Verdacht von sich zu lenken, Harry Frost betrogen zu haben? Wollten Sie Ihrem neuen Wohltäter Preston Whiteway und seiner kritischen Mutter auf diese Art beweisen, dass Sie reinen Herzens sind? Oder ging es darum, Marco Celere zu decken?
     
    Als Detektiv James Dashwood die ersten Töne der Opernarie »Celeste Aida« durch den Nebel auf der San Francisco Bay dringen hörte, sagte er zu den Nonnen, die ihn begleiteten: »Sie kommen.«
    »Warum singen die Fischer Verdi?«, wollte Mutter Superior wissen. Sie umfasste den Arm einer bildschönen jungen Novizin, die Italienisch sprach.
    Dashwood hatte sie auf das neue Fisherman’s Wharf geführt, wo sie von Wasser umgeben waren, das sie aber nicht sehen konnten. Der kalte Dunst hüllte sie ein, drang eisig in ihre Lunge und befeuchtete ihre Wangen.
    »Die Fischer singen, um ihre Boote im Nebel zu erkennen«, antwortete der schlanke, jungenhafte Dashwood. »So hat man es mir jedenfalls erzählt, wenn ich auch die eigene Theorie habe, dass sie auf diese Weise auf dem Wasser navigieren, indem sie sich nach dem Echo ihrer Stimmen orientieren, das vom Ufer zu ihnen dringt.«
    Einen italienischen Dolmetscher in San Francisco zu finden war nicht schwierig gewesen. In der Stadt wimmelte es von italienischen

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