Two Night Stand
meine Freundin“, stellte er sie der Runde vor, sie wurde neugierig beäugt.
„Na, das ist also die Frau, die Tim den Kopf verdreht hat“, lachte Andreas ihr zu. „Und die so gut zielen kann“, grinste er.
„Na ja“, Shona lächelte zerknirscht und reichte ihm die Hand.
„Du musst ja ein richtiges Zauberwesen sein, unser Tim ist nämlich sehr wählerisch“, Silvia trat auf Shona zu, sie musterte sie von oben bis unten, Tim sah sie angespannt an, Silvia stammte wie er aus einem wohlhabenden Elternhaus und war dementsprechend verwöhnt worden.
Shona entging der abschätzende Blick dieser Frau nicht, normalerweise hätte sie jetzt einen passenden Spruch parat, aber sie verkniff sich eine Bemerkung. Sie hatte sehr wohl bemerkt, dass diese Silvia ihre Klamotten sehr genau betrachtet hatte und Shona war mit Sicherheit beim Marken-Check durchgefallen.
Silvia drehte sich zu einer Freundin um, Shona hörte, dass sie leise ‚Na ja, er hatte auch schon einmal einen besseren Geschmack’ zu dieser sagte. Shona schluckte heftig, diese Frau war wirklich ätzend.
Die anderen stellten sich höflich, aber doch sehr reserviert vor, dann drängelte Andreas, doch endlich mal in die Bar hineinzugehen.
Tim ging mit Shona vor, der Türsteher erkannte sie sofort und schüttelte den Kopf. „Sie kommt hier nicht rein. Hausverbot!“
„Sie ist meine Lebensgefährtin und ich bin hier ein Stammgast. Ich kann Ihnen versichern, dass nichts geschehen wird“, lächelte Tim ihm zu.
„Nein, das sind unsere Hausregeln. Wer Hausverbot hat, hat erst mal ein Jahr Pause“, der Security-Mann schien unerbittlich.
„Wenn sie nicht hineinkommt, wird niemand von uns die Bar betreten. Wollen Sie es wirklich riskieren, wegen diese Lappalie so einen Wirbel zu machen?“, Tim sah ihn scharf an.
„Hausverbot“, beharrte der Mann.
„Na toll, ganz toll!“, begann Silvia hinter ihm zu zicken. „Jetzt sollen wir alle wegen dieser Proletentussi draußen bleiben, oder was?“
Shona schluckte heftig, sie wollte sich beherrschen, sie wollte es wirklich, aber die Bemerkung von eben hatte sie noch nicht vergessen, und noch einmal konnte sie einfach ihre Klappe nicht halten. Noch bevor Tim etwas sagen konnte, hatte sie sich schon zu dieser Silvia herumgedreht.
„Proletentussi hast du mich genannt? Was bildest du dir eigentlich ein?“, zischte sie ihr zu.
„Du kommst hier nicht rein, und wir kennen alle den Grund, mal von deinen billigen Klamotten abgesehen“, entgegnete Silvia schnippisch.
„Wenn du nicht aufpasst, dann gibt es bald sogar noch einen Grund!“, fauchte Shona.
„Shona, beruhige dich“, versuchte Tim sie zu besänftigen, sie funkelte jetzt ihn wütend an.
„Geh mit deinen Freunden in die Bar, ich lege überhaupt keinen Wert darauf, mit DENEN da DORT HINEIN zu gehen!“
„Na kommt, wir gehen eben alle woanders hin“, mischte Andreas sich ein, um die Wogen etwas zu glätten.
„WIE BITTE? Das sehe ich überhaupt nicht ein. Mir von der da den Abend verderben lassen, oder was? Wir sind jeden Samstag hier!“, beharrte Silvia.
„Dann wird es doch Zeit, mal was anderes auszuprobieren“, Tim schaute bittend zwischen Shona und Silvia hin und her.
Shona versuchte, sich wieder zu beruhigen, doch das war schwer, ihre Halsschlagader puckerte wie verrückt, sie hatte unbändige Lust, dieser Silvia mal gehörig den Marsch zu blasen – oder noch mehr mit ihr anzustellen. Doch sie versuchte wirklich, sich zusammenzureißen.
Shona nahm Tim etwas beiseite und griff nach seinen Händen. „Hör zu, Tim: Geh mit deinen Freunden da rein, ich rufe Isabelle an und treffe mich mit ihr. Oder ich gehe nach Hause oder ins Kino“, lächelte sie ihm tapfer zu.
„Nein, kommt gar nicht in Frage“, protestierte er. Er hatte eine wahnsinnige Wut auf Silvia, und ihr Verhalten würde auf jeden Fall Konsequenzen haben, aber erst mal musste er das hier mit Shona klären. „Ich werde auch nicht hier bleiben, wenn du gehst.“
„Tim, es sind deine Freunde, und irgendwie hat diese… diese… Silvia sogar Recht. Ihr habt euch jeden Samstag hier getroffen, es ist eure Bar, da braucht sich niemand von ihnen nach einer Fremden zu richten“, sagte Shona so ruhig es ihr möglich war. „Es ist euer Abend, macht was draus.“
„Aber du bist meine Freundin. Wenn sie dich nicht akzeptieren, werde ich darauf keine Rücksicht nehmen, ganz bestimmt nicht!“, er nahm Shona in den Arm und führte sie zurück zu den anderen.
„Amüsiert euch
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